Vorweihnachtszeit

Die Vorweihnachtszeit ist echt eine Lieblingszeit für mich. Und Besinnlichkeit kein Wort, sondern ein Miniritual – dank meiner Freundin und der Designerin und Inhaberin Tabea Siegel von www.himmelimherzen.de Denn zu Beginn der Adventszeit bekam ich einen Adventskalender. Nicht mit teuren Geschenken, Süßigkeiten oder ähnlichem, sondern mit Bibelversen. Ich sitze nicht stundenlang und sinne über die Verse nach, sondern öffnen morgens das Türchen und gehe mit abgedrucktem Vers durch den Tag. Abends nehme ich mir dann ein paar Minuten Zeit und schreibe die Gedanken dazu auf, die mir über den Tag gekommen sind. Es ist nicht nicht nur das Design, welches ich so schön finde, sondern auch, dass die ausgewählten Verse Gott in den Mittelpunkt stellen. In fast jedem wird eine Eigenschaft, ein Charakterzug verdeutlicht. Es erinnert mich, dass sie Vorweihnachtszeit mir hilft mich auf Gott zu besinnen, nicht auf das, was die Industrie, der Konsum und meine vielen unerfüllten Wünsche aus diesem Fest machen. Heute bin ich dankbar für diesen wunderschönen Adventskalender, für meine Freundin, die ihn mir geschenkt hat und Frau Siegel. Ich finde es so bewundernswert, wenn Menschen ihre Ideen in die Tat umsetzen! So schöne Ideen, so schön ungesetzt!

Heutiger Vers: ~Ja, bei Gott, dem Höchsten hast du Heimat gefunden.~Ps.91.9

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WeihnachtsDankesListe

Ich habe mich sehr auf die Weihnachtszeit gefreut, weil hinter dem ersten „Türchen“ der Adventskalender meiner drei Mädels wieder die Weihnachstdankesliste zum Vorschein kam. Gemeinsam sammeln wir nun Abend für Abend die Dankesmomente ihres Tages. Als ich vorhin in die Küche kam, merkte ich, dass wie heute noch gar nichts aufgeschrieben haben. Das ist natürlich nicht schlimm. Aber es ist schon interessant, dass es herausfordernd ist ein neues gutes Ritual einzuüben. Ich mag diese Dankesliste sehr. Sie lässt zwischen all den Wünschen nach Besinnlichkeit und Geschenken, nach Schnee und Weihnachtsstimmung, Raum für das was schon da ist. Auf das was ich nicht warten muss, sondern, was es jetzt hier heute schon in meinem Alltag und Leben Schönes gibt. Ich wünsche mir, meinen Töchtern diesen Blick mitzugeben und hoffe, dass die DankesListe nachhaltige Auswirkungen hat…

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Vielfalt trifft auf Vielfalt

Es gibt Dinge die sind zwar anstrengend, aber man macht sie so gerne, dass die Anstrengung überhaupt nicht im Vordergrund steht. Deshalb spüre ich erst jetzt meine Finger, die langsam wieder warm werden und meine Beine, die sich auf mein Bett freuen. Denn heute war endlich der Adventsmarkt, auf dem wir als Gemeinde (Kirche) viele schöne Dinge verkauft haben.

Und es war so faszinierend, was viele Hände in den letzten Wochen hervorgebracht haben. Es haben drei unterschiedliche Frauen kleine Krimskrams Täschchen genäht. Drei unterschiedliche Stile, drei unterschiedliche Geschmäcker und alle drei Sorten wurden verkauft, weil auch die Kunden ganz unterschiedliche Dinge mögen. Deshalb ist Vergleichen so unnötig. Das wurde mir wieder einmal so deutlich an diesem schönen Tag.

Meine Dankbarkeit gilt Gott, der Menschen auf so unterschiedliche Weise begabt hat und meiner Freundin, die in der Vorbereitung so herrlich unkompliziert war und allen wunderbaren fleißigen Händen, die vor Wochen schon genäht, gebastelt, gebacken haben. Fazit des Tages: Weihnachtsplätzchen sind am beliebtesten und vergleichen ist unnötig, weil Vielfalt auf vielfältige Menschen trifft!

Dankbar für einen wunderschönen Tag!!!

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von To-do-Listen und Dankeslisten

Dass der November ein sehr voller Monat werden würde, an Terminen und To-do`s, wusste ich. Deshalb bin ich über meine momentan so vollen Tage nicht überrascht. Und ich wäre so gerne ein Mensch, der sich sonntags regelmäßig hinsetzt und die kommenden Aufgaben säuberlich auf eine Liste notiert und von Zeit zu Zeit Haken an die unterschiedlichsten Erledigungen setzt. Ich übe noch, bin aber noch nicht so weit. Stattdessen ergeben sich meine Listen fast immer, wenn ich montags und dienstags zu meinen Patienten fahre und an der Ampel mir einfällt: Stimmt, da muss ich noch anrufen, das muss ich noch besorgen, mit der Person muss ich das noch für den Abend klären usw. Dann greife ich in meine Tasche und fördere irgendein Schmierpapier hervor – eine Notiz von einer Kollegin, auf der noch etwas Platz ist, ein alter Briefumschlag… – und nach meiner Schicht habe ich einen guten Überblick über das was ansteht. Gestern greife ich wieder in meine Tasche um eine Liste zu beginnen und entdecke eine Dankesliste auf einem alten Briefumschlag. Während einer Schicht habe ich Dankesmomente gesammelt, keine To-do-Liste geschrieben. Das hat mir so gefallen, vor allem, weil ich mich gar nicht daran erinnern konnte und keiner der Momente waren mir mehr bewusst. Aber es war unheimlich schön sie zu lesen und sich zu erinnern, irgendwie ermutigend, irgendwie tröstlich… Heute bin ich für diese Liste sehr dankbar!

