sprachlos

Es klingelt an der Tür. Ich überlege mir, ob ich sie öffnen soll. Denn: meine Haare haben weder Wasser noch leave-in-Conditioner gesehen und hängen dementsprechend wuschelig auf meinem Kopf herum. Jogginghose, die ich nicht trage, weil ich vor habe joggen zu gehen, sondern weil sie bequem ist, das Treppenhaus weder gesaugt noch gewischt, der Müll steht im Flur bereit, hat es aber noch nicht bis zur Mülltonne nach unten geschafft, der nassen Wäsche geht es ähnlich, nur dass diese darauf wartet aufgehängt zu werden. Die Hausaufgaben mit meinen Mädels gerade noch in den Startlöchern, die Böden staubig, das Frühstück noch nicht ganz verräumt… Was soll ich sagen, es ist Samstagvormittag. Ich öffne die Tür und kann dann gar nicht glauben wie mir geschieht: nein, ich habe nicht Geburtstag, obwohl die Torte danach aussieht und ich feiere auch sonst nichts, obwohl der Blumenstrauss durchaus darauf schleißen lassen könnte. Eine liebe Bekannte kommt vorbei und überrascht meine drei Töchter und mich (mein Mann ist dieses Wochenende nicht da). Ich weiß nicht was ich sagen, wie ich mich bedanken soll. „Ich habe an euch gedacht.“ Liebe Worte, Lächeln und dann ist sie auch schon wieder weg. Tatsächlich sind meine Augen glasig, wobei ich das erst merke als meine Tochter mich darauf aufmerksam macht. Ich bin so gerührt, sprachlos über diese freundliche Geste, diesen leckeren schönen Gruß mitten in meinem Alltag, über diese Großzügigkeit. Heute bin ich dankbar dafür, dass eine so liebe Frau an uns gedacht hat, dass ich Geschmacksknospen haben, die den Kuchen in vollen Zügen genießen, Augen, die sich an den Blumen erfreuen und darüber, dass ich die Tür in meinem „Entschuldigung, wie es hier aussieht“- Zustand geöffnet habe. Ich hätte sonst das schöne Gefühl von Wertschätzung und Dankbarkeit versäumt…

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Geschwisterliebe

Was schweißt Familien zusammen? Und woran liegt es, dass es Geschwister gibt, die auch als Erwachsene noch wie Freunde miteinander durchs Leben gehen? Nicht immer einer Meinung, nicht dieselben Wege und doch mit einer freundschaftlichen Verbundenheit?

Meine Große kommt heute Abend raus, sie kann nicht schlafen, sorgt sich. Wir reden, ich versuche sie zu trösten. Da steht meine Mittlere plötzlich auch im Raum und will wissen, warum ihre große Schwester noch wach ist. Meine Große erzählt und meine Mittlere nimmt sie an die Hand: „Komm, wir legen uns ins große Bett (Ehebett) und hören was an.“ Ich erlaube es, weil wir auch im Reden nicht auf den Grund der Sorgen kommen. Als die Geschichte bei spotify zu Ende ist und ich die beiden auffordere ins Bett zu gehen, klappen sie das Bett meiner Großen aus. Dort soll heute die Schwester mit schlafen. Dann würde es ihr besser gehen. Gesagt, getan. Als ich gerade noch einmal nach ihnen schaue, schlafen sie. Dicht nebeneinander mit ruhigen gleichmäßigen Atemzügen. Sie können auch anders. Dann, wenn das Verhalten der anderen provoziert, Unmut und Ärger oder Verletzung auslöst. Dann kann es laut werden zwischen den beiden. Ich hoffe, dass sie lernen, dass sie einander vertrauen können, in ihrer Unterschiedlichkeit sich gegenseitig ergänzen und unterstützen können. Dass diese Verbundenheit bleibt durch all die unterschiedlichen Lebensphasen hindurch… Heute Abend bin ich dankbar für dieses schöne Bild meiner beiden Töchter kurz vor dem Einschlafen. Es ermutigt mich!

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Bedeutung geben

Heute war ich zu lange auf der Plattform Instagram unterwegs. Das bedeutet, ich habe viele Bilder von erfolgreichen Menschen gesehen. Eine gestaltet ihr Leben auf Hawaii, ein Pärchen geht für ein paar Monate in die USA, eine wohnt gerade sowieso in Los Angeles, die andere hat einen Strauss Blumen von ihrem Mann bekommen und auf den Bühnen dieser Welt sind Sängerinnen und Speakerinnen unterwegs. Alle scheinen ein sehr aufregendes erfolgreiches Leben zu führen, festgehalten in tollen Bildern, bestätigt durch unzählige likes.

