Mundschutz und Parfum

Vom Robert-Koch-Institut veranlasst, muss das Personal in der ambulanten Pflege seit geraumer Zeit auch einen Mundschutz tragen. Wie vielerorts hat es bei uns (im Moment) auch nur den einfachen Mundschutz und keine tatsächlich ausreichenden Mundschutzmasken. So habe ich mir einen Mundschutz selber genäht um ihn unter den vorgeschriebenen Mundschutz zu tragen.

Der Geruchssinn ist in der Medizin von Bedeutung. Früher natürlich noch viel mehr als heute. Aber das fasziniert mich. Krankheitsbilder, die äußerlich noch keine Symptome zeigen, können sich schon in Form des Geruchs ankündigen. Wunden, die nicht gut verheilen riechen. Entzündungen, Lebererkrankungen… Der veränderte Geruch kann über den Atem, über die Haut, den Urin wahrnehmbar sein… Eine faszinierende Sache.

Ich habe eine feine Nase. Das ist manchmal schwierig, vor allem in der ambulanten Pflege. Denn hier leben die Menschen bei sich zu Hause, nach ihrem Hygieneempfinden, auf ihre Art und Weise. Und jetzt kommt mein Dank für diese wundervolle Stoffmaske, die ich nach jeder Schicht einfach mitwasche. Sie wird eigentlich zum Schutz vor Corona eingesetzt, aber ich sprühe Parfum darauf und laufe die ganze Schicht in einer wunderbaren Duftwolke herum. Mein Mann hat schon angekündigt, wenn wir die Masken irgendwann nicht mehr brauchen, werde ich immer noch damit zu sehen sein, weil es die (für mich) schwierigen Gerüche so wundervoll ausblendet. Eine wundervolle Sache, diese Stoffmasken. Heute bin ich dankbar für kreative Lösungen, wie diese Stoffmaske, gut duftende Parfums und die wunderbare Schöpfungsidee – Nase und Geruchssinn.

Diesen Mundschutz hat eine liebe Bekannte genäht, weil meiner gerade in der Wäsche ist.
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Das Beispiel der Vögel

Dinge bekommen Bedeutung, weil wir uns auf diese fokussieren und ihnen Bedeutung geben. Auch, wenn sie rational betrachtet nicht ganz so sind. Für mich ist mein folgender Dankesmoment von Bedeutung, auch, wenn er unter wissenschaftlichen Aspekten sicher nicht haltbar ist.

Morgens trinke ich des öfteren meine erste Tasse Milchkaffee auf meinem kleinen Balkon, dessen Aussicht die Hauptstraße ist. Ich liebe es sehr, dass hier auch die Vögel zwitschern und ihrem morgendlichen Ritual des Singens nachkommen. Irgendwann wurde mir bewusst, dass sie immer singen und zwar beginnen sie damit, wenn es dunkel ist. Sie singen in die Dunkelheit hinein und haben noch keine Ahnung davon wie der Tag wird. (Wie gesagt, es hat für mich Bedeutung, auch wenn ich davon ausgehe, dass Vögel keine willentliche Entscheidung treffen, sondern einem Instinkt folgen.) Ihr Singen erinnert und ermutigt mich nicht erst dann zu danken, wenn ich weiß wie der Tag gelaufen ist oder ob meine Stimmung am Morgen passend ist um zu danken, sondern in die „Dunkelheit“, die Ungewissheit des Tages hinein mit dem Danken beginnen. Schon vor ein paar Wochen ist mir das morgens bewusst geworden und hat für mich Bedeutung bekommen. Wie sehr freue ich mich über die verlässliche morgendliche Erinnerung durch den Gesang der Vögel. Den Tag beginnen mit:

„Herr, ich danke Dir von ganzem Herzen…“ Psalm 138,1

Diese Streichholzschachtel hat mir einer meiner Töchter geschenkt. So schön!!!
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Lachen und Post

Wenn ich ein Gefühl liebe, dann ist es das Gefühl unbeschwert zu sein. Und durch meine vielen Gedanken (nicht nur im Moment), ist dieses Gefühl nicht mein dauerhafter Begleiter. Aber: ich kenne und erlebe es immer wieder und zwar, wenn ich lache. Ob Schmunzlen, ein breites Grinsen oder ein Lachflash, mit tränenden Augen – ich kenne sie alle. Und heute bei den Aufgaben mit meiner Tochter ergab sich solch eine urkomische Situation. Wir mussten so lachen – alle zusammen, halb 10 in Deutschland. Für diesen Moment bin ich sehr dankbar.