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{6} Stille ist reizarm

Es gibt immer wieder Zeiten in denen ich fordernd in die Stille gehe. Mit einem unruhigen Herzen, mit lärmenden Fragen, mit unerhörten Gebeten. Ich wünsche mir eine tiefgreifende Erfahrung, das Reden Gottes und ein intensives Gefühl, das bleibt und mir den Rest des Tages vermittelt: es hat sich gelohnt früh aufzustehen, die Investition war eine gute, die Überwindung richtig.

Aber die Stille ist still. Es scheint nicht das Interesse Gottes darin zu liegen, dass er durch sein eindeutiges Reden mein unruhiges Herz beruhigt, meine lärmenden Fragen klärt und mein unerhörtes Gebet beantwortet. Es scheint viel mehr so zu sein, dass ich in der Stille nichts erlebe und in diesem nichts Erleben das Vertrauen wächst, dass Gott da ist. Die Reizarmut der Stille Gottes als Antwort. Kein neuer Reiz durch einen neuen intensiven Gedanken, der mich zum Nachdenken bringt. Kein neuer Reiz durch sein Reden und ich mich immer wieder frage: War das jetzt ein Gedanke Gottes? Soll ich ihn weiter verfolgen? Oder war das mein Wunschdenken? Stille fängt mein Herz, meine Fragen, meine Gebete auf. Und über die Jahre ist mir dieser Gedanke ans Herz gewachsen, der die Stille wertschätzt, weil sie still ist. Weil sie die Unruhe aushält und nicht beurteilt. Weil ich spüre, dass ich hier sein darf – mit unruhigem Herzen, lärmenden Fragen und meiner Enttäuschung darüber, dass manches Gebet nicht so beantwortet wurde, wie ich es mir erhofft hatte. Die Stille wird ein Zufluchtsort an dem ich nicht mit vorschnellen Antworten ruhig gestellt werde, sondern wo ich mit allem was ich bin sein darf. Darum schätze ich die Stille und ihre Reizarmut: Ich komme fordernd in die Stille und Gott fängt mich auf, nicht immer spürbar, aber es wächst das Vertrauen von mir zu ihm – ein stilles Vertrauen, dass von einer tiefen Gewissheit getragen wird – gewachsen in der Stille: Gott ist da.

Morgenstimmung vor ein paar Wochen.
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Bella-Stella oder Beobachtungen aus dem Alltag

Meine Tochter kommt mit einer kleinen süßen Schnecke aus dem Kindergarten. Die Schnecke heißt Bella-Stella, isst gerne Kleeblätter und hat ab jetzt ein neues Zuhause bei uns. In ihrem Zimmer sitzt meine Jüngste und beobachtet, wie die Schnecke aus ihrem Haus kommt und sich vorsichtig fortbewegt, sehr langsam. Sie erklimmt den Fingernagel meiner Tochter, die begeistert kommentiert: „Schau mal, Mama, wie sehr Bella-Stella mich mag. Sie möchte ganz nah bei mir sein und gar nicht mehr weg.“ Dass das Verhalten der Schnecke instinktiv ist, ist für mein Mädchen überhaupt nicht wichtig, sondern stimmt sie den ganzen Tag immer wieder froh. (Mittlerweile ist die Schnecke wieder zurück in der Natur.)

Im Spätdienst fahre ich in einer 30er Zone und nehme jemandem die Vorfahrt. Aus Versehen, ich war in Gedanken, die Situation überhaupt nicht gefährlich, aber der Mann hinter dem Lenker auf 180. Seine Gestik und Mimik verrät sehr deutlich, dass er mein Fehlverhalten sehr persönlich nimmt und ich bin froh, dass ich ihn durch die Fensterscheiben nicht verstehen kann. Mir ist es extrem unangenehm! Ich denke noch lange immer wieder daran. Dass es mir leid tut, dass er sich so über mich aufgeregt hat. Das Bedürfnis mich erklären zu wollen, obwohl ich den Mann überhaupt nicht kenne und absolut nicht wieder erkennen würde, wenn ich ihn beschreiben sollte. Das, was mir und uns Negatives widerfährt nehme ich/wir sehr persönlich, denken darüber nach, machen es zu unserem Thema…

Ich glaube, Dankbarkeit ist für mich: das Schöne was in meinem Alltag da ist, was ich wahrnehme, woran ich nicht achtlos vorbei laufen möchte, persönlich zu nehmen. Diese Kleinigkeiten bereiten mir Freude, sie machen mich dankbar, sie lösen etwas in mir aus und meinen mich. Vielleicht meint Jesus auch das, wenn er zu uns sagt, dass wir glauben sollen wie die Kinder. Wie meine keine Tochter… das Verhalten der Schnecke stimmte sie froh, mich stimmen die vielen kleinen Augenblicke meines Alltages froh, weil sie mir das Gefühl vermitteln, beschenkt zu sein! Dankbarkeit ist: das Schöne persönlich zu nehmen…

Wie viele kleine Geschenke mitten im Alltag.
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Wochenenddankesmomente

Freitag

Die Veranstalterin ruft mich an, als ich gerade losfahre zu meinem Vortrag. Bei ihnen liege Schnee. Bei uns sind es 12 °C, ich kann mir das gar nicht vorstellen und bin die ganze Autofahrt extrem angespannt. Denn ich liebe Schnee, aber nur dann, wenn ich nicht fahren muss. Ich komme knapp, aber unversehrt an. Und spüre wieder einmal mehr die Dankbarkeit darüber, wenn kein Unfall passiert ist.