Und ich? Ich habe den Abfluss meiner Dusche gereinigt, weil sich die Haare unserer 5köpfigen Familie darin versammelt haben, dazu die Reste von Duschgelen, Shampoos, Spülungen und Haarkuren mit einem undefinierbaren, unangenehmen Geruch. Tja, mein Leben ist echt nicht aufregend und fancy… Aber dann mache ich meine Übung im Alltag, die ich in den Momenten versuche zu praktizieren, wenn sich die Unzufriedenheit durch Vergleichen einschleicht. Ich gebe dem schmutzigen Abfluss Bedeutung. Ein schmutziger Abfluss ist nicht fancy, aber er bedeutet, dass ich eine Familie habe und ich mit diesem Rückhalt durchs Leben gehen darf. Ein schmutziger Abfluss bedeutet, dass ich die Möglichkeit habe jeden Abend das warme Wasser über meinen Kopf rieseln zu lassen und eintauche in gut duftende Duschgele, Shampoos etc. Für mich gibt es nichts entspannenderes, vor allem nach den Spätdiensten, wenn ich so vielen Menschen mit ihren Bedürfnissen begegnet bin. Ein schmutziger Abfluss bedeutet, genug sauberes Wasser… Meine Liste setzt sich fort. Danach denke ich zwar immer noch nicht, dass ich ein aufregendes Leben führe, aber meine Seele ist wieder angefüllt mit Gründen für die ich dankbar bin und das tut ihr und meiner Stimmung gut.

Und dann lese ich noch die Worte aus dem Buch von Tillmann Prüfer: „Mit allem, was ich tue, rede und verdiene, bin ich ständig bemüht, mich sozial einzuordnen. Irgendwie erkennbar zu sein, besser zu sein als andere, wichtig zu sein. Hier in diesem Kloster ist es aber nicht wichtig, wer du bist. Vor Gott sind alle Menschen gleich.“ Irgendwie tröstlich und ich bin dankbar für diese erinnernden Worte aus dem Buch: „Weiß der Himmel…?“

Mein Leben ist nicht aufregend, eher sehr alltäglich und manchmal kostet es mich Mühe dafür dankbar zu sein!

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hoffnungsvoll

Es gibt viele Gründe warum ich gerne in der Altenpflege tätig bin, auch wenn ich immer wieder mit dieser zusätzlichen Aufgabe hadere. Der Hauptgrund warum ich gerne arbeite sind die Menschen und ihre Geschichten.

Er hat Geburtstag und ich gratuliere ihm dazu, freudenstrahlend. Weil ich mich so mitfreue, dass er an seinem 91.Lebensjahr so fit hinter seinem Stück Kuchen sitzt und sofort aufsteht als ich ihm die Hand gebe – alte Schule eben. Ich frage ihn was er sich im neuen Lebensjahr wünscht. Hat er noch Wünsche mit 91 Jahren? Braucht er noch etwas oder erreichen wir irgendwann einen Zeitpunkt an dem wir wunschlos zufrieden sind? Sofort kommt die Antwort: „Dass ´s Göschle weiter läuft.“ (Übersetzung: “ Dass ihr Mund nicht aufhört zu reden.“) Damit legt er seinen Arm um seine 90 jährige Frau, sie ihren Kopf an seine Schulter und wir drei lachen. Seit 75 Jahren sind sie ein Paar, davon 67 Jahre verheiratet und einen ihrer Söhne haben sie vor vielen Jahren beerdigen müssen. „Deshalb haben wir beide einen Schuss weg,“ sagte einmal die Frau zu mir. „Das verkraftet sich nicht so leicht.“ Aber die beiden hat es nicht auseinander gebracht, sondern sie haben es miteinander getragen. Und ich freue mich über seine Wertschätzung, wenn sie redet. Aber auch über ihre Achtsamkeit. Denn sobald er etwas sagen möchte, schließt sich ihr „Göschle“ und sie hört zu. Das nenne ich mal einen ehelichen Umgang mit unterschiedlichen Typologien, den ich hoffnungsvoll finde. Ich liebe meinen Beruf wegen der Menschen und ihren Geschichten. Manche davon machen mir Hoffnung. Dafür bin ich heute sehr dankbar!

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außergewöhnlich

Meine Tochter hat einen Gastauftritt mit ihrer Ballettgruppe auf der größten Bühne unserer kleinen Stadt. Die Johann-Strauss-Capelle Wien spielt die schönsten Stücke von dem berühmten Komponisten und hin und wieder untermalen zwei Profiballettänzer/in die Musik. Die Ballettgruppe meiner Tochter hat einen Tanz in diesen zwei Stunden. Deshalb habe ich viel Zeit der Musik zu folgen, weil ich nur bei einem Stück (in dem meine Tochter dazu tanzt) aufgeregt bin.

