Sinnbild aus dem Alltag

Meine Mittlere Tochter kommt traurig nach Hause. Ein Junge aus ihrer Klasse hat sie geärgert. Sie erzählt, ich höre zu und tröste sie. (Er hat etwas zu ihr gesagt, nichts wo ich jetzt irgendwie eingreifen müsste.) Ich frage sie dann wie die Situation ausgegangen ist. „Meine Freundinnen haben mich getröstet,“ meint sie. Ich mache ihr Mut sich genau das zu merken. Wir reden über das was ihr etwas ausmacht, aber wir bleiben nicht dabei stehen, sondern nehmen wahr und schätzen wert wie es ausging. Es waren Menschen da, die sie getröstet haben, ihr das Gefühl gaben nicht alleine zu sein. Für den ein oder anderen mag die Schlussfolgerung, die mir dabei bewusst wurde etwas übertrieben sein, aber für mich ist sie ein Sinnbild aus dem Alltag.

Gestern habe ich meinen 38.Geburtstag gefeiert. Weil meine Eltern nicht für mich sorgen konnten haben sie mich vor 36 Jahren in ein Kinderheim gebracht, ein Jahr später kam ich dann in eine Pflegefamilie. Es ist für mich der absolute Hammer wie schwer mir das über all die Jahre fiel. Das Gefühl in dieser Welt nicht willkommen geheißen zu sein. Meine Eltern waren überfordert, haben mit meiner Geburt nicht gerechnet und ich hatte oft das Gefühl meinen Platz in dieser Welt rechtfertigen zu müssen. Und habe am meisten darunter gelitten, dass ich nicht herausragend bin, in nichts besonders, sondern eben ziemlich durchschnittlich. Über Jahrzehnte habe ich dieses Grundgefühl Gott zum Vorwurf gemacht. Schließlich wusste er in was für eine Familie ich geboren werde, er hätte das verhindern können. Ich bin so dankbar, dass ich an einen Gott glaube, der unter meinen anklagenden Gebeten nicht zusammenbricht, der sich nie genervt abgewandt hat. In den letzten Jahren hat sich dann angefangen mein Blick zu verändern und für mich ein wunderbarer Tag war der gestrige Geburtstag. Die Reise ist nicht beendet, weil ich lebe ja noch, aber sie ist versöhnt. Mein Blick geht nicht mehr dauernd darauf was Gott hätte verhindern können, sondern wie dankbar ich ihm heute für mein Leben sein kann. Es ist ein langer Prozess und ich musste mich von einem Gott verabschieden, der mich vor allem bewahrt, der mir auf alle Fragen eine Antwort gibt, der schenkt, dass es mir besser geht als Menschen, die nichts mit ihm zu tun haben wollen und dass meine äußeren Umstände nicht das Maß sind für seine Liebe zu mir. Dafür habe ich einen Gott kennen gelernt bei dem Zweifel erlaubt sind, der mir keine Vorwürfe macht und der eines schenkt: inneren Frieden. Es ist so schön nicht bei dem Schmerz stehen zu bleiben, sondern sich anzuschauen wie es weitergeht. Meine Seele findet tatsächlich Ruhe bei Gott, Sein dürfen ohne Rechtfertigung, ohne Beweise… Und er stellt mir Menschen an die Seite, die mir ganz oft das Gefühl geben in dieser Welt willkommen zu sein. Mein Mann und meine drei Mädchen und meine Freundinnen… Gott erfüllt nicht alle meine Vorstellungen und Erwartungen, aber er heilt die Seele. Und mit einer ermutigten Seele lebt es sich leichter, schöner, versöhnter. Dafür bin ich heute sehr dankbar!!! 

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von leichten Dankesmomenten und solchen, die man suchen muss

Einige habe ich von ihnen schon gesehen. Sie haben mir Dinge aus ihrem Leben erzählt ohne, dass ich den Ton ihrer Stimme dabei vernommen hätte, die Bewegung ihrer Hände, der Ausdruck in ihren Augen. Am Anfang sitze ich innerlich eingeschüchtert auf meinem Platz. Ihre Geschichten haben sie nicht nur mir erzählt, sondern auch den 13 000, die auf eine Begebenheit aus ihren Leben warten. Ich sitze mit denen in einem Raum, die ihrem Leben Worte geben und das verbindet uns. Die Liebe zum Schreiben, die Freude an Sprache, der Wunsch sich mitzuteilen, auszudrücken. Das Bloggerevent von dem ich ein Teil sein durfte hat mich so bereichert, die Seminare und Impulse, Gespräche und Gemeinschaft. Ich komme mit großer Unsicherheit und gehe motiviert, inspiriert, berührt und ermutigt. Es ist nicht schwer auf der Rückfahrt viele Dankesmomente innerlich festzuhalten.