Nach dem Vortrag setzt sich eine Frau zu mir. Seit 5 Jahren trägt sie Krebs in sich. Keine Chance auf Heilung (aus medizinischer Sicht), aber sie erzählt und wirkt fröhlich. Ich frage sie wie das geht. Sie hat ihre Kämpfe, erklärt sie mir, innerlich mit Gott ist sie am Ringen. Aber sie sei an einem Scheideweg gestanden, Frust und Klage oder das Leben. Für das Leben habe sie sich entschieden. So ist sie dankbar für jeden Tag, obwohl sie weiß, dass sich ihr Gesundheitszustand von heute auf morgen verändern kann. Sie fasziniert mich und ich höre ihr lange zu. Denn in ihr erkenne ich auf was ich hoffe, dass es eine Möglichkeit gibt mit Leid umzugehen – mutig, lebensbejaend und vertrauensvoll. „Ohne meine enge Beziehung zu Gott wäre das nicht möglich.“ Die Frage an Gott, aber gleichzeitig dieses tiefe verbunden sein mit ihm, spricht aus ihrem Leben. Ich bin sehr dankbar für diese wunderbare Frau!

Die Nacht bin ich Gast bei der Veranstalterin, da ich am nächsten Morgen noch einen anderen Vortrag an einem anderen Ort habe. Als ich aus dem Bad in mein Gästezimmer gehe, erhasche ich einen Blick durch die Glastüre ins Wohnzimmer. Ich sehe das Ehepaar nicht, nur ihre sockigen Füße, die gemeinsam auf einem Hocker nebeneinander ruhen. Der Anblick rührt mich. Die beiden haben vier Kinder großgezogen, mittlerweile 3 Enkelkinder, haben ein Haus gebaut und so manches in all den Ehejahren bewältigt. Warum gehen gerade in dieser Lebensphase Ehen auseinander? Dann, wenn man schon so viele gemeinsame Erinnerungen gesammelt hat, dann, wenn man abends die Füße miteinander hochlegen kann, wenn Vertrautheit wachsen konnte? Ich bin dankbar für dieses Ehepaar, für diesen kurzen Augenblick, weil er mir Mut macht! Vertrautheit bedeutet noch lange nicht Langeweile und gemeinsame Rituale noch lange nicht Stillstand. Ich möchte die verschiedenen Phasen meiner Ehe bewusst wertschätzen, heute und Zukunft. Für diesen Gedanken bin ich dankbar.

Samstag

Mein Navi führt mich durch die seltsamsten Orte an mein Zielpunkt. Ich fahre durch Landschaften, die mir ein Stück von der Schönheit und Größe Gottes zeigen. Ich kann nicht anders, wenn mich Natur berührt ist Gott so spürbar, so gegenwärtig, so intensiv. Wunderschöne raue abwechselnde Landschaftsbilder, die tiefen Eindruck bei mir hinterlassen. Dafür bin ich sehr dankbar!

Der Vortrag „Vom Glauben und Zweifeln“ fordert mich besonders heraus. Ich finde ihn wichtig und gleichzeitig werde ich so verletzlich, wenn ich von meinen Zweifeln spreche. Eine Frau sucht nach dem Vortrag das Gespräch: durch einen schweren Verlust leidet sie viele Jahre an ihren Zweifeln, weiß nicht, ob sie sich Gott wieder nähern kann. Langsam verändert sich wieder etwas in ihr, so erzählt sie. Ich bin so dankbar, dass Gott keine vorschnellen Urteile fällt, dass er geduldig ist. Da wo Menschen vielleicht sagen: „Jetzt mach schon, es ist doch schon Zeit vergangen“, sagt Gott: „Feiern hat seine Zeit, wie auch das Trauern.“ Ich möchte wirklich vorsichtig sein! Wie schnell habe ich einen urteilenden Gedanken, glaube eine Meinung haben zu müssen oder meine, was für mich wichtig ist, ist auch für alle anderen richtig. Gott hat die Geduld Wege zu gehen mit Menschen und ihren unterschiedlichen Geschichten. Das Erleben der Frau mit den schönen großen Augen erinnert mich wieder daran und macht mich hoffnungsvoll. Dafür bin ich sehr dankbar.

Momente haben oftmals keine Ahnung wie wichtig sie zuweilen sind. (Autor unbekannt)
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Sonntagmorgen

