Bratapfel und Milchkaffee

Die letzten Tage war ich krank, so richtig mit Fieber, Magen-Darm-Geschichte… extrem unangenehm. Im Volksmund heißt es, dass Männer so wehleidig wären – ich gebe ganz offen zu: ich bin es auch. Vor allem die Nächte waren so schlimm, fast unerträglich. Wenn ich Fieber habe, was schon sehr lange nicht mehr der Fall war, dann fühlt sich meine Haut so total seltsam an, fast schmerzhaft. O.k., ich höre auf Details zu beschreiben, die Liste wäre lang.

Für mich gehört es dazu morgens dankend zu erwähnen, dass meine Beine über die Bettkante kommen, dass mein Herz nicht aufgehört hat zu schlagen, dass mein Kopf mir sagt, welches Datum heute ist und ich die Uhrzeit sofort anhand der Zeiger erkennen kann. Danke, dass ich gesund bin. Dass das nicht selbstverständlich ist sehe ich immer wieder. Aber: es ist meistens nicht von einem Gefühl begleitet, diese morgendliche Dankbarkeit über meine Gesundheit. Und mir ist es sehr wichtig, dass Dankbarkeit ein Gefühl sein kann, aber eben nicht muss. Dankbarkeit ist die Entscheidung, eine innere Haltung einzuüben, die die Aufmerksamkeit immer wieder auf das Gute und Selbstverständliche lenkt und diese Dinge wertschätzt. Das Gefühl ist dabei nicht ausschlaggebend, sonst würde am Ende so manchen Tages meine Dankesliste leer bleiben. Heute, als ich aufwachte, nach einer erholsamen Nacht ohne Fieber, unangenehmer Schmerzen und anderen Symptomen war es da, dieses schöne warme glückliche Gefühl der Dankbarkeit über meinen gesunden Körper. Alles ist wieder so wie es sein soll. Und ich fühle mich deshalb heute den ganzen Tag schon so dankbar. Dankbarkeit ist kein Gefühl, kann aber eines sein und fühlt sich dann so richtig gut an!!!

Nach überstandenem Magen-Darm soll man essen worauf man Lust hat, sagt der Volkmund. Für mich Bratapfel und Milchkaffee, welch ein Genuss.

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Ferienlektüre

Vor einigen Monaten kam meine Große mit dem Buch „Räuber Hotzenplotz“ aus der Schule. Der Unterrichtsstoff für die nächsten Wochen, einschließlich eines Testes. Ganz ehrlich: schon als Kind konnte ich diese Geschichte nicht leiden und habe sie auch in der Grundschule lesen müssen. Ein paar Wochen später kommt meine Mittlere mit einem Buch nach Hause. Der Unterrichtsstoff für die nächsten Wochen. Ratet mal: richtig, Räuber Hotzenplotz. Habe ich schon erwähnt, dass meine zwei Töchter auf unterschiedlichen Schulen sind? Wieso liest man dieses Buch in der Schule? Vielleicht erschließt sich mir der tiefere Sinn dieses Buches nicht. Unterhaltsam finde ich leider auch nicht. Und so wurde Räuber Hotzenplotz nach vielen Jahren noch einmal Thema, obwohl in der Zwischenzeit schon so viele neue tolle Kinderbücher geschrieben wurden. Ich verstehe das nicht.

O.k., hier schreibe ich nicht um mich zu beschweren, sondern um Dankesmomente festzuhalten und dieser kam nun zu Ferienbeginn mit meiner Mittleren in unser Haus. Ein Buch, welches sie in den Pfingstferien lesen darf – vorlesen, selber lesen, die Form ist egal, aber der Inhalt muss in zwei Wochen sitzen. Und jetzt seht euch bitte das süße Cover an und die schlichte Überschrift: „Die kleine Eule“. Ich schlage es auf und überfliege das Inhaltsverzeichnis. Kapitelüberschriften wie „Dunkelheit ist gütig“ oder „Dunkelheit ist notwendig“ oder „Dunkelheit ist herrlich“, hören sich so schön in meinen Ohren an. Und die Geschichte: eine Eule hat Angst vor der Dunkelheit und trifft verschiedene Menschen/Tiere, die die Dunkelheit lieben und der Eule erklären was ihnen die Dunkelheit bedeutet. Total schöne. Das ist ein Buch von der Schule und für die Schule das vielversprechend klingt. Und für diese Ferienlektüre bin ich heute dankbar.

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Sommer

Heute am 1.6.2019 den ersten fühlbaren Sommertag erlebt. Morgens mit den Mädels draußen in Sommerkleidchen, Jumpsuit und Sandalen. Mittags zurück in die kühle Wohnung und abends noch einmal raus. Wir haben zwar keinen Garten, aber die Remstal-Gartenschau ist, unter anderem, auch in unserer Stadt. Die Dauerkarte in meinem Geldbeutel und so spielen die Mädchen noch miteinander in dem fast leeren Park, während ich lese, mich an den vielen Blumen freue, eine frühere Kollegin treffe und einfach dankbar bin, dass sich dieser Tag so richtig schön nach Sommer, Sonne und Sonnenmilch angefühlt hat. Wunderbar!!!

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Gast oder Mitbewohner?

…und dann ist er einfach wieder da. Ein ungebetener Gast, der auf keine Einladung wartet und sich hoffentlich nicht einnistet, sondern wieder geht, nicht zum Mitbewohner wird. Immer wieder schleichen sich Zweifel in meinen Verstand, meine Seele – Glaubenszweifel, die nicht alles aber vieles in Frage stellen. Nein, ich zweifel nicht an, ob es Gott gibt. In all den Jahren hat sich mir diese Frage nie gestellt. Sondern meine Zweifel fragen, ob er es wirklich gut mit uns Menschen meint. Wie viel wir tatsächlich von seinem Charakter erahnen können und was schlicht und ergreifend mein persönliches Wunschdenken ist. Ganz viele wenn Fragen. Wenn Gott so und so wäre, dann müsste/sollte/könnte… Ja, ich weiß, die Fragen wirken wie die eines jungen Mädchen, aber vielleicht wird mein Glaube nie erwachsen. Denn wenn ich über Zweifel lese, dann oft, dass Zweifel wichtig sind, damit der Glaube aus den Kinderschuhen kommt. Manchmal wären mir Kinderschuhe echt lieber und irgendwie dachte ich mit 38 Jahren, dass mein Glauben „erwachsen“ ist. Aber da sind diese Zweifel – zermürbend, anstrengend, sich im Kreis drehende Themen.