Was Musik bewirkt. Ich bin berührt von der Musik, wie die einzelnen Instrumente etwas wunderbar sanftes, stürmisches, berührendes zaubern. Immer wieder kommen mir die Tränen. Ich kann gar nicht sagen warum, ich bin einfach berührt, gerührt. Mein Sitzplatz ist so weit an der Bühne, dass ich die Mimik der Musiker beobachten kann. Unglaublich… Sechs Geigen und alle spielen das gleiche Stück, aber keiner spielt es gleich. Eine Geigerin schaut sehr konzentriert, fast streng in ihre Noten, ganz vereinzelt huscht ein Lächeln über ihr Gesicht. Was sie wohl in diesem Moment zum Lächeln bringt? Eine Geigerin scheint völlig versonnen in die Musik. Sie ist ganz versunken und wiegt ihren Oberkörper hin und her. Eine weitere Geigerin sitzt das ganze Konzert kerzengerade. Keine Bewegung ist sichtbar, außer die des Geigenbogens. Als das Stück „Blitz und Donner“ gespielt wird, spiegelt sich das Gewitter in den Augenbrauen und der Kinnpartie des Kontrabassspielers wieder. Interessant! Bei manchen Stücken greift meine Sitznachbarin, die geschätzt um die 70 Jahre alt ist, immer mal wieder nach der Hand ihres Mannes und wippt zum Takt mit. Welche Erinnerungen werden durch die Musik geweckt, an was denkt sie? Ihr Mann drückt ihre Hand. Musik verbindet. Ich fühle mich beglückt nach diesem besonderen Event, in das ich nur gegangen bin, weil meine Tochter ihren Auftritt hatte und durch das ich aber so bereichert wurde. Wunderschöne Musik und die Kapelle hat das gleiche Stück gespielt, aber nicht auf die gleiche Art und Weise. Heute bin ich für diese zwei außergewöhnlichen Stunden sehr dankbar!

Und was habe ich in der Pause gemacht? Richtig: gelesen.
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Vertrautheit&Verbundenheit

Das neue Jahr ist schon 6 Tage alt und ich wünsche jedem von euch ein Jahr in dem ihr euch selbst besser kennenlernt, die Dinge an euch feiert, mit denen ihr an euch gut zurecht kommt und die Dinge bejaht, die ihr an euch gerne verändert sehen würdet. Mir hilft dabei mit offenen Augen durch meinen Alltag zu gehen und festzuhalten für was ich dankbar bin. Nicht nur äußere Umstände, sondern auch innere Prozesse oder veränderte Sichtweisen.

Für dieses Jahr trage ich einen großen Kalender mit mir herum, in der Hoffnung möglichst wenig zu vergessen. Ihr wisst, es bleibt meine Lebens-Challange Dankesmomente festzuhalten, aber hin und wieder ändere ich meine Methode. Dieses Jahr möchte ich auf der rechten Seite die leere Spalte bis zum Ende der Woche gefüllt haben mit den Dingen, die mir ganz unmittelbar in meinem Alltag wichtig sind, für die ich dankbar bin. Heute stehen zwei für mich wichtige Momente darin:

Verbundenheit und Vertrautheit: Denn heute hatten wir einen wunderbaren Tag mit Freunden. Ausgiebiges Frühstück, Kutschenfahrt und viele Gespräche. Dieses wunderschöne Gefühl mit Menschen unterwegs zu sein, denen man sich verbunden fühlt und mit denen man über Jahre eine Vertrautheit aufbauen durfte, ist einer der größten Privilegien, die ich in meinem Leben genieße. Keine Masken, keine Selbstdarstellung, vertraut, echt. Dafür bin ich dankbar!

Denn dieses Echtsein-dürfen, verändert immer wieder meinen Blick auf meine Schwächen. Unsere Schwächen machen uns zwar verletzlich, aber auch nahbar. Wir sitzen zusammen und haben dieses besondere Gefühl hier in einem geschützten Umfeld zu sein, in diesem kann ich über meine Schwächen, Begrenzungen und Unsicherheiten sprechen und es öffnet sich der Raum für Nähe und Vertrauen. Ich weiß nicht, ob wir diese Intensität miteinander hätten, wenn wir alle immer super „Wir-haben-alles-im-Griff“ Stimmungen austauschen würden. Ich glaube, dass Schwächen Nähe schaffen und ich bin dankbar, dass ich sie zugeben kann, dass ich diesen Raum von Vertrautheit und Verbundenheit durch meine vielen Schwachstellen kennenlernen durfte und darf. Und für diese Sichtweise bin ich heute dankbar!

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bis zum nächsten Jahr

Ganz liebe Grüße zu Weihnachten schreibe ich euch und beende das diesjährige bloggen heute. Danke ihr Lieben, die ihr still mitgelesen habt, danke ihr, die einen like oder ein Kommentar auf einen meiner Beiträge da gelassen habt.

„Peace is a person, not a place.“

Das ist mein Grund Weihnachten zu feieren. Und so wünsche ich euch ein schönes Weihnachtsfest und ein gesegnetes Jahr 2020. Ich weiß, es klingt so abgedroschen. Aber Segen, so habe ich mal in einer Predigt gehört ist: das Anliegen, den Menschen, die Situation, das Jahr in den Machtbereich Gottes zu stellen. Und da sind wir, meiner Meinung nach, gut aufgehoben.