Die Mädels überqueren mit ihrem Vater die Straße auf dem Weg zum Gottesdienst. Es ist Sonntag, es ist morgens und ich laufe etwas schneller um auf ihre Höhe zu gelangen. Ein kurzer Plausch, weil beide Mädchen eine Brille haben und ich sie schon seit Babytagen kenne, sodass ich nachfrage und sie erzählen mir von ihren Augen. Ich sage ihnen, dass ich mich darauf freue älter zu werden und auch irgendwann eine Brille tragen zu können, weil ich das so stylisch finde. Da schaltet sich der Papa ein und erklärt mir, dass Brille tragen nicht direkt eine Privileg ist und durchaus Nachteile hat. Wir lachen zusammen. Am Eingang werde ich von einer Mitarbeiterin begrüßt, die freundlich jedem die Hand gibt, Freunden und Fremden. Das Foyer ist voller Menschen und die meisten Garderobehaken schon belegt. An der Treppe treffe ich das junge Pärchen, sie haben sich vor ein paar Jahren im Jugenkreis verliebt, dann verlobt, geheiratet und werden bald Eltern. Ich freue mich so mit ihnen und über die beiden. Im Gottesdienstsaal setzte ich mich in eine noch leere Reihe und höre auf das Stimmengewirr. Ist es nicht wunderschön, wie viel Menschen sich sonntagmorgens schon etwas zu erzählen haben? Ist es nicht schön zu wissen, dass ich sie nicht alle kenne, aber uns verbindet, dass Gott uns alle kennt, jeden Einzelnen im Blick hat, Namen für ihn nicht nur Buchstaben, sondern Geschichten bedeutet? Heute werden wir gemeinsam Gottesdienst feiern und dabei nicht immer einer Meinung sein, aber ich versuche respektvoll anzuerkennen, dass Gott seinen Weg mit jedem Menschen geht – auch wenn es so ein ganz anderer Weg ist… Die Klavierspielerin greift in die Tasten und ich komme in den Genuss einen Menschen zu erleben, für den Musik eine Gabe ist, die er Gott zur Verfügung stellt und die so viel Freude dabei ausstrahlt. Martin Schleske sagt: „Musik ist in Klang gegossene Gebete.“ Heute durfte ich wieder Zeuge davon sein. Es kommt die Kindersegnung und ich liebe diese Tradition, die uns als Gemeinde (Kirche) inne halten lässt: Hier hat ein neuer Mensch diese Erde betreten. Wir wollen ihn wahrnehmen, wertschätzen und willkommen heißen und nicht gleichgültig hinnehmen, das zu 7,7 Milliarden Menschen (Stand: Juli 2019) einfach noch einer dazu gekommen ist. Nein, wir halten inne und segnen die Kinder und ihre Eltern. Nach dem Gottesdienst treffen wir uns zum Mittagessen in den unteren Räumen. So schön, dass Mitarbeiter, die alle unter der Woche berufstätig sind, die Möglichkeit von Gemeinschaft schaffen. Wie es in einem Kinderbuch heißt: „…dann wird auch die Seele satt.“ Ein paar kleine Augenblicke eines Gottesdienstes an einem Sonntagmorgen… Für mich sehr wertvoll zum Beginn einer neuen Woche! Dafür bin ich heute dankbar!

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mangelnde Disziplin und Haushalt

Es sind viele Ideen auf Pinterest zu finden, wie man in der Familie die Aufgaben im Haushalt auf alle Schultern verteilen kann. Dazu gibt es Listen, die nett aussehen und die ausgedruckt werden können. DIY Ideen mit Fotos, sodass jedes Kind sieht welche Aufgabe wann zu erledigen ist. Dazu gibt es Blogbeiträge, Artikel und auch Bücher, die mir als Mama erklären warum es wichtig ist, dass Kinder regelmäßig im Haushalt helfen. Ich sehe das alles auch so und habe verschiedene Tafeln und Listen gebastelt, nachdem ich mir überlegt habe, welche Tochter was tun könnte. Tja, was soll ich sagen. Zwei Tage war ich hoch motiviert und dann verstaubten Tafeln und Listen.

Mir fehlt es an Disziplin. Wisst ihr, es gibt Sachen, die finde ich wirklich wichtig! Zum Beispiel Zähne putzen, Hausaufgaben und dass die Schuhe im Treppenhaus nicht wild durcheinander fahren. Diese Dinge in meiner Familie umzusetzen kostet mich Kraft. Ich schaffe es einfach nicht sie auch noch dazu zu bringen die Spülmachiene auszuräumen, die Treppe zu fegen oder was auch immer. Ich schaff es nicht diese Aufgaben auch noch zu kontrollieren und mache sie lieber schnell selber. Ich bin froh, wenn ich mich selber zur Hausarbeit motivieren kann, das nun auch noch bei meinen Töchtern zu bewerkstelligen, bekomme ich seit Jahren irgendwie nicht hin.

Ich habe deshalb oft ein schlechtes Gewissen, weil es pädagogisch so wichtig ist usw.

Gestern früh musste ich das Treppenhaus putzen, bevor das Bestattungsinstitut unter uns aufmacht. Das ganze Wochenende konnte ich mich nicht aufraffen, obwohl es schon Freitag auf meinem Plan stand. Gleichzeitig hatten meine Mädels voll Hunger und wollten frühstücken. Ich bat meine Große den Tisch zu decken. Ohne Einwände machte sie sich ans Werk. Als ich vom Putzen zurück kam war der Tisch gedeckt, einschließlich aller Lebensmittel und weil sie dann noch Zeit hatte, hat sie für alle Milchschaum gemacht, bei mir war auch noch Kaffee darunter. Ich habe ihr das nie bewusst beigebracht, aber es hat mich so dankbar gemacht, dass sie das kann. Als sie mir heute etwas erzählt hat und ich währenddessen die Wäsche auf den Wäscheständer verteilte, nahm sie ohne, dass ich etwas sagte, im Erzählen die trockene Wäsche ab. Sie legte sie so zusammen, wie ich das immer mache, nur, dass ich ihr das noch nie bewusst gezeigt habe.

Ich halte heute dankbar fest, dass sie scheinbar auch lernt, wenn ich ihr die Dinge nicht bewusst zeige und dass meine Schwäche der mangelnden Disziplin vielleicht nicht so schlimme Auswirkungen hat, wie ich manchmal befürchte. Heute bin ich dankbar für die Unterstützung meiner Tochter!