Mein Mann holt mich kurz vor 20 Uhr vom Bahnhof mit unseren Kinder ab. Er hat abends gepredigt, sie waren mit ihm unterwegs. Meine Mittlere weint. Es dauert etwas bis ich heraus bekomme was sie traurig macht. Meine Kleine dreht sich von mir weg, weil ich zuerst meine Mittlere tröste und sie danach erst in den Arm nehme. Meine Große erzählt mir zwischen den Schluchzern meiner Mittleren und dem abgewandten Blick meiner Jüngsten, ihre Version des Wochenendes. In die Wohnung stolpern wir zu fünft. Jedes Zimmer sieht auf seine Weise kreativ bewohnt aus, so lässt sich Chaos schön umschreiben. Die Brotdosen für morgen früh fische ich noch aus den Ranzen, denn vor meinem morgigen Frühdienst werde ich sie für die Pausen füllen. Mein Mann fragt, ob alles in Ordnung ist. Ja, denke ich und sage ich und meine ich auch. Das ist meine Realität, das ist mein Leben. Mein Wochenende war so schön und daran können auch Chaos, weinende Kinder und der morgige Frühdienst nichts ändern. Ich habe mich für die Dankbarkeit entschieden, selbst wenn manche meinen ich rede mir mein Leben schön. Vielleicht mach ich das auch, aber ich liebe diese Perspektive. Ich möchte mich nicht über meinen Mann ärgern, der die Wohnung nicht aufgeräumt hat, sondern bin ihm dankbar, dass ich gehen konnte. Ich möchte nicht frustriert sein, dass meine Mittlere weint, sondern dankbar, dass eine Umarmung von mir eine große Wirkung hat. Ich will nicht genervt sein, dass ich morgen Frühdienst habe, sondern werde die Hoffnung, die diese Frauen in mein Herz gestreut haben mitnehmen zu all den Menschen, denen ich morgen begegne. Die Hoffnung, dass jede Stimme gehört wird. Und ihre Berechtigung nicht erst bekommt, wenn sie von vielen wahrgenommen wird. Gott, der geschaffen und ins Leben geliebt hat ist Hörender, ist der, der unsere Stimmen wahrnimmt. Und es nicht wichtig, ob sie leise oder laut sind, verzagt oder fordernd, mit Schliff oder ein Stottern. Bei ihm braucht es noch nicht einmal hörbare Worte… Es fühlt sich nicht alles wunderbar gerade an, aber Dankbarkeit ist für mich vor allem eine Entscheidung und kein Gefühl. Und so sammle ich all die Momente, die leicht zu finden waren von diesem Wochenende in meinem seelischen Dankestank und sammle hier Zuhause weiter, auch wenn ich erst etwas suchen muss…

Hier mit den zwei wunderbaren und inspirierenden Frauen Christine von http://www.denspatzinderhand.blogspot.com und Veronika von www.veronikasmoor.com 

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unsinnig?

„Ja, da stimme ich dir zu: unser Geruchssinn dient auch dazu, dass wir überleben und macht uns auf Gefahren aufmerksam.“ Das war eine meiner Antworten vor langer Zeit als ich im Gespräch mit jemandem war, der nicht daran glaubt, dass wir Menschen erdacht, geschaffen, geformt sind. Meine Argumente sind in solchen Situationen sehr sehr dünn, weil mich das Thema Evolution noch nie so wirklich interessiert hat. „Ja, aber vielleicht glaubst du einer Lüge,“ sagt mein Gegenüber verständnislos. „Schließlich kannst du nicht beweisen, dass wir alle erschaffen wurden und sich jemand etwas bei jedem Menschen gedacht hat.“ „Ja, aber ist das denn nicht eine wunderschöne Lüge, falls es eine ist? Denn deine Theorie kannst du doch auch nicht beweisen.“ Und in meinem Alltag gibt es immer wieder Anzeichen, kleine Besonderheiten, unscheinbare Nebenschauplätze. Zum Beispiel: der Geruchssinn. Ja, er dient zum Überleben. Das sehe ich auch so und es fasziniert mich. In der Krankenpflege finde ich das immer wieder so interessant. Im Moment versorgen wir eine große klaffende Wunde bei einer Person. Man sieht nicht in die komplette Wunde hinein, aber wenn der Verband entfernt ist riecht es nach Wunde, nach saubere Wunde. Der Geruch wäre ein anderer, wenn sie nicht gut heilen würde. Ein Mensch mit Diabetes, welches noch unentdeckt ist hat verschiedene Symptome, eines davon ist ein veränderter Mundgeruch. Ich habe eine feine Nase und viele Gerüche stressen mich, aber in der Pflege helfen sie mir und machen mich manchmal auf etwas, was ich noch nicht sehen kann, aufmerksam. Außerdem kennen wir Geschichten in denen Menschen gerettet werden konnten, weil sie ein Feuer schon gerochen haben bevor sie es entdeckten. Aber letzte Woche war ich mit meinen Mädels in einer anderen Stadt unterwegs und wir liefen über einen Markt. Bevor ich den Rosenstand sah, nahm ich schon den feinen Geruch dieser wunderschönen Blume wahr. Kann mir jemand erklären, warum eine Blume, die schon so schön aussieht auch noch duften soll? Die Biene würde die Rose zum Bestäuben auch ohne ihren Duft finden. Ist der Duft der Rose nicht unsinnig? Oder ist er einfach ein liebenswerter duftender Hinweis auf den, der sich an Schönheit erfreut und sich daran freut, wenn ich seine kleinen Anzeichen wahrnehme und dankbar mit einem Strauss Rosen nach Hause gehe, weil die Frau sie mir so super günstig verkauft hat? Ich sitze mit Gott (so fühlt sich das an) vor diesen fünf Wunderwerken und danke ihm für diese wunderschönen Blumen, für diesen feinen Geruch, den ich nur in Form der Rose mag und nicht in anderen Dingen als Zusatzstoff. Für mich ist das ein lesbares Zeichen von Liebe, Genuss und jemandem, der an mehr denkt als nur ans Überleben. Ja, ich bin sehr dankbar für meinen Geruchssinn. Ich liebe gute Düfte sehr! Bei einem meiner letzten Vorträge haben mir die Veranstalter zu meinem Honorar noch einen Douglas Gutschein dazu geschenkt. ich war so freudig überrascht, weil ich mir nach einem Jahr endlich wieder mein absolutes Lieblingsparfum kaufen konnte… Und das ist für mich totaler Genuss das morgens aufzusprühen. Ich feiere meinen Geruchssinn, nicht nur zum Überleben und für meinen Beruf, sondern auch, weil er Genuss bedeutet. Und ich feiere den, der liebevoll erdacht, geformt und geschaffen hat, die Rose und ihre Schönheit in Duft und Aussehen und meine Sinne, die sich daran erfreuen.