Und für Post! In dieser Woche habe ich ein paar Briefe verschickt, weil ich Briefe schreiben liebe und es so schätze, wenn ich in den Briefkasten schaue und es liegt persönliche Post darin. Heute hab eich mich so über eine Karte meiner Freundin gefreut. Für diese bin ich heute sehr dankbar. Und es hat mich erinnert, dass ich schon einmal zu Weihnachten Post an manche verschickt habe, die mir per Mail ihre Adresse haben zukommen lassen. Das möchte ich heute auch wieder machen: Wer Freude hätte Post zu bekommen, der darf mir gerne seine Adresse per Mail schicken: post@alltagsstueckwerk.com Ich schreibe so gerne und wenn Du Freude daran hättest, dann melde dich einfach.

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Erfahrungsschatz

Drei Begebenheiten aus meinem Berufsalltag möchte ich euch erzählen, für die ich dankbar bin:

Toilettenpapier und Zeitung Zu einer meiner ersten Patientinnen komme ich im Frühdienst. Ihr Mann ist auch anwesend und natürlich das Corona-Virus als Thema. Unser zusätzlicher Auftrag als Pflegefachkräfte ist es Ängste zu mildern und ruhig zu bleiben. Aber die beiden haben keine Angst: „Wir haben so viel schon erlebt. Das wird auch rumgehen.“ Dann kommt die Aussage vom Ehemann, die mich zum lachen bringt: „Wissen Sie was ich überhaupt nicht verstehe? Dass die Leute wie verrückt Klopapier kaufen. Das ist ja wohl das kleinste Problem. Wissen Sie wie ich groß geworden bin? Wenn mein Vater die Zeitung fertig gelesen hatte, wurde sie an einen Haken neben`s Klo gehängt und dann hat man sich Streifen abgerissen und damit ging`s auch. Der Kuttereimer stand bereit für die Entsorgung.“ Das gefällt mir: im Moment sind kreative Lösungen wichtig oder eben back to the roots…

Was das Gehirn speichert Eine andere Frau, an die 80 Jahre, hat weit größere Ängste und während ich meine Tätigkeit ausübe, nestelt sie unentwegt mit den Händen und wiederholt immer wieder ihre Sorgen. Sie ist stark verunsichert und meine beruhigenden und ermutigenden Worte kommen nicht an. Und dann fällt mir der Text von Dietrich Bonhoeffer ein, laut fange ich an zu sprechen: „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag… “ Ihr Atem beruhigt sich, sie faltet die Hände und spricht mit klarer Stimme mit. Ihr stehen Tränen in den Augen als sie mich verabschiedet: „Daran halten wir uns Schwester Lissy, gell?“ „Ja, daran halten wir uns.“

dankbar sterben „Ich kann gehen, “ sagt eine weitere Patientin zu mir. „Ich habe ein erfülltes Leben gehabt. Der liebe Gott kann mich holen. Ich bin immer freundlich gewesen, auch zu Leuten die schwierig waren und oft habe ich gehört, dass ich zu gutmütig bin. Aber kann es zu viel Güte geben in dieser Welt? Ich bin für jeden Tag dankbar und ernte jetzt so viel Gutes. Was Menschen im Moment an mich denken und nachfragen. Das ist so schön zu erleben. Ich bin bereit.“

Ich schätze meine Arbeit sehr, aber noch mehr die Menschen, die ich treffen darf. Und für diese Erlebnisse bin ich heute sehr dankbar.

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Wie das wohl wird?

Die letzten Wochen habe ich viel mit Menschen verbracht. Vorträge und damit die vielen Gespräche der Teilnehmer/innen und deren einzigartigen Begebenheiten, Geschichten, Herausforderungen und Lebensthemen. Meine Arbeit als Krankenschwester, meine Familie… Und dann blogge ich nicht so gerne. Dann wird mein Zuhause mein Rückzugsort, meine seelische Tankstelle, mein Ruhepol.

Tja, die nächsten Wochen werden anders. Alle Vorträge, die ich in nächster Zeit gehalten hätte wurden abgesagt. Unsere Gemeinde (Kirche) findet andere Formen um Gottesdienst zu feiern. Meine Töchter sind ab morgen alle drei Zuhause – bis nach den Osterferien. Das Coronavirus hat große Auswirkungen und ich sammle Dankesmomente – eine wunderbare Gewohnheit.