Mit ganz lieben Grüßen Lissy

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bewahrt

Heute haben wir einen Verwandtschaftsbesuch gemacht. Das ist immer mit dem Zurücklegen von Kilometern via Auto verbunden. Wir sind bewahrt wieder Zuhause. Ist es nicht fast schon seltsam, dass mir diese Bewahrung oft gar nicht so bewusst ist? Diese Form eines Dankesmomentes? Denn als ich mich vor gar nicht allzu langer Zeit ins Auto gesetzt habe, zeigte es an, dass es in 3000 km zum Service gebracht werden muss. Jetzt sind es noch 1000 km. Bedeutet in der Zeit haben wir Besuche gemacht, waren einkaufen, haben Leute abgeholt oder heim gebracht, in den Kindergarten gefahren, bei Vorträgen gewesen, eine Hochzeit… All das mit unserem Auto. Immer bewahrt. Heute bin ich dafür dankbar!

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Vorweihnachtszeit

Die Vorweihnachtszeit ist echt eine Lieblingszeit für mich. Und Besinnlichkeit kein Wort, sondern ein Miniritual – dank meiner Freundin und der Designerin und Inhaberin Tabea Siegel von www.himmelimherzen.de Denn zu Beginn der Adventszeit bekam ich einen Adventskalender. Nicht mit teuren Geschenken, Süßigkeiten oder ähnlichem, sondern mit Bibelversen. Ich sitze nicht stundenlang und sinne über die Verse nach, sondern öffnen morgens das Türchen und gehe mit abgedrucktem Vers durch den Tag. Abends nehme ich mir dann ein paar Minuten Zeit und schreibe die Gedanken dazu auf, die mir über den Tag gekommen sind. Es ist nicht nicht nur das Design, welches ich so schön finde, sondern auch, dass die ausgewählten Verse Gott in den Mittelpunkt stellen. In fast jedem wird eine Eigenschaft, ein Charakterzug verdeutlicht. Es erinnert mich, dass sie Vorweihnachtszeit mir hilft mich auf Gott zu besinnen, nicht auf das, was die Industrie, der Konsum und meine vielen unerfüllten Wünsche aus diesem Fest machen. Heute bin ich dankbar für diesen wunderschönen Adventskalender, für meine Freundin, die ihn mir geschenkt hat und Frau Siegel. Ich finde es so bewundernswert, wenn Menschen ihre Ideen in die Tat umsetzen! So schöne Ideen, so schön ungesetzt!

Heutiger Vers: ~Ja, bei Gott, dem Höchsten hast du Heimat gefunden.~Ps.91.9

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WeihnachtsDankesListe

Ich habe mich sehr auf die Weihnachtszeit gefreut, weil hinter dem ersten „Türchen“ der Adventskalender meiner drei Mädels wieder die Weihnachstdankesliste zum Vorschein kam. Gemeinsam sammeln wir nun Abend für Abend die Dankesmomente ihres Tages. Als ich vorhin in die Küche kam, merkte ich, dass wie heute noch gar nichts aufgeschrieben haben. Das ist natürlich nicht schlimm. Aber es ist schon interessant, dass es herausfordernd ist ein neues gutes Ritual einzuüben. Ich mag diese Dankesliste sehr. Sie lässt zwischen all den Wünschen nach Besinnlichkeit und Geschenken, nach Schnee und Weihnachtsstimmung, Raum für das was schon da ist. Auf das was ich nicht warten muss, sondern, was es jetzt hier heute schon in meinem Alltag und Leben Schönes gibt. Ich wünsche mir, meinen Töchtern diesen Blick mitzugeben und hoffe, dass die DankesListe nachhaltige Auswirkungen hat…

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Vielfalt trifft auf Vielfalt

Es gibt Dinge die sind zwar anstrengend, aber man macht sie so gerne, dass die Anstrengung überhaupt nicht im Vordergrund steht. Deshalb spüre ich erst jetzt meine Finger, die langsam wieder warm werden und meine Beine, die sich auf mein Bett freuen. Denn heute war endlich der Adventsmarkt, auf dem wir als Gemeinde (Kirche) viele schöne Dinge verkauft haben.

Und es war so faszinierend, was viele Hände in den letzten Wochen hervorgebracht haben. Es haben drei unterschiedliche Frauen kleine Krimskrams Täschchen genäht. Drei unterschiedliche Stile, drei unterschiedliche Geschmäcker und alle drei Sorten wurden verkauft, weil auch die Kunden ganz unterschiedliche Dinge mögen. Deshalb ist Vergleichen so unnötig. Das wurde mir wieder einmal so deutlich an diesem schönen Tag.

Meine Dankbarkeit gilt Gott, der Menschen auf so unterschiedliche Weise begabt hat und meiner Freundin, die in der Vorbereitung so herrlich unkompliziert war und allen wunderbaren fleißigen Händen, die vor Wochen schon genäht, gebastelt, gebacken haben. Fazit des Tages: Weihnachtsplätzchen sind am beliebtesten und vergleichen ist unnötig, weil Vielfalt auf vielfältige Menschen trifft!

Dankbar für einen wunderschönen Tag!!!