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dufte

Für meine Nase kann ich nichts, dass sie die Fähigkeit hat Gerüche wahrzunehmen, einzufangen, zu genießen. Aber ich schätze dieses Sinnesorgan sehr. Überhaupt nicht aufgrund seiner äußeren Erscheinungsform: Die Erscheinung ist für mich nicht so wichtig, sondern ihre Fähigkeit ist für mich entscheidend. Parfums, Duftkerzen, Duschgele…all das kann ich sehr genießen. Aber der beste und schönste Duft und eine der ersten Dankesmomente am Morgen ist, wenn ich das Fenster öffne und die frische Herbstluft meine Nase erreicht. Frisch und nussig, irgendwie aromatisch, kaum zu beschreiben und dennoch verrät sie, dass die Bäume ihre Blätter lassen, dass Nebel über den Straßen hängt und dass es immer kälter wird. Ich bin dankbar, dass ich Luft riechen kann, wunderbare Herbstluft. Eine Selbstverständlichkeit? Nein, einer der ersten Dankesmomente des beginnenden Tages.

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gerührt

Im Foyer warte ich auf meine Tochter. Natürlich lesend. Und trotzdem bin ich auch Beobachterin. Denn es betreten Kindergartenkinder den Raum und setzen sich mit ihren Erzieherinnen auf die freien Stühle. Der schrille Gong ertönt und auf den Treppen herrscht lautes und emsiges Treiben. Jeder Schüler rennt zu seinem Schulbus – vor manchen liegt eine 10minütige Fahrt, andere werden ein einhalb Stunden unterwegs sein. Ein Kindergartenkind nach dem anderen wird im Foyer von den unterschiedlichen Fahrern abgeholt. Und dann passiert es wieder: mir kommen die Tränen vor Rührung. Bevor ich Kinder hatte kannte ich dieses Phänomen nicht. Man weint nicht, weil man traurig oder froh ist, sondern weil man gerührt ist, irgendetwas beginnt in der Seele zu schwingen und lässt die Tränen laufen. Alle Kinder auf dieser Schule und im Kindergarten haben eine Hörproblematik, die einen organisch, die anderen kognitiv. Aber alle kommen in einer Regelschule nicht zurecht, brauchen eine besondere Form des Unterrichts und es wird ihr Leben lang Thema sein. Ich bin gerührt und dankbar, dass es diese Form der Unterstützung gibt. Sonderpädagogen, Fördermittel, CIs und Hörgeräte, Gebärdensprache und Schulbusse. Es ist schön in einem Land zu leben, das darauf Rücksicht nimmt. Vielleicht ist eine Schwäche nur so lange eine Schwäche bis wir einen Umgang mit ihr finden. Ich bin dankbar, dass es diese Form des Unterrichts gibt, Unterstützung und Beratung.

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einfach besonders

So lange habe ich in Vorfreude auf das Wochenende gewartet und schon ist es wieder vorbei. Aber es war voller Dankesmomente:

Ein Interview auf youtube macht mich aufmerksam, ich kaufe ihre Autobiographie, habe die Möglichkeit ein Theaterstück von ihr anzusehen und bin betroffen, nachdenklich, ermutigt und voller Erwartungen: denn Eva-Maria Admiral kommt ein ganzes Wochenende zu uns in die Gemeinde (Kirche) um Theater zu spielen, ein storytelling Workshop zu geben, über ihren Lebensweg zu sprechen und zu predigen. Ich bin so gespannt auf die Frau, die so fröhlich wirkt und doch so viel Schweres erlebt hat. Drei besondere Dankesmomente möchte ich gerne mit euch teilen:

Ich bin so dankbar für den Storytelling Workshop, für die Menschen, die daran teilgenommen haben. Wir waren so unterschiedlich wie wir da saßen und uns in zwei Minuten eine Geschichte aus unserem Leben erzählen sollten. Ich dachte, dafür braucht man ein Talent, geschliffene Worte, eine schöne Gestik… Nein, im Grunde braucht man nur sein Gefühl und die Offenheit es mit den Zuhörern zu teilen. Ich wage zu behaupten, dass ich jede Geschichte zum Gesicht der Person zuordnen könnte, auch wenn ich ihren Namen nicht mehr weiß, einfach, weil sie mich als Zuhörer getroffen haben, mal unterhaltsam, tiefgründig, nachdenklich, aber auch schmerzhaftes kam darin vor. Und ich sitze und staune über unterschiedliche Lebensgeschichten und fühle mich dankbar bereichert nach diesem Workshop. Nicht nur, weil Eva-Maria Admiral Impulse und Lehrinhalte vermittelt hat, sondern weil mir mal wieder bewusst wurde, das jeder Mensch Geschichten in sich trägt, die es wert sind erzählt zu werden. Einige davon durfte ich hören. Dafür bin ich sehr dankbar!

Das Interview am Abend macht mich nachdenklich. Eva-Maria Admiral erzählt ihren Lebensweg. Und es bleibt in mir die Faszination über Gott zurück. Während ich in der Gefahr stehe ständig über richtig oder falsch nachzudenken, sehe ich in ihrem Lebensweg einen Gott, der Wege mit Menschen geht. Der Fragen, Zweifel, Umwege aushält. Der die Größe hat persönlich zu werden. Manches trifft mich hart, fast schon etwas schockierend von ihrer Aussage, aber habe ich ihre Kindheit erleben müssen? Bin ich in ihren Schuhen gelaufen? Was für ein wunderbarer Gott, der unser Werden wertschätzt und nicht nur ein starres Ziel für unser Leben zum Maßstab setzt. Eva-Maria ist und bleibt ein Mensch, der mich nachdenklich macht und durch ihre Geschichte auf eines immer wieder aufmerksam macht: Hoffnung. Dafür bin ich sehr dankbar!