Ich bin dankbar für Gottes Gegenwart. Letztens habe ich mit einer Frau gesprochen, die mich fragte, ob ich an Gott glaube. „Ja“, antwortete ich und es ergoss sich ihrerseits ein langer Monolog über mich, dass Glaube und Gott nur für die Schwachen sei und die, die ihr Leben nicht auf die Reihe bekommen usw. Ich hörte ihr zu und als sie fertig war und mich herausfordernd ansah, bejahte ich ihre Worte. „Ja, ich habe nicht alles im Griff und fühle mich oft schwach. Ich bin so dankbar mit Gott im Alltag reden zu können und zugeben zu können, dass ich ganz viel nicht weiß.“ Das war noch vor den Corona-Zeiten. Und wie dankbar ich bin meine Schwachheit zugeben zu können, im Gebet auf Gottes inneren Frieden zu warten, Rituale, die meinem Glauben Halt und meiner Seele Gehör verschaffen.

Ich bin dankbar für meine Neugierde. Morgen habe ich Frühdienst. Aber ab Dienstag werde ich meine Kinder unterrichten. Ich bin bewusst keine Lehrerin geworden. Jetzt lerne ich dazu. Ich bin so gespannt wie das wird. Mein Augenmerk liegt bei neuen Situationen selten auf dem Problem, eher bin ich neugierig wie das alles wird, wie sich das anfühlt, wie wir das leben.

Ich bin dankbar für Selbstreflexion. Denn bis zum Freitagnachmittag hatte ich weder Angst, noch eine innere Unruhe. Gegen 17 Uhr laufe ich mit meiner Umhängetasche zu unserem Supermarkt. Ich gehe fast immer zu Fuß einkaufen und bin etwas erschrocken, denn es gab keine Kartoffeln mehr. Da in Baden-Württemberg die Menschen vor allem Nudeln essen, war das schon etwas verunsichernd. Kein Salat, keine Karotten, Nudeln sowieso nicht, keine Milch… Während ich da mit meinem Täschchen stehe, haben andere bis zu zwei Einkaufswagen voll mit Lebensmitteln. Jetzt kriecht das erste Mal ein mulmiges Gefühl durch meine Magengegend hoch in meinen Kopf. Ist das jetzt leichtsinnig, wenn ich mich nicht mit zwei Einkaufswagen durch die Regale quetsche? Ich stehe in der Menge und entscheide mich, beim langen Warten an der Kasse, nicht in das Gefühl von Angst einzusteigen. Ich bete, segne im Stillen die Menschen um mich herum und bin dankbar, dass ich meine Gefühle so gut kenne und einordnen kann und nicht hilflos innerlich in der Masse mitschwimme.

Ich bin voller Hoffnung. Denn Krisen haben sie wunderbare Möglichkeit, dass wir Werte neu überdenken, dass wir miteinander ins Gespräch kommen, dass wir Veränderung auf eine gute Weise erfahren. Und dass wir durch diese Corona – Krise weiser, freundlicher, zugewandter, bewusster, dankbarer werden… Das ist meine Hoffnung, das ist mein Gebet.

Ich wünsche Dir einen ganz guten Start in die Woche, inneren Frieden und einen guten freundlichen Umgang mit Dir selbst.

Mit ganz herzlichen Grüßen Lissy

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naiv? tröstlich.

In manchen Phasen fällt es mir schwer meine Dankesmomente öffentlich zu teilen, weil es mir so naiv vorkommt, wenn schlechte Nachrichten sich zu häufen scheinen, die Menschheit unter der Abwesenheit der Menschlichkeit leidet, die Welt so haltlos wirkt. Vielleicht ist es naiv sich mit den schönen Kleinigkeiten des Alltages zu beschäftigen. Aber ich brauche es, weil diese Kleinigkeiten tröstlich sind…