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von To-do-Listen und Dankeslisten

Dass der November ein sehr voller Monat werden würde, an Terminen und To-do`s, wusste ich. Deshalb bin ich über meine momentan so vollen Tage nicht überrascht. Und ich wäre so gerne ein Mensch, der sich sonntags regelmäßig hinsetzt und die kommenden Aufgaben säuberlich auf eine Liste notiert und von Zeit zu Zeit Haken an die unterschiedlichsten Erledigungen setzt. Ich übe noch, bin aber noch nicht so weit. Stattdessen ergeben sich meine Listen fast immer, wenn ich montags und dienstags zu meinen Patienten fahre und an der Ampel mir einfällt: Stimmt, da muss ich noch anrufen, das muss ich noch besorgen, mit der Person muss ich das noch für den Abend klären usw. Dann greife ich in meine Tasche und fördere irgendein Schmierpapier hervor – eine Notiz von einer Kollegin, auf der noch etwas Platz ist, ein alter Briefumschlag… – und nach meiner Schicht habe ich einen guten Überblick über das was ansteht. Gestern greife ich wieder in meine Tasche um eine Liste zu beginnen und entdecke eine Dankesliste auf einem alten Briefumschlag. Während einer Schicht habe ich Dankesmomente gesammelt, keine To-do-Liste geschrieben. Das hat mir so gefallen, vor allem, weil ich mich gar nicht daran erinnern konnte und keiner der Momente waren mir mehr bewusst. Aber es war unheimlich schön sie zu lesen und sich zu erinnern, irgendwie ermutigend, irgendwie tröstlich… Heute bin ich für diese Liste sehr dankbar!

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{6} Stille ist reizarm

Es gibt immer wieder Zeiten in denen ich fordernd in die Stille gehe. Mit einem unruhigen Herzen, mit lärmenden Fragen, mit unerhörten Gebeten. Ich wünsche mir eine tiefgreifende Erfahrung, das Reden Gottes und ein intensives Gefühl, das bleibt und mir den Rest des Tages vermittelt: es hat sich gelohnt früh aufzustehen, die Investition war eine gute, die Überwindung richtig.

Aber die Stille ist still. Es scheint nicht das Interesse Gottes darin zu liegen, dass er durch sein eindeutiges Reden mein unruhiges Herz beruhigt, meine lärmenden Fragen klärt und mein unerhörtes Gebet beantwortet. Es scheint viel mehr so zu sein, dass ich in der Stille nichts erlebe und in diesem nichts Erleben das Vertrauen wächst, dass Gott da ist. Die Reizarmut der Stille Gottes als Antwort. Kein neuer Reiz durch einen neuen intensiven Gedanken, der mich zum Nachdenken bringt. Kein neuer Reiz durch sein Reden und ich mich immer wieder frage: War das jetzt ein Gedanke Gottes? Soll ich ihn weiter verfolgen? Oder war das mein Wunschdenken? Stille fängt mein Herz, meine Fragen, meine Gebete auf. Und über die Jahre ist mir dieser Gedanke ans Herz gewachsen, der die Stille wertschätzt, weil sie still ist. Weil sie die Unruhe aushält und nicht beurteilt. Weil ich spüre, dass ich hier sein darf – mit unruhigem Herzen, lärmenden Fragen und meiner Enttäuschung darüber, dass manches Gebet nicht so beantwortet wurde, wie ich es mir erhofft hatte. Die Stille wird ein Zufluchtsort an dem ich nicht mit vorschnellen Antworten ruhig gestellt werde, sondern wo ich mit allem was ich bin sein darf. Darum schätze ich die Stille und ihre Reizarmut: Ich komme fordernd in die Stille und Gott fängt mich auf, nicht immer spürbar, aber es wächst das Vertrauen von mir zu ihm – ein stilles Vertrauen, dass von einer tiefen Gewissheit getragen wird – gewachsen in der Stille: Gott ist da.

Morgenstimmung vor ein paar Wochen.
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Bella-Stella oder Beobachtungen aus dem Alltag

Meine Tochter kommt mit einer kleinen süßen Schnecke aus dem Kindergarten. Die Schnecke heißt Bella-Stella, isst gerne Kleeblätter und hat ab jetzt ein neues Zuhause bei uns. In ihrem Zimmer sitzt meine Jüngste und beobachtet, wie die Schnecke aus ihrem Haus kommt und sich vorsichtig fortbewegt, sehr langsam. Sie erklimmt den Fingernagel meiner Tochter, die begeistert kommentiert: „Schau mal, Mama, wie sehr Bella-Stella mich mag. Sie möchte ganz nah bei mir sein und gar nicht mehr weg.“ Dass das Verhalten der Schnecke instinktiv ist, ist für mein Mädchen überhaupt nicht wichtig, sondern stimmt sie den ganzen Tag immer wieder froh. (Mittlerweile ist die Schnecke wieder zurück in der Natur.)