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ein paar Dankesmomente

Wenn ich regelmäßiger schreiben würde und wieder einen Rhythmus hätte wann ich abends meine Dankesmomente mit euch teile, dann hättet ihr am

Montag gelesen, dass ich unendlich dankbar für eine liebe Freundin war, die bei mir übernachtet hat, weil mein Mann in Rumänien ist und ich Frühdienst hatte. Als ich dann nach der Frühschicht in meine Wohnung kam war keiner da und meine Töchter hatten mir einen Zettel geschrieben, dass sie bei meiner Freundin sind und ich am Nachmittag machen soll was ich möchte. Ich habe geschlafen, gemalt, gelesen… Wunderbare Freundin, wunderbarer Montagnachmittag.

Am Dienstag hätte ich euch wieder von einer Freundin erzählt mit der ich kurz Zeit hatte zu reden und die mir einfach in ihrer Art gut tut. Ich habe das riesen Privileg mit der Mutter und der Tochter befreundet zu sein und das ist so bereichernd für alle Gespräche. Sie sind mir eine riesige Ermutigung für eine Mama-Tochter Beziehung, für die ich am Dienstag so dankbar war.

Am Mittwoch galt mein Dank dem Reis, dem Gemüse und dem Lachs und einer super leckeren Soße dazu. Meine Mädels und ich waren eingeladen und meine Freundin ist Thermomix begeistert. Das Essen war so lecker. Meine Große sagte: „Wünsch dir doch einen Thermomix.“ Nein, ich muss nicht alles haben und kann es genießen, wenn ich zu ihr zum Essen eingeladen bin. Das war echt lecker!

Am Donnerstag habe ich einen Ausflug mit meinen Mädels zu einer Veranstaltung gemacht. Da mein Mann unser Auto mit in Rumänien hat, habe ich eins bei Carsharing ausgeliehen und als wir 4 im Auto sitzen fragt meine Tochter was das für ein komischer Schaltknüppel ist. Ah, ein Automatic und ein Hybridauto. Meine Mädels werden richtig unsicher. Und ich mag das so. Denn ich bin auch unsicher und sage das auch, aber von unserer Unsicherheit lassen wir uns nicht leiten. Das hören sich meine Mädels zu jeder Gelegenheit an und da ist wieder so eine. Und wir kommen bewahrt (wobei das nicht in meinen Händen liegt) hin und zurück. Und weil der Tank dann ziemlich leer ist und dieser aber beim Abstellen zu einem viertel gefüllt sein muss, fahren wir zu einer Tankstelle und bekommen den Tankdeckel nicht auf. Ich denke, wir bieten sicher ein amüsantes Bild wie wir alle nacheinander an diesem Tankdeckel rumdrücken und ziehen… Er bleibt geschlossen. Youtube ruf ich und wir beugen uns über das Handy und freuen uns, dass es einen jungen Mann gab, der ins Internat stellt wie er den Tankdeckel seines Toyota Hybrids aufmacht. Es gibt einen Hebel im Fußraum, auf den ich in 100 Jahren nicht gekommen wäre. Meine Dankbarkeit gilt einem schönen Tag mit meinen Mädels, dass wir uns von unserer Unsicherheit haben nicht leiten lassen und dem Video bei youtube.

Und das schöne ist, weil ich mir viele Dankesmomente so bewusst mache fallen sie mir alle gleich wieder ein und obwohl es auch unangenehme Situationen in dieser Woche gab sind sie nicht vorherrschendes Lebensgefühl. Dafür bin ich dankbar. 

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tröstende Worte

Im Dankesmomente sammeln gibt es immer wieder mal Zeiten in denen sich wie eine Art Trotz in mir entwickelt. Weil ich äußere Umstände als kompliziert und nicht so wie ich es mir vorgestellt habe wahrnehme und dazu meine emotionale Lage nicht ganz ausgeglichen ist, dann will ich keine Momente festhalten für die ich dankbar bin, weil sie meine äußeren Umstände nicht verändern mit denen ich hadere. Heute komme ich an meinem Bücherregal vorbei und mein Blick fällt auf das Buch: 1000 Geschenke von Ann Voskamp. Ich unterbreche meinen Wochenendputz und weiß, die brauche ich jetzt. Die wunderschönen Worte von Ann Voskamp, die all die Gefühle und Gedanken zum Thema Dankbarkeit kennt und die mich tröstet. Ihre Worte haben mich heute wieder erinnert und ermutigt und getröstet und mir einfach gut getan. Deshalb liebe ich Bücher, Ann Voskamp werde ich nie persönlich treffen, aber ihre Worte, ihre Weisheit treffen meine Seele, ein wunderbarer Dankesmoment.