Letztes Wochenende hatte ich einen Vortrag zum Thema Dankbarkeit. Und obwohl ich ihn schon etliche Male gehalten habe, lässt er immer wieder Neues in mir entstehen. Auf dem Heimweg habe ich mich gefragt wofür ich dankbar sein könnte in meinen Zweifeln. Gibt es Dankesgründe, wenn ich zweifel und das mit Gott so existenziell wird? Ich habe es mal probiert Dankesmomente zu finden, die meinen Zweifel betreffen…

Ich kämpfe nicht mehr. Über Jahre habe ich immer wieder dagegen angekämpft, meine Zweifel verneint, von mir weisen wollen. Das hat sich als furchtbar anstrengend erwiesen und auch unehrlich angefühlt. Ich heiße sie nicht willkommen, aber ich nehme sie wahr und ernst. Dafür bin ich dankbar!

Ich bete immer noch. Ich kann nicht aufhören damit, auch wenn ich dann sehr stark das Gefühl habe, dass es diese Beziehungsebene zwischen Gott und mir gar nicht gibt. Aber ich kann nicht anders. Ich muss meine Fragen und Anfragen und Zweifel formulieren, in Worte fassen, zum Ausdruck bringen – und weil ich laut nun mal (bis jetzt noch nicht) mit mir selbst rede, werden es Gebete. Dafür bin ich dankbar!

Ich habe Zeit. Druck ist mein größter Gegner, wenn ich mich mit etwas aus meinem Leben beschäftige. Deshalb dauern sie solange sie dauern. Bis jetzt sind sie immer irgendwann gegangen. Wobei für mich Zweifel nicht bedeutet, dass sich meine Fragen klären, sondern, dass sie mich nicht mehr so unruhig machen. Das Gegenteil von Zweifel ist bei mir nicht Nichtzweifel, sondern innere Ruhe über unbeantwortete Fragen. Und dass ich mir diese Zeit lassen kann, dafür bin ich dankbar.

Ich habe eine Freundin, die auch immer wieder an Gott zweifelt. Die wird direkt kontaktiert und war letztes Wochenende da. Vielleicht gilt geteiltes Leid ist halbes Leid auch für die Zweifel. Jedenfalls tut das Gespräch mit ihr gut, obwohl wir auf überhaupt keine tröstlichen Antworten kommen. Für diese Freundin bin ich sehr dankbar!

Vertrauen. Allerdings ist das nur Spekulation. Es ist immer wieder für mich interessant wahrzunehmen welche Lebenssituationen und Geschichten mir Menschen anvertrauen. Vielleicht, weil ich durch meine Zweifel viel weniger in richtig oder falsch denke, sondern eher hoffe, dass Gott mit meinem Gegenüber einen Weg geht, so wie er mit mir einen Weg zu gehen scheint und Perfektion dabei scheinbar nicht sein Ziel ist. Vielleicht sind es die Zweifel, die mich gnädig machen im Umgang mit mir selber und damit auch im Umgang mit anderen. Wenn es so ist, was ich nicht beweisen kann, bin ich dafür dankbar.

Meine Gedankenbücher (Tagebücher). Ich liebe sie und bin so dankbar lesen zu können, wie ich Gott in meinem Alltag erlebe, auch wenn ich es gerade gar nicht glauben kann.

Ich habe aufgehört meinen und den Glauben von anderen zu beurteilen. Natürlich sind solche Beurteilungen immer überflüssig, aber lange habe ich unbewusst Kategorien in meinem Kopf gehabt. Die sind mit der Zeit und als ich begann meinen Zweifeln zuzuhören verschwunden. Dafür bin ich dankbar!

Mein Mann. Es ist nicht nur so, dass mein Mann Christ ist, sondern auch Pastor. Er könnte ganz anders auf meine Zweifel regieren. Aber ich kann immer mit seinem Verständnis rechnen. Viele meiner Gedanken kennt er auch, aber bei ihm rufen sie keine Zweifel an Gott hervor. Vorletztes Wochenende saßen wir zusammen und er erzählte mir von einem Mann, der in seinem Land zum Glauben an Gott kam und sich dann hierher auf den Weg machte, weil der christliche Glaube in seinem Land verboten ist. Hier „kam“ er nie so richtig an. Sein Wunsch ist, zurück in sein Land zu gehen, weil er Gott nicht „gefunden“ hat. Er ist enttäuscht, frustriert und desillusioniert. Wieso begegnet Gott ihm nicht auf die Art und Weise wie der junge Mann das braucht? Das verstehe ich überhaupt nicht! Übrigens ist es nicht leicht für ihn zurück zu gehen, sein Heimatland macht es Zurückkommern echt schwer… Für meinen Mann bin ich sehr dankbar, übrigens nicht nur, wenn ich unter Zweifeln leide.

Rückzug. Das ist mein Umgang. Ruhe, keine theologischen Bücher, keine Predigten… Ich höre immer wieder in Predigten oder Artikeln von anderen, welche übernatürlichen Dinge sie mit Gott erlebt haben oder erleben. Früher habe ich ihre Berichte immer in Frage gestellt oder bin frustriert aus solchen Vorträgen in meinen Alltag zurückgekehrt. Heute glaube ich zu glauben, dass sich Gott Menschen auf unterschiedliche Art und Weise zeigt oder Dinge in ihrem Leben wirkt. Mit mir geht er Prozesse, jeden Schritt einzeln. Also brauche ich den Rückzug, weil es mich manchmal traurig macht, dass andere so viel „offensichtliches“ mit Gott erleben, während meines auch ganz schnell widerlegt werden könnte. Aber ich bin dankbar, dass ich spüre was mir gut tut und was ich getrost weglassen kann.