Heute ist es eine Beobachtung, die ich mit euch teilen möchte: „Und wo sind meine Brötchen?“ der scharfe Ton heute, als ich im Frühdienst zu einer meiner Patientinnen komme, überrascht mich. Ich weiß zwar um ihre große Wut, die sie wie einen schweren Umhang immer mit sich trägt, aber bis jetzt hat mich ihre Wut noch nie getroffen. Tatsächlich bringe ich ihr hin und wieder Brötchen und ihre Lieblingszeitung mit. Aber das mache ich, weil sie so viel alleine ist, eigentlich immer alleine ist. Weil es niemanden in ihrem Leben mehr gibt, der ihr sagt, dass sie wichtig und wertvoll ist, weil zum Geburtstag meine Kolleginnen und ich gratulieren, aber sonst keiner mehr anruft. Sie berührt mein Herz, diese unsagbare Einsamkeit, die ohne Perspektive auf Veränderung, ihre Lebensbegleiterin geworden ist. Sie schaut mich an wütend und laut: „Ich habe mich so auf frische Brötchen gefreut!“ Jetzt sei ihr ganzer Tag im Eimer. Vor ein paar Jahren hätte ich im Inneren mir vorgenommen dieser undankbaren Frau nie wieder Brötchen mitzubringen. Heute stehe ich vor ihr und kann sie verstehen. Ist nicht ein großer Gegner der Dankbarkeit, die Gewöhnung? Wenn ich mich daran gewöhnt habe was es alles Gutes in meinem Leben gibt und sich dann eine innere Anspruchshaltung daraus entwickelt? Die Begebenheit heute erinnert mich daran, dass Gutes nicht selbstverständlich ist und dass ich mir dessen bewusst sein möchte, immer wieder neu. Und morgen denke ich an die Brötchen – hoffentlich.

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sprachlos

Es klingelt an der Tür. Ich überlege mir, ob ich sie öffnen soll. Denn: meine Haare haben weder Wasser noch leave-in-Conditioner gesehen und hängen dementsprechend wuschelig auf meinem Kopf herum. Jogginghose, die ich nicht trage, weil ich vor habe joggen zu gehen, sondern weil sie bequem ist, das Treppenhaus weder gesaugt noch gewischt, der Müll steht im Flur bereit, hat es aber noch nicht bis zur Mülltonne nach unten geschafft, der nassen Wäsche geht es ähnlich, nur dass diese darauf wartet aufgehängt zu werden. Die Hausaufgaben mit meinen Mädels gerade noch in den Startlöchern, die Böden staubig, das Frühstück noch nicht ganz verräumt… Was soll ich sagen, es ist Samstagvormittag. Ich öffne die Tür und kann dann gar nicht glauben wie mir geschieht: nein, ich habe nicht Geburtstag, obwohl die Torte danach aussieht und ich feiere auch sonst nichts, obwohl der Blumenstrauss durchaus darauf schleißen lassen könnte. Eine liebe Bekannte kommt vorbei und überrascht meine drei Töchter und mich (mein Mann ist dieses Wochenende nicht da). Ich weiß nicht was ich sagen, wie ich mich bedanken soll. „Ich habe an euch gedacht.“ Liebe Worte, Lächeln und dann ist sie auch schon wieder weg. Tatsächlich sind meine Augen glasig, wobei ich das erst merke als meine Tochter mich darauf aufmerksam macht. Ich bin so gerührt, sprachlos über diese freundliche Geste, diesen leckeren schönen Gruß mitten in meinem Alltag, über diese Großzügigkeit. Heute bin ich dankbar dafür, dass eine so liebe Frau an uns gedacht hat, dass ich Geschmacksknospen haben, die den Kuchen in vollen Zügen genießen, Augen, die sich an den Blumen erfreuen und darüber, dass ich die Tür in meinem „Entschuldigung, wie es hier aussieht“- Zustand geöffnet habe. Ich hätte sonst das schöne Gefühl von Wertschätzung und Dankbarkeit versäumt…

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Geschwisterliebe

Was schweißt Familien zusammen? Und woran liegt es, dass es Geschwister gibt, die auch als Erwachsene noch wie Freunde miteinander durchs Leben gehen? Nicht immer einer Meinung, nicht dieselben Wege und doch mit einer freundschaftlichen Verbundenheit?

Meine Große kommt heute Abend raus, sie kann nicht schlafen, sorgt sich. Wir reden, ich versuche sie zu trösten. Da steht meine Mittlere plötzlich auch im Raum und will wissen, warum ihre große Schwester noch wach ist. Meine Große erzählt und meine Mittlere nimmt sie an die Hand: „Komm, wir legen uns ins große Bett (Ehebett) und hören was an.“ Ich erlaube es, weil wir auch im Reden nicht auf den Grund der Sorgen kommen. Als die Geschichte bei spotify zu Ende ist und ich die beiden auffordere ins Bett zu gehen, klappen sie das Bett meiner Großen aus. Dort soll heute die Schwester mit schlafen. Dann würde es ihr besser gehen. Gesagt, getan. Als ich gerade noch einmal nach ihnen schaue, schlafen sie. Dicht nebeneinander mit ruhigen gleichmäßigen Atemzügen. Sie können auch anders. Dann, wenn das Verhalten der anderen provoziert, Unmut und Ärger oder Verletzung auslöst. Dann kann es laut werden zwischen den beiden. Ich hoffe, dass sie lernen, dass sie einander vertrauen können, in ihrer Unterschiedlichkeit sich gegenseitig ergänzen und unterstützen können. Dass diese Verbundenheit bleibt durch all die unterschiedlichen Lebensphasen hindurch… Heute Abend bin ich dankbar für dieses schöne Bild meiner beiden Töchter kurz vor dem Einschlafen. Es ermutigt mich!