Und dann ist da an dem ganzen Wochenende diese Atmosphäre. Freundliche Mitarbeiter, die einen an der Tür begrüßen, Snacks und Getränke, die wunderschön arrangiert sind. Räume, die in warmes Licht getaucht sind. Schöne Dekoration, die mein Auge wahrnimmt. Es ist auch immer bei einem solchen Event das Drumherum, das den eigentlichen Inhalt transportiert. „Herzlich willkommen, schön, dass Du da bist.“ Das kam zum Ausdruck in all den ungesehen Dingen, die im Hintergrund gelaufen sind, die eine solch schöne Veranstaltung möglich machen. Und ich bin wieder einmal so dankbar für all die, die sich schon im Vorfeld Gedanken gemacht haben, Telefonate geführt, whats app Nachrichten hin und her, für alle fleißigen Hände, die aufgebaut, abgebaut, vorbereitet, abgespült, aufgeräumt haben. So viele wunderbare Menschen, so dankbar dafür!

Es war ein besonderes Wochenende, mit einer besonderen Frau in besonderer Atmosphäre. Dafür bin ich heute sehr dankbar!!!

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gewöhnliche Wiederholung

Es ist früh, ich muss zum Frühdienst und ich liebe meine Gewohnheiten, die immer wieder gleichen Abfolgen am Morgen. Denn so früh am Morgen kann ich noch nicht produktiv denken. Und da ist es wieder: dass das Gewöhnliche zum Dankesmoment wird. Weil es mir den Start in den Tag erleichtert, weil ich an alles denke ohne bewusst denken zu müssen, weil Gewohnheiten ein Gefühl von Sicherheit geben: das vertraute Plätschern des kalten Wasser, das mir den Übergang in den „Wachmodus“ erleichtert, das vertraute Geräusch, wenn ich den Kaffee aufbrühe, das Klicken der schließenden Brotdosen. Wie schreibt es Peter Härtig in einem Satz, den ich so schön finde, in seinem letzten Buch, Der Gedankenspieler: „Er akzeptierte angekommen zu sein. Gewärmt von der Wiederholung.“ Ich akzeptiere auch im neuen Tag angekommen zu sein, gewärmt von der Wiederholung. Dafür bin ich heute dankbar!

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Von Streit und Versöhnung

Es ist früh am Morgen und meine Tochter stellt fest, dass ich etwas vergessen habe, dass für ihren heutigen Schultag wichtig gewesen wäre. Sie beschwert sich. Und ich? reagiere extrem unreflektiert. Ich spüre das innerlich, wie es sich zusammenbraut. Dieses Gefühl hier scheinbar für alles verantwortlich zu sein. Und überhaupt sie hätte mich am Tag vorher noch einmal erinnern können. Und außerdem ist es morgens und ich kann jetzt noch keine Diskussion führen und wieso ist sie eigentlich noch nicht angezogen und die Welt geht von dieser vergessenen Sache nicht unter… Nichts von dem was ich vom Stapel lasse ist hilfreich, lösungsorientiert und sachlich. Alles kommt aus meinem Bauch heraus und vermischt sich mit meinem dauernd präsenten Gefühl ganz vielem nicht gewachsen zu sein, unter anderem dem Organisieren des Alltages meiner Kinder und schafft sich an diesem Punkt ein Ventil.

Irgendwann fällt mir eine Lösung ein. Meine Tochter ist still durch meinen Ausbruch, aber beruhigt, weil dem Schultag nun nichts mehr im Weg steht. Es sind noch ein paar Minuten bis der Bus sie mitnimmt und bei mir kommt die Scham. Darüber nicht ruhiger reagiert zu haben, zu spüren, dass meine Art und Weise völlig übertrieben und nicht deeskalierend war. Und ich gehe auf sie zu und entschuldige mich. Für meinen Ton und all das andere… Wir nehmen uns in den Arm. Der Bus kommt und sie geht.

Wisst ihr, ich bin natürlich nicht dankbar für meine unreflektierte Art und auch wenn ich es mir anders wünschen würde, weiß ich, dass es nicht das letzte Mal war, dass ich so reagiert habe. Manchmal gehen sie durch meine emotionalen Pferde, bei meinen Kindern, bei meinem Mann. Aber ich bin so dankbar, dass es Entschuldigungen, Vergebung und Versöhnung gibt und das mitten im Alltag. Nicht nur im Gottesdienst, sondern hier bei uns in den eigenen vier Wänden. Ich bin dankbar, dass meine Tochter sofort wieder gut mit mir war, dass sie es mir nicht nachgetragen hat. Dankbar, dass das Eingestehen von Fehlern auch in der Mutterrolle möglich ist. Und dankbar, dass ich beten kann. Denn wenn ich Gott um eines bitte, dann, dass er die Seelen meiner Kinder bewahrt – im Streit mit mir oder ihren Freundinnen oder wem auch immer…

Mein Kalender für 2020 ist größer, in der Hoffnung nichts mehr zu vergessen.
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Freiheit unter freiem Himmel

Sonntagvormittag, die Sonne wärmt, der Himmel blau-grau, die Laune gut, die Leute nett. Ich sitze in der zweiten Reihe, während meine Töchter schaukeln und auf dem Klettergerüst herumtollen. Denn das ist das heutige Kinderprogramm am heutigen Sonntagvormittagsgottesdienst an einem öffentlichen Platz in unserer Stadt. „Gottesbegegnung am Quadrat“, während der gesamten Rems-Murr-Gartenschau gestalteten die unterschiedlichen Gemeinden und Kirchen Gottesdienste im Park. Und ich denke wieder einmal wie wunderbar ich es finde, dass ich in einem Land lebe in dem ich zu meinem Glauben öffentlich stehen darf, in dem ich meine Werte bekennen kann und Gottesdienst an einem öffentlichen Platz nicht durch Polizeigewalt oder Andersgläubigen gestört wird. Freiheit ist ein Geschenk für das ich heute sehr dankbar bin. Unter freiem Himmel Gott mit Liedern zu danken ist etwas besonders!