Routinen und Rituale. Im Zweifel halte ich mich daran fest oder halten sie mich fest? Heute Morgen in aller Frühe mit dem Kaffee auf dem Balkon und dem Vogelgezwitscher lauschen. Ganz einfach und immer schön – die Stille.

Ich halte mich an Bibelverse wie: “ Ich habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhöre.“ Und hoffe, dass Jesus genau so gnädig mit mir umgeht, wie mit anderen Menschen in der Bibel. Ich liebe alle Geschichten, die mit Unsicherheit und Zweifeln zu tun haben. Natürlich sehe und lese ich, dass Jesus immer wieder sagt: „Dein Glaube hat dir geholfen“, aber ich stimme ein in das Gebet eines Vaters in der Bibel: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben.“ Es ist mir zwar echt unangenehm, dass meine Zweifel eine weitaus weniger schwierige Ausgangssituation haben als bei diesem Mann (Markus 9,17-29). Aber trotzdem sind sie da und nicht einfach wegzureden. Für bestimmte Bibelverse bin ich sehr dankbar, auch wenn ich ganz viele Texte der Bibel nicht verstehe.

Mir geht es in diesen Zeiten nicht unbedingt schlecht. Ich weiß, dass klingt alles eher mitleidig, aber ich nehme grundsätzlich, wenn ich verunsichere, egal wann und wie eine beobachtende Position ein und frage mich, was das gerade mit mir macht, wieso es sich so anfühlt, was ich daraus lerne, welche Auslöser es gibt… Und so weiter. Auch in den Zweifeln reflektiere ich mich. Dafür bin ich dankbar.

Martin Schleske, tatsächlich ist er ein Autor, der zu allen möglichen Themen einen Gedanken hat, der mich tröstet. Genau das machen seine Bücher und Vorträge, sie trösten. Ich zitiere dankbar aus seinem Buch „Herztöne“: „Unsere Fragen bezeugen, was wir von Herzen suchen. Wie kann Gott uns lehren, wenn wir keine Fragen haben? Nur das fragende Herz ist weich. Denn die Fragen machen den inneren Menschen unsicher. Nur die Unsicherheit aber macht ihn formbar. Wie sollte der Himmel je einen festen Glauben formen? Er würde zerbrechen.“

Bin ich zweifelnde Gläubige oder glaubende Zweiflerin? Ich weiß es nicht. Aber ich kann darüber reden und nachdenken und komme immer wieder zu dem Schluss: Glaube ist und bleibt ein Geheimnis. Er ist weder mess- noch fassbar und in Worten wirklich schwer zu beschreiben. Aber mein Ziel habe ich vor Jahren in einer Zweifelzeit schriftlich formuliert und es ist mir vor Augen: „Ich will an Gott glauben.“

Dankbarkeit nimmt mir die Zweifel nicht, aber sie nimmt mich, auch in dieser Zeit, an der Hand: „Wofür und worin kannst du heute dankbar sein?“

Diese wunderschöne Pfingstrose habe ich bei meinem letzten Vortrag geschenkt bekommen. Und mehrere Knospen dazu. Sie ist mittlerweile am verblühen und die nächste Knospe geht auf. So wunderschön und tröstlich…es geht immer weiter. Etwas verblüht, etwas Neues entsteht… vielleicht auch beim Glauben und Zweifeln.

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schöne Sätze

Ich liebe schöne Sätze. Schön im Sinne von inspirierend, zum Nachdenken anregend, die in mir etwas auslösen, resonieren… Deshalb habe ich mich vor ein paar Wochen so gefreut als mein Mann nach ein paar Tagen, an denen er unterwegs war, nach Hause kam und mir ein ganz dünnes hübsches Heft mitbrachte. Es hat weiches, ganz dünnes Papier, super klein, super handlich und ist super um darin Sätze festzuhalten. Nicht die Zitate, die ich auf Pinterest pinnen kann, die von berühmten Weisheitslehrern stammen, sondern Sätze, die ich aus Büchern sammle oder in einem Artikel finde, die in einer Diskussionsrunde fallen gelassen werden oder ich in meinem Alltag aufschnappe. Heute ist es der Satz: „Beim Reisen geht es nicht darum, sich in der Welt zu bewegen, sondern von der Welt bewegt zu werden, berührt und verändert.“ von Meike Winnemuth aus dem Buch – Bin im Garten-. Oder von Martin Schleske: „Du lebst im Wollen und nicht im Wachsen! Darum kannst du dich an deinem Werdegang nicht freuen.“ Oder von einem Kollegen meines Mannes, mit dem ich über das Thema Alter ins Gespräch kam und er den Satz formulierte: „Im Alter werden die Grenzen enger. Die Kunst ist in engen Grenzen leben zu lernen.“ Das Heft passt perfekt in meine Handtasche, zwischen die Seiten eines Buches, einsatz- und griffbereit und hält all die wunderbaren Sätze fest und ich liebe es schon jetzt immer mal wieder darin zu stöbern. Es gibt so viele wunderbare Menschen mit weisen Gedanken… Dafür bin ich heute dankbar.