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Bedeutung geben

Heute war ich zu lange auf der Plattform Instagram unterwegs. Das bedeutet, ich habe viele Bilder von erfolgreichen Menschen gesehen. Eine gestaltet ihr Leben auf Hawaii, ein Pärchen geht für ein paar Monate in die USA, eine wohnt gerade sowieso in Los Angeles, die andere hat einen Strauss Blumen von ihrem Mann bekommen und auf den Bühnen dieser Welt sind Sängerinnen und Speakerinnen unterwegs. Alle scheinen ein sehr aufregendes erfolgreiches Leben zu führen, festgehalten in tollen Bildern, bestätigt durch unzählige likes.

Und ich? Ich habe den Abfluss meiner Dusche gereinigt, weil sich die Haare unserer 5köpfigen Familie darin versammelt haben, dazu die Reste von Duschgelen, Shampoos, Spülungen und Haarkuren mit einem undefinierbaren, unangenehmen Geruch. Tja, mein Leben ist echt nicht aufregend und fancy… Aber dann mache ich meine Übung im Alltag, die ich in den Momenten versuche zu praktizieren, wenn sich die Unzufriedenheit durch Vergleichen einschleicht. Ich gebe dem schmutzigen Abfluss Bedeutung. Ein schmutziger Abfluss ist nicht fancy, aber er bedeutet, dass ich eine Familie habe und ich mit diesem Rückhalt durchs Leben gehen darf. Ein schmutziger Abfluss bedeutet, dass ich die Möglichkeit habe jeden Abend das warme Wasser über meinen Kopf rieseln zu lassen und eintauche in gut duftende Duschgele, Shampoos etc. Für mich gibt es nichts entspannenderes, vor allem nach den Spätdiensten, wenn ich so vielen Menschen mit ihren Bedürfnissen begegnet bin. Ein schmutziger Abfluss bedeutet, genug sauberes Wasser… Meine Liste setzt sich fort. Danach denke ich zwar immer noch nicht, dass ich ein aufregendes Leben führe, aber meine Seele ist wieder angefüllt mit Gründen für die ich dankbar bin und das tut ihr und meiner Stimmung gut.

Und dann lese ich noch die Worte aus dem Buch von Tillmann Prüfer: „Mit allem, was ich tue, rede und verdiene, bin ich ständig bemüht, mich sozial einzuordnen. Irgendwie erkennbar zu sein, besser zu sein als andere, wichtig zu sein. Hier in diesem Kloster ist es aber nicht wichtig, wer du bist. Vor Gott sind alle Menschen gleich.“ Irgendwie tröstlich und ich bin dankbar für diese erinnernden Worte aus dem Buch: „Weiß der Himmel…?“

Mein Leben ist nicht aufregend, eher sehr alltäglich und manchmal kostet es mich Mühe dafür dankbar zu sein!

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hoffnungsvoll

Es gibt viele Gründe warum ich gerne in der Altenpflege tätig bin, auch wenn ich immer wieder mit dieser zusätzlichen Aufgabe hadere. Der Hauptgrund warum ich gerne arbeite sind die Menschen und ihre Geschichten.

Er hat Geburtstag und ich gratuliere ihm dazu, freudenstrahlend. Weil ich mich so mitfreue, dass er an seinem 91.Lebensjahr so fit hinter seinem Stück Kuchen sitzt und sofort aufsteht als ich ihm die Hand gebe – alte Schule eben. Ich frage ihn was er sich im neuen Lebensjahr wünscht. Hat er noch Wünsche mit 91 Jahren? Braucht er noch etwas oder erreichen wir irgendwann einen Zeitpunkt an dem wir wunschlos zufrieden sind? Sofort kommt die Antwort: „Dass ´s Göschle weiter läuft.“ (Übersetzung: “ Dass ihr Mund nicht aufhört zu reden.“) Damit legt er seinen Arm um seine 90 jährige Frau, sie ihren Kopf an seine Schulter und wir drei lachen. Seit 75 Jahren sind sie ein Paar, davon 67 Jahre verheiratet und einen ihrer Söhne haben sie vor vielen Jahren beerdigen müssen. „Deshalb haben wir beide einen Schuss weg,“ sagte einmal die Frau zu mir. „Das verkraftet sich nicht so leicht.“ Aber die beiden hat es nicht auseinander gebracht, sondern sie haben es miteinander getragen. Und ich freue mich über seine Wertschätzung, wenn sie redet. Aber auch über ihre Achtsamkeit. Denn sobald er etwas sagen möchte, schließt sich ihr „Göschle“ und sie hört zu. Das nenne ich mal einen ehelichen Umgang mit unterschiedlichen Typologien, den ich hoffnungsvoll finde. Ich liebe meinen Beruf wegen der Menschen und ihren Geschichten. Manche davon machen mir Hoffnung. Dafür bin ich heute sehr dankbar!