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ein paar Dankesmomente

Vielen lieben Dank bei all denen, die sich bei mir erkundigt haben, warum es keine Blogbeiträge in den letzten Wochen gab und ob es mir gut geht. Das finde ich so nett!!! Mir geht es gut, ich war nur schreibfaul. Tatsächlich hatte ich keine Blogpause geplant, aber durch meine mangelnde Motivation ist sie dann doch entstanden. Wobei ich, ihr wisst es, meine Dankesmomente in meinem Gedankenbuch weiter gesammelt habe… Mit was fängt man nach so einer langen Pause an? Mit ein paar Dankesmomenten des gestrigen Tages:

Meine Tochter hat ihren 11. Geburtstag mit 12 Freundinnen nachgefeiert. Unsere Wohnung ist 85qm groß. Alles hat wie geplant geklappt. Dankbar dafür! Während die zwei Hefeteige für die Pizza gehen, entdecke ich zwei Eier, die ich für den zweiten Teig schon herausgelegt hatte. Tja, da sie da noch lagen, waren sie wohl nicht im Teig. Ich habe mich nicht geärgert, sondern dachte: „Mal sehen, wie der Teig sich dann verhält.“ Ich konnte ihn nicht ausrollen und habe stattdessen Pizzateigtaler ausgestochen. War nicht super, aber auch nicht schlimm. Aber gefallen hat mir mein freundlicher Umgang mit mir selbst. Keine minderwertigen Selbstgespräche wegen Versagen usw. Dankbar dafür! Durch carsharing konnten wir mit unserem Auto und einem geliehen mit allen Mädels zur Sommerrodelbahn fahren. Dankbar dafür! Die Atmosphäre war friedlich unter den sehr unterschiedlichen Mädels. Dankbar dafür! Mit einer Mama ergab sich beim Abholen etwas Zeit zum reden. Sie ist alleinerziehend, aber das hat sie nicht davon abgehalten ein Haus zu bauen. In den Sommerferien ist sie mit ihren zwei Töchtern eingezogen. Die Böden hat sie alleine verlegt, innen alles gestrichen, genauso wie die Außenfassade. „Durch die Eigenleistung wurde es günstiger.“ Ich schaue sie ungläubig an. Was manche Menschen taff sind. Ich bewundere sie und ich liebe solche Gespräche. Dankbar dafür! Und dann war es Abend und die Kinder wieder zuhause, meine Mädels schliefen und ich lag im Bett. Wunderbare Stille. Dankbar dafür!

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„Gut!“

Heute Morgen bin ich schnell in die Stadt. Brötchen holen für meine Familie, ein Blümchen im Laden für mich und ins Kreativgeschäft. Im Blumenladen fragt mich die Verkäuferin, mit der ich immer einen netten Plausch halte, wie es uns geht. „Gut!“ antworte ich und frage mich als ich wieder draußen bin, ob ich gelogen habe. Denn eigentlich wären wir im Moment in Südfrankreich im Urlaub, nachdem wir ein paar Tage bei meiner Pflegemutter in Frankfurt verbracht hätten, um unseren Familienurlaub weit weg von zuhause zu verbringen. Tapetenwechsel… Tatsache ist, dass wir zwei Nächte in Frankfurt waren, an ihrem 11. Geburtstag meine Große auch vom Scharlach erwischt wurde und ich nur noch nach Hause wollte um meine hochfiebernde Tochter gesund zu pflegen. Ich hätte erwartet, dass es mir schlecht geht, dass der Frust groß ist darüber zuhause statt im warmen Süden zu sein. Aber ich bin selber so überrascht und führe diese ausbleibende Frustreaktion auf das Sammeln von Dankesmomenten zurück, was ich nun schon fast fünf Jahre mache. Anders kann ich mir das nicht erklären. Denn alles gute ist so präsent: Meine Tochter befindet sich auf dem Weg der Besserung und ich bin so dankbar, dass das Fieber überwunden ist; ich mag unser Zuhause und bin gerne hier; der Palettentisch, den wir im Wohnzimmer seit dem Einzug haben wollen, ist nun fast fertig, weil mein Mann Urlaub hat; mit meiner Jüngsten war ich heute in unserem Stadtpark und sie hat nicht nur im Sand gespielt, sondern mit mir die Kräuterbeete bewundert. Ich liebe es Kräuter zwischen den Fingern zu zerreiben und daran zu schnuppern; Mein Gedankenbuch war spurlos verschwunden, mein Mann hat es heute im Auto gefunden und ich bin sooo dankbar, dass ich es nicht irgendwo liegen habe lassen; Mein Verstand hat genaue Vorstellungen davon wie Urlaub sein soll und sich anfühlen muss. Meine Seele braucht erstaunlich wenig um sich zu freuen. Und ein Zitat, das ich feiere und für absolut treffend empfinde, heute in der Bücherei entdeckt:

„Wir müssen bereit sein, uns von dem Leben zu lösen, das wir geplant haben, damit wir das Leben finden, das auf uns wartet.“ Oscar Wilde

Das gilt nicht nur für das Leben, sondern in diesem Jahr auch für meine Urlaubszeit. Ich bin dankbar für viele kleine schöne Momente heute und dass die Dankbarkeit eine beständige Lehrerin ist, die immer wieder neue Überraschungen mit sich bringt. Also: Ich bin keine Lügnerin, es geht uns gut.