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kleine Welt

Meine Jüngste will heute nicht in den Kindergarten. „Heute will ich bei dir bleiben.“ Also gut, die Großen sind schon in der Schule und wir gehen es gemütlich an. Während ich mir einen zweiten Milchkaffee gönne, isst sie schon mal ihr Brot, das ich für das Kindergartenfrühstück vorbereitet habe. Dabei erzählt sie von ihren nächtlichen Träumen. Das sind ziemlich viele und alle ähneln sich dem Traum, den meine Mittlere vorhin erzählt hat. Dann verschwindet sie in ihr Zimmer. Ihre Puppe hat Geburtstag und ich bin eingeladen. Wie süß sie alles aufgebaut und geschmückt hat und wie sie die Mama-Rolle und gleichzeitig die Sprechrolle ihrer 3jährigen Bella einnimmt. Das man das als Kind so mühelos und ungeniert kann. Später fahren wir einkaufen und meine Tochter freut sich riesig, dass es Surfbretter für Kinder zu kaufen gibt. Mein Blick wandert in ihre Richtung und ich muss lachen – es sind die Bügelbretthalterungen für Ärmel, die sie als Surfbretter bezeichnet. Ich entdecke Stuhlkissen in altrosa für unsere Küche und kaufe sie, weil sie super zur Einrichtung passen.. An der Kasse gibt meine Kleinste zu bedenken, ob sich Papa auf so ein Kissen setzen wird, weil rosa keine Jungenfarbe ist. Ich frage mich immer und immer wieder wie das Bewusstsein für Geschlecht entsteht. Denn mein Mann würde nie so eine Bemerkung machen oder etwas als Mädchen oder Jungensache bezeichnen und ich auch nicht. Interessant für mich zu hören, dass das meine Tochter aber durchaus beschäftigt… Außerdem erzählen wir uns Geschichten aus den Wimmelbüchern und essen Eis am Vormittag (nur ausnahmsweise)… Manchmal, wenn ich es meiner Tochter erlaube zuhause zu bleiben stresst es mich nach kurzer Zeit, weil ich nicht zu den Sachen komme, die ich mir vorgenommen habe. Heute habe ich es richtig genossen. Die Welt versuchen mit ihren Augen zu sehen ist immer ein Blick wert… Dafür bin ich heute dankbar.

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farbenfroher Moment

Die Welt ist mir zu groß, die Überforderung der Themen so spürbar. Nöte, nicht nur aus den Nachrichten dieser Welt, hinter denen immer Menschen stehen, Schicksale, verängstigte, verletzte, besorgte Seelen – sondern auch die unmittelbaren Nöte, Dinge, die ich gerne angehen und ändern würde, die unsere Gesellschaft, unser Land betreffen. Die Auswirkungen haben auf unsere Kinder. Ich bin immer und immer wieder besorgt und überfordert und hilflos… Vielleicht liebe ich es deshalb so sehr mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, weil es meinen Gedanken wunderbare Pausen schenkt. Und die Frage im Raum steht: Warum sind Gemüsesorten eigentlich farbig? Würde es nicht ausreichen, wenn alles einfach grün oder gelb wäre und sich nur durch die äußeren Formen unterscheidet? Es ist so schön anzusehen, dieser Teil meines Mittagessens heute: Paprika, Zwiebeln, Mais und Karotten – ein buntes Farbspiel, das mir keine Antworten darauf gibt, welchen Beitrag ich leisten kann um Leid zu lindern, das mir aber einen schönen Moment schenkt, einen farbenfrohen Moment beim Kochen für meine Familie. Dafür bin ich heute dankbar.

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am schönsten

Es ist für mich ein riesen Privileg Vorträge halten zu dürfen. Immer mal wieder eingeladen zu werden um meinen Gedanken eine Stimme zu geben, sie mitzuteilen und mit anderen ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen, miteinander unterwegs zu sein… Und ich schätze sehr vieles an dieser Tätigkeit, die Menschen, die ich treffen darf, die all das vorbereiten, die schon Wochen und Monate vorher sich Gedanken machen, planen, andere suchen, die die Veranstaltung mit unterstützen und durchführen. Weil ich ein Fan von Dekorationen bin, bin ich jedes Mal gespannt, welche Deko mich erwartet, welche Materialien gebraucht werden, welche Blumen ausgewählt wurden um eine Atmosphäre des Willkommenseins zu schaffen. Ich liebe es diese vorbereiteten Räume zu betreten und bin so dankbar für die, die ein Händchen dafür haben Farben, Formen und Materialien in Szene zu setzen. Ich genieße den Augenblick vor oder nach einem Vortrag, wenn ich einfach nur im Stimmengewirr sitze. Wie ein Binenschwarm, so hört es sich oft an, wenn ein Raum voll von Frauen ist. Und ich finde es schön, dieses Klischee immer wieder neu bedient zu sehen, dass Frauen miteinander ins Gespräch kommen, sich austauschen, sich zuhören, Anteil nehmen. Ich mag auch ganz arg die Autofahrten. Ich bin schon immer gerne Auto gefahren und freue mich, dass mich diese Fahrten nicht stressen oder im Vorfeld unsicher machen. Und natürlich feiere ich jedesmal eine ganz besondere Freundin, die mir ein Navi geschenkt hat, das mich immer an den Zielort führt. Aber was ich am meisten liebe an diesem Privileg Vorträge halten zu dürfen ist die Vorbereitungszeit. Die Stunden, die ich in aller Stille am Küchentisch sitze und Dinge zusammenfasse, Gedanken in Sätze formuliere. Die vielen Alltagsbeobachtungen, um zu schauen ob eine These wirklich trägt, ob ich den Gedanken so weitergeben kann und das Geräusch, wenn der Stift über meine Karteikarten gleitet. Ich bin Papierliebhaberin und alle Vorträge landen auf Karteikarten. Richtig old school, richtig schön. Die Vorbereitung ist am schönsten und dafür bin ich heute sehr dankbar!!!!

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ein Nachmittag

Mehl und Zucker, Butter und Eier, Backpulver und Salz, Küchenmaschine und Backofen, Kuvertüre und bunte Zuckerstreusel. Ist es nicht schön all diese Zutaten einfach Zuhause zu haben um Muffins zu backen? Ich habe es genossen meiner Jüngsten und ihrer Freundin dabei zuzuschauen wie sie die Muffins mit bunten Streuseln verziert haben. Es fühlte sich so frei an, so leicht, so unbeschwert. Ich bin dankbar, dass wir nicht ums Überleben kämpfen müssen, sondern Leben gestalten dürfen. Ein paar einfache Zutaten, die aber so viel zum Ausdruck bringen – Überfluss, Freiheit, Zeit und einen unbeschwerten Nachmittag. Dafür bin ich heute sehr dankbar!

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Grün, Vögel und gute Luft

Die Osterferien sind fast vorbei. Bald hat uns der Alltag wieder und so gönne ich meinen Mädels und mir den Wald – wie so oft. Meine Freundin, deren Tochter uns heute begleitet hat, schreibt eine Nachricht, ob ich auch bei Regen gehe. Ja, jedes Wetter, jede Witterung, jede Stimmung ist im Wald besonders und erholsam.