Im Spätdienst fahre ich in einer 30er Zone und nehme jemandem die Vorfahrt. Aus Versehen, ich war in Gedanken, die Situation überhaupt nicht gefährlich, aber der Mann hinter dem Lenker auf 180. Seine Gestik und Mimik verrät sehr deutlich, dass er mein Fehlverhalten sehr persönlich nimmt und ich bin froh, dass ich ihn durch die Fensterscheiben nicht verstehen kann. Mir ist es extrem unangenehm! Ich denke noch lange immer wieder daran. Dass es mir leid tut, dass er sich so über mich aufgeregt hat. Das Bedürfnis mich erklären zu wollen, obwohl ich den Mann überhaupt nicht kenne und absolut nicht wieder erkennen würde, wenn ich ihn beschreiben sollte. Das, was mir und uns Negatives widerfährt nehme ich/wir sehr persönlich, denken darüber nach, machen es zu unserem Thema…

Ich glaube, Dankbarkeit ist für mich: das Schöne was in meinem Alltag da ist, was ich wahrnehme, woran ich nicht achtlos vorbei laufen möchte, persönlich zu nehmen. Diese Kleinigkeiten bereiten mir Freude, sie machen mich dankbar, sie lösen etwas in mir aus und meinen mich. Vielleicht meint Jesus auch das, wenn er zu uns sagt, dass wir glauben sollen wie die Kinder. Wie meine keine Tochter… das Verhalten der Schnecke stimmte sie froh, mich stimmen die vielen kleinen Augenblicke meines Alltages froh, weil sie mir das Gefühl vermitteln, beschenkt zu sein! Dankbarkeit ist: das Schöne persönlich zu nehmen…

Wie viele kleine Geschenke mitten im Alltag.
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Wochenenddankesmomente

Freitag

Die Veranstalterin ruft mich an, als ich gerade losfahre zu meinem Vortrag. Bei ihnen liege Schnee. Bei uns sind es 12 °C, ich kann mir das gar nicht vorstellen und bin die ganze Autofahrt extrem angespannt. Denn ich liebe Schnee, aber nur dann, wenn ich nicht fahren muss. Ich komme knapp, aber unversehrt an. Und spüre wieder einmal mehr die Dankbarkeit darüber, wenn kein Unfall passiert ist.

Nach dem Vortrag setzt sich eine Frau zu mir. Seit 5 Jahren trägt sie Krebs in sich. Keine Chance auf Heilung (aus medizinischer Sicht), aber sie erzählt und wirkt fröhlich. Ich frage sie wie das geht. Sie hat ihre Kämpfe, erklärt sie mir, innerlich mit Gott ist sie am Ringen. Aber sie sei an einem Scheideweg gestanden, Frust und Klage oder das Leben. Für das Leben habe sie sich entschieden. So ist sie dankbar für jeden Tag, obwohl sie weiß, dass sich ihr Gesundheitszustand von heute auf morgen verändern kann. Sie fasziniert mich und ich höre ihr lange zu. Denn in ihr erkenne ich auf was ich hoffe, dass es eine Möglichkeit gibt mit Leid umzugehen – mutig, lebensbejaend und vertrauensvoll. „Ohne meine enge Beziehung zu Gott wäre das nicht möglich.“ Die Frage an Gott, aber gleichzeitig dieses tiefe verbunden sein mit ihm, spricht aus ihrem Leben. Ich bin sehr dankbar für diese wunderbare Frau!

Die Nacht bin ich Gast bei der Veranstalterin, da ich am nächsten Morgen noch einen anderen Vortrag an einem anderen Ort habe. Als ich aus dem Bad in mein Gästezimmer gehe, erhasche ich einen Blick durch die Glastüre ins Wohnzimmer. Ich sehe das Ehepaar nicht, nur ihre sockigen Füße, die gemeinsam auf einem Hocker nebeneinander ruhen. Der Anblick rührt mich. Die beiden haben vier Kinder großgezogen, mittlerweile 3 Enkelkinder, haben ein Haus gebaut und so manches in all den Ehejahren bewältigt. Warum gehen gerade in dieser Lebensphase Ehen auseinander? Dann, wenn man schon so viele gemeinsame Erinnerungen gesammelt hat, dann, wenn man abends die Füße miteinander hochlegen kann, wenn Vertrautheit wachsen konnte? Ich bin dankbar für dieses Ehepaar, für diesen kurzen Augenblick, weil er mir Mut macht! Vertrautheit bedeutet noch lange nicht Langeweile und gemeinsame Rituale noch lange nicht Stillstand. Ich möchte die verschiedenen Phasen meiner Ehe bewusst wertschätzen, heute und Zukunft. Für diesen Gedanken bin ich dankbar.

Samstag

Mein Navi führt mich durch die seltsamsten Orte an mein Zielpunkt. Ich fahre durch Landschaften, die mir ein Stück von der Schönheit und Größe Gottes zeigen. Ich kann nicht anders, wenn mich Natur berührt ist Gott so spürbar, so gegenwärtig, so intensiv. Wunderschöne raue abwechselnde Landschaftsbilder, die tiefen Eindruck bei mir hinterlassen. Dafür bin ich sehr dankbar!