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ein voller Supermarkt am Samstag

Die letzte Woche lief alles andere als geplant und so stehe ich heute ungeplant im Supermarkt. Denn samstags betrete ich diese Gebäude nur im äußersten Notfall. Wie zu erwarten ist es sehr voll und obwohl viele Kassen geöffnet sind, stehe ich eine ganze Weile an und gehe am Ende dankbar aus dem Laden heraus, zurück in meinen Alltag. Eine Begegnung, die warmherzig und freundlich war, geduldig und zugewandt. Ich durfte Beobachterin sein. Denn ich stehe hinter einem älteren Herrn. Er legt in bedächtigem Tempo seine Ware auf das Kassenband. Immer wieder beugt er sich zu seiner Begleitung, fragt etwas nach, wartet auf Antwort. Er ist mit seiner Mutter da, die schätzungsweise um die 90 Jahre alt ist, weil er wie Mitte, Ende 60 wirkt. Gestützt wird sie von ihrem Rollator, doch der soll sie nicht daran hindern ihrem Sohn zu helfen, die Ware erst aus dem Wagen auf das Band und danach vom Band wieder in den Wagen zu legen. Sie meint es gut, aber in all dem wird schnell sichtbar, dass der Rollator hinderlich ist, die Kassierin flink und die Hände der Frau schon müde. Wie viele Einkäufe hat sie schon erledigt, ihre Familie versorgt und abends statt Serien geschaut, Wäsche geflickt? Wie fühlt es sich an, wenn man weniger wird, weil man schwächer wird, weil alles nicht mehr so schnell geht, weil es Menschen gut mit einem meinen, aber darin schon manche Verletzung schlummert? Ihr Sohn lässt sie, scheint die eher genervte Atmosphäre auszublenden und erledigt zusammen mit seiner Mutter ihren Einkauf. Kein genervtes: „Wenn ich das mache geht es viel schneller.“ oder „Alle warten schon.“ oder „Du stehst da echt ungünstig.“ Zwischendurch ist sie verunsichert, er beantwortet ihr in Ruhe ihre Fragen zu Produkten. Sie lächelt ihn dankbar an. Für manche mag das kitschig wirken, aber ich durfte heute gelebte Wertschätzung sehen. Ich kenne die beiden nicht, weiß nichts weiter aus ihrem Leben, aber das Beobachten dieses Sohnes im Umgang mit seiner Mutter hat mich heute sehr dankbar gemacht in einem vollen Supermarkt an einem Samstag.

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10 kleine Dinge

1.Wir haben heute die ersten roten eigenen Tomaten geerntet und verspeist. 2. Meine eine Tochter hat über mehrere Tage erbrochen. Heute geht es ihr wieder viel besser. 3. Es sind Sommerferien. 4. Durch das Mamasein lerne ich eine hohe Flexibilität, weil es immer wieder Dinge gibt, die anders laufen wie geplant. Aus diesen Alltagslektionen will ich immer wieder lernen. 5. Eine ganz liebe Freundin hat heute meine zwei gesunden Mädels mit in den Zoo genommen. 6. Ich habe einen Laptop und damit einen Zugang zu Kinderfilmen. Das sorgte heute für eine Pause. 7. In den Sommerferien will ich unbedingt mal wieder einen Roman lesen. In der Bücherei habe ich mir vier Romane ausgeliehen und drei gleich wieder zurückgebracht – sie treffen überhaupt nicht meinen Geschmack. Auf einen freue ich mich jetzt, wenn ich schlafen gehe. 8. Meine beiden Schulkinder haben mir heute etwas vorgelesen. 9. Eine Freundin per Sprachnachricht um Rat gefragt und gleich eine Antwort erhalten. Ich bin so dankbar für gute Freundinnen. 10. Einen Strauss Rosen auf dem Markt gekauft. Frische Blumen auf dem Küchentisch sorgen für viele Augenblicke dankbarer Freude und sorgen für gute Laune.

10 unbedeutende Dinge, die ihren Wert dadurch erhalten und in Erinnerung bleiben, weil ich Worte dafür finde. Viele Kleinigkeiten ergeben eine lange Liste von guten Dingen. Dafür bin ich heute dankbar.

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Feeeerieeeeen

Ja, bei uns gewittert es gerade sehr heftig und eine meiner Töchter liegt mit Fieber im Bett, meine andere Tochter stand schon um 5.30Uhr auf der Matte um sich zu erkundigen was wir heute machen und aus Langeweile gab es auch schon einen heftigen Geschwisterstreit. Das alles kann aber meine Dankbarkeit über sechs Wochen Ferien nicht schmälern. Denn sechs Wochen Ferien bedeuten bei uns sechs Wochen keine Themen von außen. Keine Elterngespräche, keine Hausaufgaben, viel weniger berufliche Themen von meinem Mann, keine Uhrzeiten einhalten, schon allein, dass ich morgens niemanden wecken muss ist einfach so erholsam. Ich werde kochen und putzen, arbeiten gehen und mit den Mädels üben, ich werde einkaufen und bügeln… Aber meine Seele erholt sich von all den Dingen, die drumherum Thema in unserem Leben sind und über die ich mir oft Gedanken mache. In sechs Wochen Ferien erholt sich meine Seele vom Druck, den ich immer wieder in meinem Alltag empfinde. Dafür bin ich heute so dankbar!!!

Ferienbegrüßungspakete für meine Familie
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