Und dann sind wir da, tauchen ein in dieses besondere Grün des Frühlings, hören die Vögel zwitschern, genießen die Luft, beobachten Käfer und rennen herum. O.k., das Rennen überlasse ich den vier Mädels, ich lese und schaue, atme und genieße. Der Wald erdet mich. Die letzten Tage waren wieder einmal so voll mit Gedanken und Gefühlen, mit innerer Unruhe und Vergleichen… In der Gegenwart des Waldes verstummen sie. Ich werde nie wirklich in Worte fassen können was ein Besuch im Wald in mir bewirkt. Ich bin Gott dankbar für das weiche Rauschen, das entsteht, wenn der Wind durch die Baumkronen streift, freue mich an der Melodie der Vögel, an dem Lichtspiel, wenn Sonnenstrahlen durch das Blätterdach dringen… Vielen Dank für diese wundervolle Schöpfungsidee!

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{4} Stille braucht einen Zeitpunkt

Mir ist immer noch der frühe Morgen am liebsten. Aber das hat etwas mit der inneren Uhr, der Veranlagung, der persönlichen Vorliebe zu tun. Diese Unberührtheit des Tages, dieser Raum zwischen Tag und Nacht, dieses erholt sein, präsent sein. Für mich der schönste, stimmigste, leichteste Zeitpunkt um nicht nur äußerlich die Stille zu genießen, sondern auch innerlich still zu werden. Weil es da bei mir nicht das „werden“ braucht. Denn der Schlaf liegt noch nicht weit zurück und es ist noch nichts passiert zwischen dem stillen Schlaf und der Stille am Morgen. Allerdings neige auch ich dazu immer wieder den Tag weit in die Nacht hinauszudehnen und bin am Morgen zu müde um aufzustehen. Ich würde einschlafen in der Stille des Morgens.

Sich zu überlegen, den Tag zu reflektieren, die Familiensituation überdenken und zu planen: „Wann kann ich Stille einplanen?“ Unsere Tage werden diesen Zeitpunkt nicht von selbst hergeben, wir dürfen ihn uns nehmen, diesen Zeitpunkt. Denn selbst wenn gerade nichts zu erledigen wäre, ist unsere Hand fast schon ritualisiert mit dem Smartphone verknüpft und wir bewegen uns in den Netzwerken, verschicken Nachrichten, bearbeiten Fotos und fragen uns dann: Wo ist die Zeit geblieben? Sie bleibt nicht, wenn wir sie uns nicht nehmen. Wenn wir nicht inne halten und nachspüren wie lang so eine Minute doch sein kann, wenn wir durch nichts abgelenkt sind und wie wohltuend eine Minute sein kann, wenn wir durch nichts abgelenkt sind.

Gestern Abend (Sonntag) kam mein Mann zwischen zwei Terminen nach Hause und brachte unsere Mädels ins Bett. Und ich machte mich auf zu einem 15 minütigen Abendspaziergang in der Dämmerung. Das war so schön. Natürlich war die Spülmachine nicht eingeräumt, die Brotdosen für heute noch nicht bereit gestellt, nur die Butter hat es noch schnell in den Kühlschrank geschafft. Aufräumen kann ich auch noch, wenn es draußen dunkel ist. Spazierengehen nicht mehr. Und so nahm ich (das letzte Mal alleine spazieren war ich beim Bloggerevent Netzleuchten im November 2018) ich mir diese Auszeit. Sie hätte sich mir nicht angeboten, weil Arbeit und Aktivitäten so viel lauter sind als die Einladung in die Stille. Der Tag war nicht schlimm gewesen, ich hatte nichts was mich verunsichert hatte oder was unangenehm gewesen wäre. Aber hinter mir lag ein intensiver Gottesdienst mit einer herausfordernden Predigt, ein Bibeltext, der mir immer wieder ins Bewusstsein kam, ein langes Gespräch mit Freunden bei dem wir darüber redeten wie Liebe und Wahrheit zusammengehören und was das im echten Leben bedeutet… Und ich genoss die Stille (nur vom Vogelgezitscher begleitet). In meiner Seele sortierten sich unbewusst die Dinge, manch ein Gedanke wurde zum Gebet, andere kamen und gingen. Die Stille am Abend in Form eines Spazierganges hat auch etwas, passt aber gerade nicht als regelmäßiger Zeitpunkt für die Stille in meinen Alltag.

Stille ist kein weiterer Termin, der Druck machen soll, erledigt zu werden, ist kein weiterer Punkt auf der to-do-Liste. Stille ist eine Einladung mich auszuklinken und zu spüren, die Welt dreht sich auch ohne meinen Aktionismus weiter, ich verliere nicht an Wert, wenn ich mir Zeit nehme und nicht dauernd beschäftigt bin. Ich schenke meiner Seele eine Auszeit an Reizen und eine Begegnung mit dem Unsichtbaren. Denn in der Stille geschieht etwas, was ich danach in keiner Austauschrunde zum besten geben kann. Aber in der Stille passiert die Stille und dieser Zeitpunkt tut meiner Seele gut.

Welchen Zeitpunkt kannst du dir für die Stille aus deinem Alltag herausnehmen?