<Ist es nicht falsch, die Aufmerksamkeit des Herzens auf einen Solchen Augenblick (Dankesmoment) zu richten, während die Welt haltlos taumelt und in schier unerträglichem Leid versinkt? Ich weiß um das schreckliche Leiden der Armen, ich habe Hungernde gesehen und die Waffen des Krieges. Ich habe selbst Schmerz erlebt, aber ich weiß, dass ich mit meinem Leiden die Not der Welt nicht lindern kann. Vielmehr trage ich zum allgemeinen Elend bei, wenn ich nicht dankbar bin für das Morgenlicht, das durch die Baumkronen fällt, wenn ich mich nicht erfreue an dem schweren Duft der Rosen am Beginn des Sommers, wenn ich das Lied der Drillen in einer feuchten Nacht nicht beachte, das Rauschen der Flüsse, die Sterne am Himmel, den Regen, der fällt, und an all die unzähligen guten Gaben, die Gott uns gibt. Die Welt braucht nicht noch mehr Verzweiflung. Es wird der Welt nicht helfen, wenn ich die Freude zurückweise, wo sie doch die Kraft ist, die uns zu retten vermag. Wer sich aus Solidarität mit den Leidenden der Freude verschließt, der hilft ihnen nicht. Das Gegenteil ist der Fall. Die Tapferen, die auf all die guten und schönen Dinge achten – und seien sie auch noch so klein -, die dankbar sind und Freude im Alltag entdecken, sie sind die Botschafter der Hoffnung, die das Licht in die Welt tragen.> Ann Voskamp, 1000 Geschenke

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Ermutigung

Unser Auto ist in der Werkstatt und ich bin dankbar, dass ich den Termin für meinen heutigen Vortrag nur 4 km entfernt hatte. So konnte ich mit dem Fahrrad dorthin fahren und habe die Herbstluft, die Farben der sich verändernden Blätter und den Wind genießen können. Jetzt ist Herbst. Hinter uns liegt ein heißer wunderschöner Sommer, aber der Rhythmus der Jahreszeiten bleibt verlässlich und der Herbst zieht ein. Und was mich heute am dankbarsten macht ist die Unterhaltung mit der älteren Frau nach meinem Vortrag. Denn das Arbeiten in der ambulanten Pflege freut mich und belastet mich. So wenig Eigenreflexion und dadurch entstandene Einsamkeit, ungeklärte Beziehungen… und immer fährt bei mir die Sorge mit, dass ich so später alt werden könnte. Und diese wunderbare Frau, mit der ich nach meinem Vortrag ins Gespräch kam, zeigt mir die schöne Seite des älter werdens. Sie wird angerufen von ihrere Tochter um mit den Enkeln zu helfen, sie töpfert und in investiert in andere Menschen. Nicht alles geht mehr schnell und leicht von der Hand aber sie versucht diesen Prozess des schwächer werden anzunehmen und zu lernen damit umzugehen. Sie bleibt Lernende und formuliert abends immer wieder Gründe für die sie dankbar ist. Sie hat eine so schöne warme Ausstrahlung und nimmt mir heute die Sorge vor der Einsamkeit im Alter. Zwischen uns liegen ca. 40 Jahre, aber uns verbindet der Gedanke, dass wir vielleicht nie unsere eigenen Ideale erreichen, dass es aber trotzdem möglich ist versöhnt mit sich selbst unterwegs zu sein. Heute ist sie meine Ermutigung und dafür bin ich sehr dankbar!!!

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Atmosphäre schaffen

Atmosphäre – wenn sie stimmig und schön ist gelingt es ein Klima zu schaffen, das ohne Worte von Wertschätzung, Annahme, Willkommensein redet. So ging es mir am Donnerstag als ich als Referentin wieder einmal unterwegs war. Es gehört mit zu den schönsten Momenten: dieses Wahrnehmen, dass Frauen Frauen Gutes tun. In dem Wunsch der anderen einen Alltagsurlaub zu gönnen mit wunderschöner Herbstdeko, stimmungsvollem Licht, ein üppiges Salatbuffet… Ich sitze und genieße das. Umarmungen, freundliche Worte, Lächeln… Es ist eine wunderschöne Atmosphäre, herzlich, freundlich, zugewandt. Ein wunderschöner Abend. Wenn Frauen Frauen Gutes tun ist das für mich immer ein Grund dankbar zu sein und weil ich gerade an meinem Wohnzimmertisch sitze mit Blick auf die Herbstdeko, die ich an dem Abend mitnehmen durfte und dieser Abend so schön war, teile ich das mit euch. Und ich schätze all die Frauen, die in diesen Teams sind, die solche Abende oder Vormittage vorbereiten. Die sich Themen überlegen, Termine, einen Ablauf… Schon Anfang des Jahres habe ich Anfragen für das Jahr 2020 bekommen. Ist es nicht total schön, dass deutschlandweit Frauen in einzelnen Gemeinden, Kirchen, Landfrauenvereinen sich finden und überlegen wie können wir unseren Freundinnen, Kolleginnen, Nachbarinnen Erholung ermöglichen, eine Atempause, etwas Abstand vom Alltag? Sie treffen sich und legen Thema fest, fragen Referentinnen an, überlegen sich wie Atmosphäre an dieser Veranstaltung entstehen kann und nehmen zu ihrem eigenen Alltag zusätzliche Absprachen, Organisation etc. auf sich. Ich bin so dankbar das immer wieder sehen zu dürfen. Ihr macht so eine wichtige Arbeit!!! Schön, dass es euch alle in diesen Teams gibt!!!