Der Vortrag „Vom Glauben und Zweifeln“ fordert mich besonders heraus. Ich finde ihn wichtig und gleichzeitig werde ich so verletzlich, wenn ich von meinen Zweifeln spreche. Eine Frau sucht nach dem Vortrag das Gespräch: durch einen schweren Verlust leidet sie viele Jahre an ihren Zweifeln, weiß nicht, ob sie sich Gott wieder nähern kann. Langsam verändert sich wieder etwas in ihr, so erzählt sie. Ich bin so dankbar, dass Gott keine vorschnellen Urteile fällt, dass er geduldig ist. Da wo Menschen vielleicht sagen: „Jetzt mach schon, es ist doch schon Zeit vergangen“, sagt Gott: „Feiern hat seine Zeit, wie auch das Trauern.“ Ich möchte wirklich vorsichtig sein! Wie schnell habe ich einen urteilenden Gedanken, glaube eine Meinung haben zu müssen oder meine, was für mich wichtig ist, ist auch für alle anderen richtig. Gott hat die Geduld Wege zu gehen mit Menschen und ihren unterschiedlichen Geschichten. Das Erleben der Frau mit den schönen großen Augen erinnert mich wieder daran und macht mich hoffnungsvoll. Dafür bin ich sehr dankbar.

Momente haben oftmals keine Ahnung wie wichtig sie zuweilen sind. (Autor unbekannt)
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Sonntagmorgen

Die Mädels überqueren mit ihrem Vater die Straße auf dem Weg zum Gottesdienst. Es ist Sonntag, es ist morgens und ich laufe etwas schneller um auf ihre Höhe zu gelangen. Ein kurzer Plausch, weil beide Mädchen eine Brille haben und ich sie schon seit Babytagen kenne, sodass ich nachfrage und sie erzählen mir von ihren Augen. Ich sage ihnen, dass ich mich darauf freue älter zu werden und auch irgendwann eine Brille tragen zu können, weil ich das so stylisch finde. Da schaltet sich der Papa ein und erklärt mir, dass Brille tragen nicht direkt eine Privileg ist und durchaus Nachteile hat. Wir lachen zusammen. Am Eingang werde ich von einer Mitarbeiterin begrüßt, die freundlich jedem die Hand gibt, Freunden und Fremden. Das Foyer ist voller Menschen und die meisten Garderobehaken schon belegt. An der Treppe treffe ich das junge Pärchen, sie haben sich vor ein paar Jahren im Jugenkreis verliebt, dann verlobt, geheiratet und werden bald Eltern. Ich freue mich so mit ihnen und über die beiden. Im Gottesdienstsaal setzte ich mich in eine noch leere Reihe und höre auf das Stimmengewirr. Ist es nicht wunderschön, wie viel Menschen sich sonntagmorgens schon etwas zu erzählen haben? Ist es nicht schön zu wissen, dass ich sie nicht alle kenne, aber uns verbindet, dass Gott uns alle kennt, jeden Einzelnen im Blick hat, Namen für ihn nicht nur Buchstaben, sondern Geschichten bedeutet? Heute werden wir gemeinsam Gottesdienst feiern und dabei nicht immer einer Meinung sein, aber ich versuche respektvoll anzuerkennen, dass Gott seinen Weg mit jedem Menschen geht – auch wenn es so ein ganz anderer Weg ist… Die Klavierspielerin greift in die Tasten und ich komme in den Genuss einen Menschen zu erleben, für den Musik eine Gabe ist, die er Gott zur Verfügung stellt und die so viel Freude dabei ausstrahlt. Martin Schleske sagt: „Musik ist in Klang gegossene Gebete.“ Heute durfte ich wieder Zeuge davon sein. Es kommt die Kindersegnung und ich liebe diese Tradition, die uns als Gemeinde (Kirche) inne halten lässt: Hier hat ein neuer Mensch diese Erde betreten. Wir wollen ihn wahrnehmen, wertschätzen und willkommen heißen und nicht gleichgültig hinnehmen, das zu 7,7 Milliarden Menschen (Stand: Juli 2019) einfach noch einer dazu gekommen ist. Nein, wir halten inne und segnen die Kinder und ihre Eltern. Nach dem Gottesdienst treffen wir uns zum Mittagessen in den unteren Räumen. So schön, dass Mitarbeiter, die alle unter der Woche berufstätig sind, die Möglichkeit von Gemeinschaft schaffen. Wie es in einem Kinderbuch heißt: „…dann wird auch die Seele satt.“ Ein paar kleine Augenblicke eines Gottesdienstes an einem Sonntagmorgen… Für mich sehr wertvoll zum Beginn einer neuen Woche! Dafür bin ich heute dankbar!

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mangelnde Disziplin und Haushalt

Es sind viele Ideen auf Pinterest zu finden, wie man in der Familie die Aufgaben im Haushalt auf alle Schultern verteilen kann. Dazu gibt es Listen, die nett aussehen und die ausgedruckt werden können. DIY Ideen mit Fotos, sodass jedes Kind sieht welche Aufgabe wann zu erledigen ist. Dazu gibt es Blogbeiträge, Artikel und auch Bücher, die mir als Mama erklären warum es wichtig ist, dass Kinder regelmäßig im Haushalt helfen. Ich sehe das alles auch so und habe verschiedene Tafeln und Listen gebastelt, nachdem ich mir überlegt habe, welche Tochter was tun könnte. Tja, was soll ich sagen. Zwei Tage war ich hoch motiviert und dann verstaubten Tafeln und Listen.