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Hoffnungsträger

Die Sonne scheint, wir essen Eis, die Kinder lachen während sie auf dem Trampolin hüpfen. Der junge Mann macht eine Pause, legt sich ins Gras, blickt in den Himmel mit Armen, die hinter dem Kopf verschränkt sind. Ich wundere mich immer wieder über sein Lachen, seine lustige Art, dass er unbeschwert wirkt. Denn so vieles hat er schon mitmachen müssen! Die Gewalt des Vaters, den Krieg in Syrien, die Flucht aus der Heimat in ein fremdes Land, die Unsicherheit als sie ihre Füße auf deutschen Boden setzen und der Vater in der Nacht einfach verschwindet, die Mutter allein lässt, gerade angekommen, der deutschen Sprache nicht mächtig, nachts an einem Bahnhof. Flüchtlingsheim, anderes Schulsystem, fremde Sprache, fremde Kinder, fremde Kultur. Wie viel kann eine Kinderseele tragen, wie viel aushalten, wie viel verarbeiten? Seine Mutter sitzt in einem Seminar, mit leuchtenden Augen kommt sie danach auf mich zu, umarmt mich: „Es tut so gut hier zu sein.“ Sie kann in ihrer Sprache über Glauben und Religion, Hoffnung und Vergebung, Schmerz und Verletzungen reden. Sie ist Mutter von drei Kindern und als ich das erste Mal ihre Geschichte gehört habe, überlegte ich: Wie viel kann eine Seele tragen, wie viel aushalten, wie viel verarbeiten? Diese Frau aus Syrien, die ihre Kinder so liebt, die verzweifelt und kämpft, die um Siege ringt und unter ihrem Versagen leidet, die mit einer geringen Schulbildung dieses Land betritt, sich die deutsch Sprache überwiegend selber beibringt, ihre Kinder ermutigt, jetzt ihren Führerschein macht, sie, sie ist mir Vorbild, sie ist Hoffnungsträgerin, Freundin und einfach eine fasziniernde Frau. Ich bin so dankbar für den Nachmittag mit ihnen, für ihre Geschichte, die sie mit uns teilen und die Hoffnung, die darin sichtbar ist…

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Bücher, Post und wache Nächte

Es ist nichts Neues, dass ich gerne die Geschichten und Gedanken anderer höre, dass ich dadurch dazu lerne, sich mein Horizont erweitert, meine Seele Dinge spürt, die ein anderer dann wundervoll in Worte fasst. Deshalb liebe ich Bücher, das Zuhören in einem geschützten Raum in dem nicht gleich eine Reaktion erwartet wird, sondern ich wirken lassen kann, Gedanken nachspüren… Und ich bin so dankbar, dass in der letzten Woche vier neue Bücher mit den geschriebenen Gedanken und Erfahrungen mein Haus betreten und bei mir eingezogen sind. Alle verbindet, dass sie nicht neu sind, sondern, dass ich die wunderbare Welt des Internet so nutze, dass ich die Möglichkeit habe zu schauen wer sein Buch nicht mehr braucht und es günstig verkauft. Ich weiß natürlich nicht wie Autoren das finden, aber ich könnte mein Hobby nicht in dem Ausmaß leben, wenn es keine gebrauchten Bücher gäbe. Und zwei der Bücher sind im Verlag gar nicht mehr erhältlich, sind vergriffen und keine Neuauflage geplant. Und wahrscheinlich denken viele: „Wann liest sie die denn alle?“ Mein größter Vorteil ist sicher, dass ich keinen Fernseher habe, es Netflix und andere Anbieter von Serien und Filme nicht in unser Zuhause geschafft haben. Trotzdem lese ich täglich nicht mehrere Stunden, sondern habe für mich eine Leseroutine ausgefeilt, die nur minimale Weichen stellt, aber über den langen Zeitraum ich mehr Bücher gelesen habe als ohne diese Gewohnheiten. Und ich ärgere mich nicht mehr, wenn ich nachts nicht schlafen kann, was relativ häufig vorkommt (und das schon seit ich denken kann), sondern nehme mir ein Buch, meine Leselampe und lese bis ich wieder schläfrig werde. Ich bin dankbar für begabte und weise Menschen, die ihre Gedanken nicht für sich behalten, dankbar, dass ich lesen kann, dankbar, dass es gebrauchte Bücher gibt und die Post, die sie bei mir vorbei bringt!

„Verloren unter 100 Freunden – Wie wir in der digitalen Welt seelisch verkümmern“ von Sherry Turkle

„Sabbat im Cafe – Warum jüdische Rituale mein Leben bereichern“ von Lauren F. Winner

„Die Sprache der Seele verstehen – Die Wüstenväter als Therapeuten“ von Daniel Hell

„Frauen und ihre Bücher – Das Glück zu lesen“ von Johannes Thiele

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Blumengruß

Wenn ich daran denke, dann bekommt nicht nur das Geburtstagskind sein Geschenk, sondern die Mama auch einen Blumengruß. So wie gestern: der Sohn wird sechs Jahre. Wir sind eingeladen und feiern ihn mit Muffins und Smarties mit Luftballons und Geschenken. Er soll sich geliebt und willkommen fühlen, wertgeschätzt und besonders. Und seine Mama auch. Die in den Nächten wach war als er klein war und in der Nacht aufsteht, wenn er nach ihr ruft. Die weiß, was er am liebsten isst und worauf er schon allergisch reagiert hat. Die spürt, wenn es Zeit ist ins Bett zu gehen und die Liste kennt mit all den Dingen, die er sich zum Geburtstag wünscht. Die mittlerweile ziemlich viel über Fußball weiß, obwohl es nicht ihre Lieblingssportart ist, es reicht, dass ihre Söhne sich dafür interessieren. Die man nach Kleidergöße und Schuhgröße im Schlaf fragen kann und sie auch weiß, welches Shirt er am liebsten im Moment trägt. Die sich überlegt was aus ihm einmal wird und welche Weichen sie stellen könnte, damit er einen starken Charakter entwickelt, lernt sich zu behaupten und gleichzeitig Rücksicht zu nehmen. Ich versuche an einen Blumengruß für die Mamas zu denken. Weil wir lieben und mitleiden, weil wir uns hinterfragen und versagen, weil wir uns sorgen und uns mitfreuen, weil wir Gefahren sehen und Chancen vermuten, Potential wahrnehmen und Gaben entdecken, weil wir Rückenstärkerinnen sind und Begleiterinnen und natürlich Fahrerinnen, Bodyguards, Fachfrau für Oberflächen (früher Putzfrauen) und Köchinnen. Heute bin ich dankbar für meine Freundinnen, für andere Mamas mit denen ich im Austausch bin, denn hin und wieder brauche ich einen Rat oder eine Ermutigung…

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Post ist da!