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außergewöhnlich

Meine Tochter hat einen Gastauftritt mit ihrer Ballettgruppe auf der größten Bühne unserer kleinen Stadt. Die Johann-Strauss-Capelle Wien spielt die schönsten Stücke von dem berühmten Komponisten und hin und wieder untermalen zwei Profiballettänzer/in die Musik. Die Ballettgruppe meiner Tochter hat einen Tanz in diesen zwei Stunden. Deshalb habe ich viel Zeit der Musik zu folgen, weil ich nur bei einem Stück (in dem meine Tochter dazu tanzt) aufgeregt bin.

Was Musik bewirkt. Ich bin berührt von der Musik, wie die einzelnen Instrumente etwas wunderbar sanftes, stürmisches, berührendes zaubern. Immer wieder kommen mir die Tränen. Ich kann gar nicht sagen warum, ich bin einfach berührt, gerührt. Mein Sitzplatz ist so weit an der Bühne, dass ich die Mimik der Musiker beobachten kann. Unglaublich… Sechs Geigen und alle spielen das gleiche Stück, aber keiner spielt es gleich. Eine Geigerin schaut sehr konzentriert, fast streng in ihre Noten, ganz vereinzelt huscht ein Lächeln über ihr Gesicht. Was sie wohl in diesem Moment zum Lächeln bringt? Eine Geigerin scheint völlig versonnen in die Musik. Sie ist ganz versunken und wiegt ihren Oberkörper hin und her. Eine weitere Geigerin sitzt das ganze Konzert kerzengerade. Keine Bewegung ist sichtbar, außer die des Geigenbogens. Als das Stück „Blitz und Donner“ gespielt wird, spiegelt sich das Gewitter in den Augenbrauen und der Kinnpartie des Kontrabassspielers wieder. Interessant! Bei manchen Stücken greift meine Sitznachbarin, die geschätzt um die 70 Jahre alt ist, immer mal wieder nach der Hand ihres Mannes und wippt zum Takt mit. Welche Erinnerungen werden durch die Musik geweckt, an was denkt sie? Ihr Mann drückt ihre Hand. Musik verbindet. Ich fühle mich beglückt nach diesem besonderen Event, in das ich nur gegangen bin, weil meine Tochter ihren Auftritt hatte und durch das ich aber so bereichert wurde. Wunderschöne Musik und die Kapelle hat das gleiche Stück gespielt, aber nicht auf die gleiche Art und Weise. Heute bin ich für diese zwei außergewöhnlichen Stunden sehr dankbar!

Und was habe ich in der Pause gemacht? Richtig: gelesen.
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Vertrautheit&Verbundenheit

Das neue Jahr ist schon 6 Tage alt und ich wünsche jedem von euch ein Jahr in dem ihr euch selbst besser kennenlernt, die Dinge an euch feiert, mit denen ihr an euch gut zurecht kommt und die Dinge bejaht, die ihr an euch gerne verändert sehen würdet. Mir hilft dabei mit offenen Augen durch meinen Alltag zu gehen und festzuhalten für was ich dankbar bin. Nicht nur äußere Umstände, sondern auch innere Prozesse oder veränderte Sichtweisen.

Für dieses Jahr trage ich einen großen Kalender mit mir herum, in der Hoffnung möglichst wenig zu vergessen. Ihr wisst, es bleibt meine Lebens-Challange Dankesmomente festzuhalten, aber hin und wieder ändere ich meine Methode. Dieses Jahr möchte ich auf der rechten Seite die leere Spalte bis zum Ende der Woche gefüllt haben mit den Dingen, die mir ganz unmittelbar in meinem Alltag wichtig sind, für die ich dankbar bin. Heute stehen zwei für mich wichtige Momente darin:

Verbundenheit und Vertrautheit: Denn heute hatten wir einen wunderbaren Tag mit Freunden. Ausgiebiges Frühstück, Kutschenfahrt und viele Gespräche. Dieses wunderschöne Gefühl mit Menschen unterwegs zu sein, denen man sich verbunden fühlt und mit denen man über Jahre eine Vertrautheit aufbauen durfte, ist einer der größten Privilegien, die ich in meinem Leben genieße. Keine Masken, keine Selbstdarstellung, vertraut, echt. Dafür bin ich dankbar!