Mir fehlt es an Disziplin. Wisst ihr, es gibt Sachen, die finde ich wirklich wichtig! Zum Beispiel Zähne putzen, Hausaufgaben und dass die Schuhe im Treppenhaus nicht wild durcheinander fahren. Diese Dinge in meiner Familie umzusetzen kostet mich Kraft. Ich schaffe es einfach nicht sie auch noch dazu zu bringen die Spülmachiene auszuräumen, die Treppe zu fegen oder was auch immer. Ich schaff es nicht diese Aufgaben auch noch zu kontrollieren und mache sie lieber schnell selber. Ich bin froh, wenn ich mich selber zur Hausarbeit motivieren kann, das nun auch noch bei meinen Töchtern zu bewerkstelligen, bekomme ich seit Jahren irgendwie nicht hin.

Ich habe deshalb oft ein schlechtes Gewissen, weil es pädagogisch so wichtig ist usw.

Gestern früh musste ich das Treppenhaus putzen, bevor das Bestattungsinstitut unter uns aufmacht. Das ganze Wochenende konnte ich mich nicht aufraffen, obwohl es schon Freitag auf meinem Plan stand. Gleichzeitig hatten meine Mädels voll Hunger und wollten frühstücken. Ich bat meine Große den Tisch zu decken. Ohne Einwände machte sie sich ans Werk. Als ich vom Putzen zurück kam war der Tisch gedeckt, einschließlich aller Lebensmittel und weil sie dann noch Zeit hatte, hat sie für alle Milchschaum gemacht, bei mir war auch noch Kaffee darunter. Ich habe ihr das nie bewusst beigebracht, aber es hat mich so dankbar gemacht, dass sie das kann. Als sie mir heute etwas erzählt hat und ich währenddessen die Wäsche auf den Wäscheständer verteilte, nahm sie ohne, dass ich etwas sagte, im Erzählen die trockene Wäsche ab. Sie legte sie so zusammen, wie ich das immer mache, nur, dass ich ihr das noch nie bewusst gezeigt habe.

Ich halte heute dankbar fest, dass sie scheinbar auch lernt, wenn ich ihr die Dinge nicht bewusst zeige und dass meine Schwäche der mangelnden Disziplin vielleicht nicht so schlimme Auswirkungen hat, wie ich manchmal befürchte. Heute bin ich dankbar für die Unterstützung meiner Tochter!

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dufte

Für meine Nase kann ich nichts, dass sie die Fähigkeit hat Gerüche wahrzunehmen, einzufangen, zu genießen. Aber ich schätze dieses Sinnesorgan sehr. Überhaupt nicht aufgrund seiner äußeren Erscheinungsform: Die Erscheinung ist für mich nicht so wichtig, sondern ihre Fähigkeit ist für mich entscheidend. Parfums, Duftkerzen, Duschgele…all das kann ich sehr genießen. Aber der beste und schönste Duft und eine der ersten Dankesmomente am Morgen ist, wenn ich das Fenster öffne und die frische Herbstluft meine Nase erreicht. Frisch und nussig, irgendwie aromatisch, kaum zu beschreiben und dennoch verrät sie, dass die Bäume ihre Blätter lassen, dass Nebel über den Straßen hängt und dass es immer kälter wird. Ich bin dankbar, dass ich Luft riechen kann, wunderbare Herbstluft. Eine Selbstverständlichkeit? Nein, einer der ersten Dankesmomente des beginnenden Tages.

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gerührt

Im Foyer warte ich auf meine Tochter. Natürlich lesend. Und trotzdem bin ich auch Beobachterin. Denn es betreten Kindergartenkinder den Raum und setzen sich mit ihren Erzieherinnen auf die freien Stühle. Der schrille Gong ertönt und auf den Treppen herrscht lautes und emsiges Treiben. Jeder Schüler rennt zu seinem Schulbus – vor manchen liegt eine 10minütige Fahrt, andere werden ein einhalb Stunden unterwegs sein. Ein Kindergartenkind nach dem anderen wird im Foyer von den unterschiedlichen Fahrern abgeholt. Und dann passiert es wieder: mir kommen die Tränen vor Rührung. Bevor ich Kinder hatte kannte ich dieses Phänomen nicht. Man weint nicht, weil man traurig oder froh ist, sondern weil man gerührt ist, irgendetwas beginnt in der Seele zu schwingen und lässt die Tränen laufen. Alle Kinder auf dieser Schule und im Kindergarten haben eine Hörproblematik, die einen organisch, die anderen kognitiv. Aber alle kommen in einer Regelschule nicht zurecht, brauchen eine besondere Form des Unterrichts und es wird ihr Leben lang Thema sein. Ich bin gerührt und dankbar, dass es diese Form der Unterstützung gibt. Sonderpädagogen, Fördermittel, CIs und Hörgeräte, Gebärdensprache und Schulbusse. Es ist schön in einem Land zu leben, das darauf Rücksicht nimmt. Vielleicht ist eine Schwäche nur so lange eine Schwäche bis wir einen Umgang mit ihr finden. Ich bin dankbar, dass es diese Form des Unterrichts gibt, Unterstützung und Beratung.

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