Heute habe ich mich so über Post gefreut. Ich sammle ja meine Dankesmomente in meinem Alltag und liebe diese Gewohnheit. Und ich wechsle immer wieder die Form wie ich sie sammle. Auf meinem Blog bin ich ja tatsächlich im Moment eher sporadisch unterwegs was gar keinen bestimmten Grund hat und wenn ich hier gerade wieder in die Tasten haue, dann nehme ich mir vor es wieder öfter zu tun, weil es Freude macht. Ich habe zum Sammeln von Dankesmomenten lange auch Seiten eines Notizbuches in Form von Listen gefüllt. Aber da fehlte mir manchmal so das ausformulieren des Momentes. Es war eben eine Liste. Ich hebe das Buch natürlich auf, weil vielleicht bietet sich irgendwann wieder einmal an, dass ich einfach Lust habe die Liste mit Nummern weiterzuführen und all die Dankesmomente mit Zahlen zu versehen. Aber in den letzten Monaten landen meine Dankesmomente einfach auf den Seiten meines Gedankenbuches (Tagebuches). Zwischen all den Fragen und Reflexionen blitzen immer wieder die Dankesmomente hervor. Jetzt hat mir mein lieber Ehemann einen Stempel dazu entworfen und drucken lassen. (Heißt das auch drucken lassen, wenn man einen Stempel in Auftrag gibt?) Ist das nicht total lieb?! Er ist bis Sonntag gar nicht da, aber heute kam die Post und ich sammle meine Dankesmomente zukünftig unter diesem wunderschönen Stempel. Ich freu mich so darüber. Heute bin ich dankbar für meine über viereinhalb Jahre etablierte Gewohnheit Dankesmomente schriftlich festzuhalten und über meinen Mann, der mich darin unterstützt… Ich freu mich so über diesen Stempel!!!

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verlorenes Zeitgefühl

Parkplatz suchen, Auto abstellen, zur Haustür, klingeln, Treppe hoch. Unzählige Male schon an jenem Vormittag. Mein letzter Einsatz für heute. Ich betrete die Wohnung, etwas ist anders. Ich gehe ins Zimmer des Patienten, seine Frau folgt mir. Unsicher wandert mein Blick in ihre Richtung, schätzt sie die Situation so ein wie ich, dass sich ihr Mann in der letzten Phase seines Lebens befindet? Sie ahnt es, geht zu ihm, redet leise mit ihm – von längst vergangenen Zeiten, von den gemeinsamen Kindern. Ihre Stimme ist weich, voller Liebe. Immer wieder bewegt sich seine Hand, nestelt über die Bettdecke, nicht mehr ganz bei Bewusstsein, aber immer noch suchend. Er findet Halt, denn die Hand seiner Frau ist bereit die seine in ihrer zu halten, sie hält sie fest und sie hält ihn fest. Mein Einsatz verlängert sich, aber gibt es im Angesicht des Todes ein Zeitgefühl. Meines scheint verloren zu gehen. Wir betten ihn, schauen, dass er weich liegt, polstern alles. Meine eigentliche Aufgabe kann ich nicht mehr zur vollen Zufriedenheit ausführen, der Körper konzentriert sich nur noch auf die wichtigsten Organe. Ein Mann, der aus dem Leben scheidet. Der diese Welt verlässt, seine letzte Reise angetreten ist und seine Frau, die die letzten Schritte versucht mitzugehen. Nicht der Alltag hat ihre Liebe zum Erliegen gebracht, nicht die Enttäuschung darüber im anderen nicht das Glück gefunden zu haben, nein, es ist der Tod, der sie trennen wird. So wie sie es sich vor vielen Jahren versprochen haben – bis dass der Tod euch scheidet. Vor mir liegt ein Mann in seiner ganzen Schwachheit, vom hohen Alter und Krankheit gezeichnet. Sie sieht viel mehr, erinnert sich, kennt ihn, schätzt ihn, liebt ihn. Ich habe in meiner Laufbahn als Krankenschwester schon so manchen Menschen von dieser Erde gehen sehen. Aber hier ist etwas besonders, weil die Liebe noch so spürbar ist, diese Aufrichtigkeit. Ich bin tief bewegt. In Diskussionen über die Ewigkeit oder ob es ein Leben nach dem Tod gibt bin ich schon lange nur noch Zuhörerin. Zu stolz wirken manchmal die Argumente, dass der Glaube doch nur ein billiger Trost ist, dass das alles rational nicht zu erklären ist, es keine Beweise gibt. Ob nun als billig betitelt oder nicht, für mich ist der Blick auf die Ewigkeit immer Trost – vor allem in solchen Momenten. Wer schon einmal einen Sterbenden gesehen hat, der argumentiert nicht ausschließlich mit rational stichhaltigen Argumenten und wer Beweise braucht, der ist beim Glauben sowieso falsch. Gott beweist sich nicht. Ich gehe, wir verabschieden uns. Der Hausarzt wird noch vorbei kommen, die erwachsenen Kinder sind auf dem Weg. Ich gehe zurück in meinen Alltag, nachdenklich, bedrückt, traurig und demütig. Denn es wird mir wieder einmal bewusst, dass es Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die sich weder erklären noch kontrollieren lassen. Dort bewegt sich die aufrichtige Liebe, das Mitgefühl, die Sehnsucht… „Gott wird alle ihre Tränen abwischen, und es wird keinen Tod und keine Trauer und kein Weinen und keinen Schmerz mehr geben. Denn die erste Welt mit ihrem ganzen Unheil ist für immer vergangen.“Offenbarung 21,4 Ich bin so dankbar für diesen Trost und diese Hoffnung und im alltäglichen Einerlei den Blick auf die Ewigkeit nicht aus den Augen zu verlieren.

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{3} Stille ist Nährboden

Es ist interessant zu beobachten welche Gedanken die ersten sind zu Beginn eines Tages. Ist es die Sorge vor den bevorstehenden Aufgaben, ist es die Vorfreude auf ein Ereignis, ist es der Ärger über etwas Unausgesprochenes, ist es die Mutlosigkeit beim Hören der Nachrichten?

Stille wird gefüllt durch unsere Gedanken und Gefühle, durch die ersten Informationen, die mir das Radio, der Fernseher oder das Handy mit in den Tag geben. Und diese Gedanken, Gefühle und Informationen wachsen. Sie sind der Samen, der zu Beginn des Tages gesät wird. Dann, wenn die Seele noch ganz feinfühlig und sensibel ist.