Denn dieses Echtsein-dürfen, verändert immer wieder meinen Blick auf meine Schwächen. Unsere Schwächen machen uns zwar verletzlich, aber auch nahbar. Wir sitzen zusammen und haben dieses besondere Gefühl hier in einem geschützten Umfeld zu sein, in diesem kann ich über meine Schwächen, Begrenzungen und Unsicherheiten sprechen und es öffnet sich der Raum für Nähe und Vertrauen. Ich weiß nicht, ob wir diese Intensität miteinander hätten, wenn wir alle immer super „Wir-haben-alles-im-Griff“ Stimmungen austauschen würden. Ich glaube, dass Schwächen Nähe schaffen und ich bin dankbar, dass ich sie zugeben kann, dass ich diesen Raum von Vertrautheit und Verbundenheit durch meine vielen Schwachstellen kennenlernen durfte und darf. Und für diese Sichtweise bin ich heute dankbar!

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bis zum nächsten Jahr

Ganz liebe Grüße zu Weihnachten schreibe ich euch und beende das diesjährige bloggen heute. Danke ihr Lieben, die ihr still mitgelesen habt, danke ihr, die einen like oder ein Kommentar auf einen meiner Beiträge da gelassen habt.

„Peace is a person, not a place.“

Das ist mein Grund Weihnachten zu feieren. Und so wünsche ich euch ein schönes Weihnachtsfest und ein gesegnetes Jahr 2020. Ich weiß, es klingt so abgedroschen. Aber Segen, so habe ich mal in einer Predigt gehört ist: das Anliegen, den Menschen, die Situation, das Jahr in den Machtbereich Gottes zu stellen. Und da sind wir, meiner Meinung nach, gut aufgehoben.

Mit ganz lieben Grüßen Lissy

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bewahrt

Heute haben wir einen Verwandtschaftsbesuch gemacht. Das ist immer mit dem Zurücklegen von Kilometern via Auto verbunden. Wir sind bewahrt wieder Zuhause. Ist es nicht fast schon seltsam, dass mir diese Bewahrung oft gar nicht so bewusst ist? Diese Form eines Dankesmomentes? Denn als ich mich vor gar nicht allzu langer Zeit ins Auto gesetzt habe, zeigte es an, dass es in 3000 km zum Service gebracht werden muss. Jetzt sind es noch 1000 km. Bedeutet in der Zeit haben wir Besuche gemacht, waren einkaufen, haben Leute abgeholt oder heim gebracht, in den Kindergarten gefahren, bei Vorträgen gewesen, eine Hochzeit… All das mit unserem Auto. Immer bewahrt. Heute bin ich dafür dankbar!

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Vorweihnachtszeit

Die Vorweihnachtszeit ist echt eine Lieblingszeit für mich. Und Besinnlichkeit kein Wort, sondern ein Miniritual – dank meiner Freundin und der Designerin und Inhaberin Tabea Siegel von www.himmelimherzen.de Denn zu Beginn der Adventszeit bekam ich einen Adventskalender. Nicht mit teuren Geschenken, Süßigkeiten oder ähnlichem, sondern mit Bibelversen. Ich sitze nicht stundenlang und sinne über die Verse nach, sondern öffnen morgens das Türchen und gehe mit abgedrucktem Vers durch den Tag. Abends nehme ich mir dann ein paar Minuten Zeit und schreibe die Gedanken dazu auf, die mir über den Tag gekommen sind. Es ist nicht nicht nur das Design, welches ich so schön finde, sondern auch, dass die ausgewählten Verse Gott in den Mittelpunkt stellen. In fast jedem wird eine Eigenschaft, ein Charakterzug verdeutlicht. Es erinnert mich, dass sie Vorweihnachtszeit mir hilft mich auf Gott zu besinnen, nicht auf das, was die Industrie, der Konsum und meine vielen unerfüllten Wünsche aus diesem Fest machen. Heute bin ich dankbar für diesen wunderschönen Adventskalender, für meine Freundin, die ihn mir geschenkt hat und Frau Siegel. Ich finde es so bewundernswert, wenn Menschen ihre Ideen in die Tat umsetzen! So schöne Ideen, so schön ungesetzt!