 

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Wir sind schon mittendrin

Das Wochenende liegt hinter mir, schön war es. Das lag am wunderbaren Wetter, es lag daran, dass mein Mann 10 Tage in Ägypten war und gesund wieder Zuhause angekommen ist, es lag am Lachen meiner Kinder, an meiner Freundin zu der ich meine Mädels gebracht habe vor meinem Spätdienst und bei ihr bekomme ich immer einen Cappuccino. Es lag wirklich zum größten Teil an den Menschen mit denen ich Zeit verbracht habe. Ich gebe zu, dass die Arbeit in der ambulanten Pflege mich mehr beschäftigt als ich dachte. Wobei es eigentlich nicht überraschend ist und doch bin ich immer wieder überrascht wie nah mir Menschen kommen, innerlich. „Menschen brauchen doch Menschen,“ sagt mir eine einsame Frau zu der ich in meinen Spätdiensten fahre. Nein, nicht alle sind einsam. Es gibt die Menschen, die in der fürsorglichen Gegenwart ihrer Familien altern. Manchmal denke ich, dass es von denen aber nicht sehr viele gibt. Einsam im Alter, obwohl man Kinder hat. Diese aber so beschäftigt sind, dass das Wochenende zum Ausruhen da ist und eine alternde Frau passt da nicht rein? Zerrüttete Familien, Streit, unausgesprochene Erwartungen, verletzte Gefühle, fehlende Eigenreflexion… Keiner von ihnen hat sich überlegt im Alter allein sein zu wollen. Woran also liegt es, dass so viele einsam sind? Ohne gesehen zu werden, fehlende Wertschätzung, einsam… Im Moment beschäftigt mich das sehr. Denn so will ich nicht alt werden. Ich wünsche mir, dass meine Töchter mich gerne später einmal sehen. Dass ich für sie Ermutigerin bin, Rückenstärkerin… Wie kann das gelingen? Ich wünsche mir auch dann noch zuhören zu können, wenn mich Schmerzen plagen. Den anderen, mein Gegenüber wahrnehmen und nicht in der Erwartungshaltung, dass die anderen sich melden sollen. Ich möchte meinen Teil mit beitragen und Lernende bleiben und nicht irgendwann davon ausgehen, dass nur noch ich Recht habe. Was braucht es dazu? Wie kann das gelingen? Im Moment bin ich nachdenklich und sehr dankbar nicht einsam zu sein. Mein leben pulsiert, um mich herum viele Menschen, meine Familie, wertvolle Freundinnen, Bekannte… Wird das automatisch irgendwann weniger? Ich kann mir das gar nicht vorstellen. So lange ich auf meine Fragen noch keine Antworten habe sage ich Gott danke für all die Menschen, die er mir zu Seite stellt, für all die Wertschätzung, die mir entgegen gebracht wird, für alle Gespräche, die ich führen darf, für jede Umarmung. Erst jetzt wird mir wieder einmal ganz neu bewusst was für ein Privileg das ist. Und wenn ich Antworten auf meine Fragen habe mache ich einen Vortrag draus mit dem Titel: Mit sich und anderen versöhnt altern… oder so ähnlich. Denn das Alter kommt ja auf uns alle zu und wir stecken schon mittendrin, denn heute bin ich älter als gestern und morgen bin ich älter als heute…

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kleine aber feine Entscheidung

In der letzten Woche war viel los, der normale Alltag und zusätzlich so innere Prozesse in die man immer mal wieder kommt und denkt und grübelt und reflektiert. Und obwohl das äußere Leben nicht viele Veränderungen mit sich bringt ist das Innere unruhig, unsicher… Und dann kam ich auf die Idee all die Bücher die ich sonst so lese liegen zu lassen, bin mit meinen Mädels in die Bücherei und habe mir einen historischen Roman mitgenommen. Dieses Genre habe ich bevor ich Mama wurde so viel und so oft gelesen, der letzte historische Roman den ich gelesen habe liegt allerdings schon über 10 Jahre zurück. In ein paar Stunden (die ich nicht am Stück verbrachte) hatte ich das Buch ausgelesen. Während all die Bücher die ich oft lese in die Eigenreflexion führen, zwischen den Zeilen den Wunsch der Veränderung mit sich bringen und die Seele treffen, ist ein Roman eine Geschichte. Diese spielte um 15oo, hatte nichts mit meinem Leben zu tun, blieb an der Oberfläche, war unterhaltend. Und beim Lesen kann ich gut entspannen. Deshalb bin ich heute dankbar für diese kleine aber feine Entscheidung in der letzten Woche, für die Autorin Astrid Fritz, für ihre Idee und die Umsetzung der Geschichte, für meinen Büchereiausweis, Tee, Duftkerzen, Kuscheldecke und dass jeder Tag einen Abend hat.