Als ich meine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht habe war einer meiner ersten Anschaffungen ein Fernseher. Die Stille am Morgen, wenn ich aufstand, am Nachmittag, wenn ich von der Arbeit nach Hause kam, am Abend, wenn ich alleine in meinem Zimmer saß, schien unerträglich zu sein. Und so lud ich Fremde in mein Zimmer ein. Stimmen, die mir schon morgens erzählten, was sich nachts ereignet hat, während ich schlief. Serien, die mir erzählten, wie Beziehungen gelebt werden können, Filme, die immer nur den Anfang einer Liebesgeschichte erzählen und nie vom tagtäglichen Einerlei. Sie prägten, hinterließen ihre Spuren in Form von Gefühlen und Gedanken in meinem Leben. Erst nach einiger Zeit fiel mir auf, dass ich diesen Stimmen sofort Gehör schenkte, wenn sich die Stille um und in mir ausbreitete.

Ich entschied mich auf der Reise mit Jesus, dass seine Worte der Samen des Tages sein sollen. Ich will seinen Worten Gehör schenken. Sie sollen in mir wachsen. Stille ist der Nährboden für Gottes Wort. Ich wünsche mir, dass seine Hoffnung in meinem Herzen Wurzeln schlägt, auch wenn vieles so unverständlich ist. An seinen Frieden will ich denken, wenn ich mich von jemandem verletzt fühle. Ich wünsche mir, dass seine Liebe in meinem Leben Früchte trägt, auch dann, wenn mir jemand unsympathisch erscheint oder wir gegensätzlicher Meinung sind. Vergebung leben, barmherzig sein, nicht als altes Wort, sondern als gelebte Wahrheit. Ich brauche die Stille, diese ersten Worte in die Stille hinein. Noch bevor mein innerer Kritiker zu Wort kommt, mein Handy mir Informationen liefert, die mich unruhig machen. Noch bevor meine to-do-Liste mit mir redet oder die Aufgaben erwartungsvoll ihre Augen auf mich richten. Sie werden alle heute noch wahrgenommen werden, aber erst dann, wenn guter Samen gesät ist, der hoffentlich wächst und gedeiht im Angesicht des Tages und unter den erschwerten Bedingungen des Lebens.

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erqicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens Willen. Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereites vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar. Psalm 23

In der Stille philosophiere und diskutiere ich nicht. Es erschließt sich mir nicht jedes Wort und mein Leben spricht oft eine andere Sprache. Aber in der Stille halte ich meine Seele Gott hin und wünsche mir, dass sein Worte tiefe Wurzeln in meinem Herzen schlagen. Stille ist Nährboden für Gottes Worte, Werte und Weisungen.

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Gebet, Mutterliebe, Waschmaschine

Gerade wollte ich im Bett meine Dankesmomente aufschreiben und dachte: heute teile ich sie mal wieder mit euch. Ich bin dankbar für…

… einen wunderschöne Gebetsspaziergang mit meiner Freundin. Sie hatte heute enorm viel zu tun und hat aber diesen Termin nicht abgesagt. Und mir geht es nach solchen Gebeten immer um so vieles besser in meinem Kopf. Es ist ein echtes Abladen von noch ungelebten Ideen, Sorgen und Bedenken, innerer Unruhe und ein sich erinnern an Hoffnung und Gottes Wirken in dieser Welt.

… als ich meine eine Tochter in einem Anfall von Mutterliebe fest an mich drücke und ihr sage wie lieb ich sie habe, grinst sie mich an und sagt: „Weiß ich doch.“ So schön, dass sie das nicht in Frage stellt.

… nach einer kurzen Teamsitzung auf der Arbeit danke ich Gott für meine Kolleginnen und meine zwei tollen Chefinnen. Mir fällt das regelmäßige Arbeiten immer noch schwer, aber diese Frauen manchen es mir durch ihre Art leichter. Ein echtes Geschenk für mich!

… meine Waschmaschine habe ich heute einer Grundreinigung unterzogen und bin wieder einmal so dankbar für die Arbeit, die sie fast täglich leistet, für Waschmittel und immer verfügbares Wasser. Es fühlt sich meistens nicht so an, aber ich bin so unglaublich reich!

… bevor ich gerade ins Bett gehen wollte, habe ich das Bett von meinem Mann und mir frisch bezogen. (Ich kann Betten beziehen nicht ausstehen und schiebe es so lange raus, bis ich dann ins Bett will. Und dann bin ich von mir genervt, weil ich es den ganzen Tag hätte machen können und es abends viel länger dauert, weil ich schon so müde bin.) Aber ich habe das Fenster geöffnet und während ich die Knöpfe der Bettdecke schließe, streift mich ein frischer Windhauch Abendluft. Schön!!!

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Überraschung

Eigentlich wollte ich heute von etwas ganz anderem schreiben. Aber als ich heute nach Hause kam von der Arbeit da erwartete mich ein Paket. Ohne Anschrift und Absender stand es in meinem Wohnzimmer. Zur Erklärung warum ich mich so über dieses Paket gefreut habe ist zum einen, dass ich wieder einmal Großzügigkeit erfahren durfte und dass ich die Marke DocMartens liebe. Diese Liebe geht schon über Jahre: Ich habe in  DocMartens geheiratet, ich arbeite in der ambulanten Pflege in DocMartens und viele Vorträge halte ich in diesen Schuhen. Die einen sind weiß, die anderen schwarz mit eingestanzten Blumenmuster, die nächsten lackschwarz. Und heute sind wieder ein paar neue DocMartens bei mir eingezogen. Nicht, weil ich sie bestellt habe, sondern, weil mich eine Blog-Leserin und Seminarbesucherin in meinen Schuhen gesehen hat und mir ein paar heute zukommen ließ. Wie und warum weiß ich nicht, aber ich freue mich riesig.

Und weil ich keine Adresse von dir habe und dir nicht persönlich schreiben kann, bedanke ich mich auf diesem Weg für diese tollen Schuhe, die passen und deine lieben Worte auf der Karte. Das war heute definitiv der schönste und intensivste Dankesmoment!!!! Vielen Dank!!!!

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