Heutiger Vers: ~Ja, bei Gott, dem Höchsten hast du Heimat gefunden.~Ps.91.9

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WeihnachtsDankesListe

Ich habe mich sehr auf die Weihnachtszeit gefreut, weil hinter dem ersten „Türchen“ der Adventskalender meiner drei Mädels wieder die Weihnachstdankesliste zum Vorschein kam. Gemeinsam sammeln wir nun Abend für Abend die Dankesmomente ihres Tages. Als ich vorhin in die Küche kam, merkte ich, dass wie heute noch gar nichts aufgeschrieben haben. Das ist natürlich nicht schlimm. Aber es ist schon interessant, dass es herausfordernd ist ein neues gutes Ritual einzuüben. Ich mag diese Dankesliste sehr. Sie lässt zwischen all den Wünschen nach Besinnlichkeit und Geschenken, nach Schnee und Weihnachtsstimmung, Raum für das was schon da ist. Auf das was ich nicht warten muss, sondern, was es jetzt hier heute schon in meinem Alltag und Leben Schönes gibt. Ich wünsche mir, meinen Töchtern diesen Blick mitzugeben und hoffe, dass die DankesListe nachhaltige Auswirkungen hat…

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Vielfalt trifft auf Vielfalt

Es gibt Dinge die sind zwar anstrengend, aber man macht sie so gerne, dass die Anstrengung überhaupt nicht im Vordergrund steht. Deshalb spüre ich erst jetzt meine Finger, die langsam wieder warm werden und meine Beine, die sich auf mein Bett freuen. Denn heute war endlich der Adventsmarkt, auf dem wir als Gemeinde (Kirche) viele schöne Dinge verkauft haben.

Und es war so faszinierend, was viele Hände in den letzten Wochen hervorgebracht haben. Es haben drei unterschiedliche Frauen kleine Krimskrams Täschchen genäht. Drei unterschiedliche Stile, drei unterschiedliche Geschmäcker und alle drei Sorten wurden verkauft, weil auch die Kunden ganz unterschiedliche Dinge mögen. Deshalb ist Vergleichen so unnötig. Das wurde mir wieder einmal so deutlich an diesem schönen Tag.

Meine Dankbarkeit gilt Gott, der Menschen auf so unterschiedliche Weise begabt hat und meiner Freundin, die in der Vorbereitung so herrlich unkompliziert war und allen wunderbaren fleißigen Händen, die vor Wochen schon genäht, gebastelt, gebacken haben. Fazit des Tages: Weihnachtsplätzchen sind am beliebtesten und vergleichen ist unnötig, weil Vielfalt auf vielfältige Menschen trifft!

Dankbar für einen wunderschönen Tag!!!

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von To-do-Listen und Dankeslisten

Dass der November ein sehr voller Monat werden würde, an Terminen und To-do`s, wusste ich. Deshalb bin ich über meine momentan so vollen Tage nicht überrascht. Und ich wäre so gerne ein Mensch, der sich sonntags regelmäßig hinsetzt und die kommenden Aufgaben säuberlich auf eine Liste notiert und von Zeit zu Zeit Haken an die unterschiedlichsten Erledigungen setzt. Ich übe noch, bin aber noch nicht so weit. Stattdessen ergeben sich meine Listen fast immer, wenn ich montags und dienstags zu meinen Patienten fahre und an der Ampel mir einfällt: Stimmt, da muss ich noch anrufen, das muss ich noch besorgen, mit der Person muss ich das noch für den Abend klären usw. Dann greife ich in meine Tasche und fördere irgendein Schmierpapier hervor – eine Notiz von einer Kollegin, auf der noch etwas Platz ist, ein alter Briefumschlag… – und nach meiner Schicht habe ich einen guten Überblick über das was ansteht. Gestern greife ich wieder in meine Tasche um eine Liste zu beginnen und entdecke eine Dankesliste auf einem alten Briefumschlag. Während einer Schicht habe ich Dankesmomente gesammelt, keine To-do-Liste geschrieben. Das hat mir so gefallen, vor allem, weil ich mich gar nicht daran erinnern konnte und keiner der Momente waren mir mehr bewusst. Aber es war unheimlich schön sie zu lesen und sich zu erinnern, irgendwie ermutigend, irgendwie tröstlich… Heute bin ich für diese Liste sehr dankbar!

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