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Käsekuchen

Wisst ihr, ein großes Vorrecht welches ich genieße seitdem ich Kinder habe ist, dass ich vom ersten Atemzug an einem Menschen bei seiner Entwicklung zusehen darf. Es ist doch erstaunlich wie aus Babies Kinder werden und aus Kindern Erwachsene. Und man selbst ist so dicht mit dabei. Und mir ist es so wichtig immer wieder wahrzunehmen, dass eine Entwicklung stattfindet, denn im Wettbewerb der Schule und anderer Eltern, übersehe ich das manchmal leicht, weil meine Kinder nicht hochbegabt sind, sondern eher durchschnittlich wenn es um Leistung geht… Aber an diesem Wochenende war wieder solch ein Schritt spürbar. Meine drei Mädels wollten unbedingt einen Kuchen miteinander backen und zwar ohne meine Hilfe. „Wirklich?“ frage ich. „Ja, wir können das zusammen.“ Nachdem ich ein Rezept gut leserlich auf einen Zettel geschrieben habe und alle Zutaten zusammen gesucht sind, bin ich ins Wohnzimmer gegangen und habe gelesen, während die drei nacheinander Zutat um Zutat zu einem Teig verrührt haben und dazu noch eine Füllung, denn es gab Käsekuchen. Und er ist richtig gut geworden. Den Herd sollte ich dann vorheizen und die Backzeit überwachen. Aber Kuchen gab es weil die 3 miteinander gebacken haben. Ich fand es so süß ihnen aus dem Wohnzimmer zu lauschen. Heute bin ich dankbar für alle Schritte die meine Kinder schon gegangen sind, für alle Gaben die in ihnen angelegt sind und dass ich sie begleiten darf. Und ich freue mich echt auf die Zeit, die in ein paar Wochen anbricht, wenn es heißt: Plätzchen backen. Es gibt Mütter, die backen in großer Begeisterung mit ihren Kleinkindern Plätzchen. Ich gehöre nicht dazu. Meine ich-backe-gerne-mit- meinen-Kindern Zeit beginnt erst jetzt…

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sensibles Thema

Einmal im Jahr gehe ich zur Krebsvorsorge und es ist mir bewusst, dass nach einem solchen Arztbesuch sich das Leben nicht mehr anfühlen könnte wie vorher, weil man einen schlechten Befund mitgeteilt bekommen hat oder die Unsicherheit in den Augen der Ärztin sah. Ich habe kein Recht auf meine Gesundheit und mich kann es treffen – eine Diagnose, ein Unfall, ein Verlust. Auch wenn mich die ein oder andere Freundin schon für zu negativ erklärt hat, bin ich mir meiner Gesundheit dadurch sehr bewusst und bin dankbar für einen Arztbesuch ohne Befund. Mein Leben darf danach genauso weitergehen wie davor. Und es ist mir bewusst, dass das ein sensibles Thema und ein Privileg ist. Ich bin dankbar für die Gesundheit, irgendwann wird sich das wahrscheinlich ändern. Und wenn ich nicht krank werden sollte, dann werde ich alt. So oder so, die Kraft wird schwinden, mein Körper sich verändern. Und ich bin dankbar, dass es mir so gut geht.

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willkommen

Dieses Wochenende war ich zum einen bei einem Frauenabend als Referentin eingeladen und heute durfte ich in einem Gottesdienst predigen. Meine Große hat mich heute begleitet und war danach voll begeistert: „Mama, ich will jetzt ganz oft mit. Die sind ja alle voll lieb und so herzlich. Das hat mir total gut gefallen.“ Mir auch und ja das ist ein riesen Privileg und etwas was ich sehr schätze, wenn ich zu den einzelnen Veranstaltungen fahre. Liebe Worte, Wertschätzung, willkommen geheißen zu werden. Als wir zurück sind besuchen wir als Familie eine Familie aus Syrien. Wer meinen Blog schon mehrere Jahre mitliest wird sich vielleicht an den Fußboden des Treppenhauses erinnern, den ich schon einmal fotografiert hatte. Das war Anfang 2016 als ich diese Familie kennenlernte. Seit meinem letzten Besuch sind ca 2 Jahre ins Land gegangen. Vor allem mit den beiden großen Töchtern möchte ich wieder einmal reden. Mittlerweile trägt auch die 12 jährige, die auf ihren 13. Geburtstag zugeht, ein Kopftuch. Sie kommen nicht aus ihrem Zimmer, denn mein Mann und ein Freund aus Ägypten sind dabei und sie möchten jetzt gerade ihre Haare nicht verbergen. Also setzte ich mich zu ihnen ins Zimmer. Wir reden, das heißt sie reden. Erzählen mir, dass sie in den Klassen gut zurecht kommen, aber keine Kontakte zu Deutschen außerhalb der Schule haben. Sie berichten wie sie nicht nur einmal wegen ihres Kopftuches beschimpft wurden und Leute sie meiden. Und ein Satz bleibt mir hängen: „Unsere Eltern sind mit uns hierher damit wir in Frieden leben. Hier ist natürlich kein Krieg, aber wie Frieden fühlt sich das auch nicht an.“ Während ich die letzten Tage viel Wertschätzung erlebt habe, werden sie immer wieder mit Ausgrenzung konfrontiert. Während ich erlebe was es für ein schönes Gefühl ist willkommen geheißen zu werden spüren sie immer wieder, dass sie unerwünscht sind. Manchmal weiß ich nicht wie ich mit der Ungerechtigkeit in dieser Welt umgehen soll. Weiß mir in solchen Gesprächen keinen Rat, weil jeder Rat wie ein Schlag wirken könnte. Es ist manchmal so schwer Mißverhältnisse auszuhalten. Ich bin dankbar für diesen Besuch. Diese Familie ist mir „verloren“ gegangen in meinem Alltag. Heute wurde ich wieder daran erinnert, dass wir uns doch alle nach Wertschätzung, Anerkennung und lieben Worten sehnen. Egal welcher Religion wir angehören, welche Hautfarbe wir haben, in welcher Kultur wir Zuhause sind. Das wird mir heute wieder wichtig und ich wünsche mir von mir, dass mein Leben nie zu voll ist um andere wahrzunehmen und wertzuschätzen. Grüßen auf der Straße, sich die Namen merken, auch wenn sie so fremd klingen, einen Besuch machen… Wertschätzung hat so viele Gesichter. Für das bewusst werden bin ich heute wieder dankbar und für das Erinnern an den Beitrag den ich vielleicht dazu leisten kann…

 

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wertvolle Selbstverständlichkeit

In meinem Vortrag über Dankbarkeit ist meine Definition zu diesem Thema: „Dankbarkeit ist das Schöne wahrzunehmen, das Selbstverständliche wertzuschätzen und einen Mehrwert zu geben indem ich es festhalte.“ Heute ist mir das mal wieder sehr bewusst geworden als ich meine Spülmaschine morgens ausgeräumt habe. Ich liebe dieses Gerät. Vielleicht habe ich auch schon mal darüber gebloggt? Den ganzen Tag kann ich in kurzer Zeit meine Küche ordentlich machen in dem ich schmutzige Dinge in eine Maschine stelle. Und wenn dann alle schlafen gehen, dann schalte ich dieses Teil an und im Energiesparmodus erledigt es eine Arbeit für mich, die mich sonst viel Zeit kosten würde. Ich finde das so wertvoll und schön! Ich freu mich ganz oft morgens sehr bewusst an meinem sauberen Geschirr und es stresst mich nicht, dass es in null komma nix wieder schmutzig ist, weil ich eine tolle Alltagsbegleiterin habe. Heute bin ich dankbar für meine Spülmaschine! Eine wertvolle Selbstverständlichkeit…

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13 Minuten

Meine Morgende an denen ich aus der Stille der Nacht in die Stille des Morgens eintauche sind oft nicht effektives Bibel lesen, durchstrukturierte Gebetslisten und wohlüberlegte Monologe. Es ist ein Ankommen, ein Sein dürfen, mein Sein dürfen in Gottes Gegenwart. Heute Morgen bin ich keine Stunde vor meiner Familie aufgestanden um in den Tag zu starten, es waren 20 Minuten. Davon die Zeit in der ich mein Gesicht gewaschen und eingecremt habe, meine Zähne geputzt, Kaffee gekocht und Kerzen angezündet. Da waren es schon keine 20 Minuten mehr, sondern vielleicht noch 13. 13 Minuten in denen ich mir bewusst werde, dass ich Geschöpf bin, dass ich geliebt und angenommen bin. 13 Minuten in der die Stille mich wie ein wärmender Mantel umschließt in dem die Liebe Gottes spürbar ist. 13 Minuten in denen mir meine Identität in Jesus sehr bewusst ist, unangefochten, weder von Menschen noch von Ereignissen in Frage gestellt. 13 Minuten Ruhe und innerer Friede. 13 Minuten sind nicht viel und nicht lang, aber sie sind die wunderbare Ausgangsposition für meinen Tag. 13 Minuten, die meiner Seele gut getan haben ohne dass ich in Worte fassen könnte was genau diese Stille vor Gott in mir bewirkt. Denn da sind keine Gebetsanliegen, die ich vor ihn bringe, kein Aktionismus der mich einholt. Da ist einfach Sein, Stille, Frieden, innerer Frieden – 13 Minuten bis der Alltag anbricht. Für mich haben diese 13 Minuten heute wieder den Unterschied gemacht und für diese Zeit bin ich sehr dankbar…

Liebe das Schweigen über alles: Es bringt dir eine Frucht, die keine Zunge beschreiben kann. Anfangs müssen wir uns zum Stillschweigen zwingen. Dann aber wird etwas geboren, das uns zum Stillschweigen hinzieht. (Isaak von Ninive)

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Lebensphasen

In meinem Leben tauchen im Moment immer wieder drei Lebensphasen auf. Die erste Lebensphase sind Kinder, meine Kinder, aber auch die Kinder von Freundinnen, im Kindergarten usw. Ihr Leben ist noch so frisch, so voller Möglichkeiten und viele Entscheidungen liegen noch vor ihnen. Was werden sie daraus machen? Die zweite Lebensphase, dazu zähle ich mich. Wir, die wir schon Entscheidungen treffen mussten, getroffen haben. Es gibt noch durchaus viele Möglichkeiten, aber es ist nicht mehr alles machbar. Es gibt Entscheidungen, deren Konsequenzen wir schon spüren und nicht mehr rückgängig machen können. Man geht davon aus, dass einem noch viele Jahre zur Verfügung stehen und doch steht einem nicht mehr alles offen. Und die Menschen aus der dritten Lebensphase sind die, deren Leben schon fast am Ende ist. Von außen sehen sie jedenfalls so aus, auch wenn mir der ein oder andere sagt, dass sich im Kopf alles noch so jung anfühlt, aber es einfach nicht mehr so geht wie früher. Sie sind mittlerweile auf Hilfe angewiesen, was für sie oft schwierig ist, weil sie keine Kinder sind. Ich begegne so vielen Menschen in diesen 3 unterschiedlichen Lebensphasen. Das macht mich immer wieder nachdenklich. Wie wird aus dem unbeschwerten Kind ein reifer Erwachsener, der als Oma gerne noch auf Familienfeiern gesehen ist? Wie werden aus Kindheitserfahrungen gesunde Werte, die auch im Alter noch Richtung geben? Wie aus der Wißbegier eines Kindes die Weisheit, dass Lernen nicht aufhört, dass es kein Ende für Weiterentwicklung gibt und dass egal wie lange ich schon lebe immer noch dazu lernen kann? Ich bin sehr dankbar, dass ich Einblicke in alle drei Lebensbereiche bekomme. Ich liebe diese vielen Kontakte sehr. Heute sagte eine ca. 90jährige Frau zu mir, nachdem ich sie gefragt habe, ob sie noch etwas brauche: „Ach, Schwester Lissy, nur ein bisschen Liebe.“ Aus einem Impuls heraus nehme ich sie in den Arm. Das hätte ich vor Jahren nie und nimmer gemacht. Aber vielleicht durfte ich schon lernen, dass wenn ich Liebe weitergebe, ich nichts verliere. Ich will unbedingt jetzt schon gute Weichen stellen für Reife, gesunde Werte, Weisheit und üben zuzuhören um dazu zu lernen… Denn alt werde ich von ganz alleine, eine dankbare weise Frau, das bedeutet Auseinandersetzung mit sich selbst, bedeutet ehrlich zu sein vor sich selbst, bedeutet, dass andere auch recht haben können, bedeutet wachsam, achtsam, reflektiert zu sein…

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wundervolles Hobby

Eine Freundin meldet sich kurz vor ihrem Urlaub: „Lissy, hast du einen Buchtipp für mich und könntest du mir ein Buch leihen?“ Ich bin hoch unters Dach. Obwohl wir jetzt schon 8 Monate hier wohnen gibt es noch unsortierte Kartons dort oben. Und dann versinke ich. Einen anderen Ausdruck kann ich für diesen Zustand nicht finden. Ich entdecke Bücher, die ich noch lesen will. Entdecke Bücher, die schon gelesen habe und die ich in mein Wohnzimmer stellen möchte. Denn es kann gut sein, dass du mich abends in meinem Wohnzimmer triffst, vor dem Bücherregal und in der Hand irgendein Buch und ich lese im stehen ein paar Zeilen, ein Kapitel aus einem der Bücher. Denn ich habe Bücher, die mir immer etwas zu sagen haben. Ich bin so dankbar für dieses wundervolle Hobby, für viele Menschen, die ihre weisen Gedanken nicht für sich behalten, sondern sie mit anderen teilen, mit mir teilen und ich bin dankbar, dass ich lesen kann. Das ist so besonders. Meine Freundin hat eine kleine Auswahl an Büchern mitgenommen. Hoffentlich inspirieren diese sie auch…

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zurück aus der Pause

Gestern Abend wollte ich euch den ersten Beitrag nach der Sommerpause schreiben. Wollte schreiben, wie schön es ist wieder im Alltag zu sein, eingebettet in Rhythmus und Routinen, Zuhause in Gewohnheiten und Ritualen. Ich hatte mich echt darauf gefreut. Gestern Abend war ich dann so fertig nach meinem ersten Tag im Alltag, dass ich nachdem unsere Kleingruppe (Wir treffen uns alle 2 Wochen bei uns Zuhause und reden miteinander über Dinge, die unser Leben betreffen. Charakter, Glaube, Familie, Arbeit… Und auch wir hatten uns mehrere Wochen nicht gesehen) gegangen war völlig fertig ins Bett gefallen bin. Wie ist das möglich, dass ich nach einem Tag so durch bin? Weil ich mich wieder erst hinein finden muss in all die Themen… Das letzte Kindergartenjahr meiner Jüngsten hat begonnen, die Großen erzählen von all den neuen Eindrücken, Listen an Schulmaterialien zu besorgen, die Sportschuhe sind zu klein, die Einladungen für den Geburtstag meiner Großen müssen verteilt werden, ich muss noch im Schulsekretariat etwas abklären, zwei Überweisungen, die Ärzte sind aus dem Urlaub zurück und Termine müssen vereinbart werden… Eine kleine Auswahl von gestern. Und ich bin so dankbar, dass ich mich in ein paar Tagen wieder zurecht finde, wenn der Wecker morgens klingelt, dass wir so eine schöne Sommerpause als Familie hatten und dass meine Chefin mir für gestern frei gegeben hat. Ich hatte nicht darum gebeten, aber ich habe mich wirklich darüber gefreut.

Herzlich willkommen zurück nach der Sommerpause. Ich freue mich, wenn du mit liest welche Dankesmomente im Alltag zu finden sind und du dich vielleicht mit mir auf den Weg machst nicht aus einem vergleichenden Defizit zu leben, sondern die Fülle wahrzunehmen, die in unserem Leben steckt. Manchmal ist sie verdeckt durch Sorgen, manchmal versteckt durch zu hohe Erwartungen, aber immer aufspürbar, wenn wir inne halten, verlernen zu bewerten und wahrnehmen was schon da ist. Ich freue mich, wenn du mit dabei bleibst und wünsche Dir…

alles Gute zum Alltag

Mit ganz lieben Grüßen Lissy

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Sommerpause

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Mir fehlt es nicht an Dankesmomenten. Im Gegenteil, je länger ich sammle desto präsenter sind mir all die Dinge in meinem Alltag für dich ich dankbar bin.

Da sind die wundervollen Hortensien, die ich an einer Hauswand blühend entdeckt habe. Die Pracht ist nicht in Worte zu fassen und macht mich dankbar.

Ich hatte nicht damit gerechnet, dass das Foto zu meinem Artikel in der Zeitschrift family so groß abgedruckt wird. Das zu sehen und den Artikel noch einmal zu lesen ist ein extrem seltsames Gefühl. Und sollte es nicht voller Freude sein? Aber ich kenne mich mittlerweile gut: Mein innerer Kritiker und meine wohlbekannten Selbstzweifel sind zu Besuch und wollen gehört werden. Wisst ihr wofür ich dankbar bin? Dass ich die beiden sehr gut kenne, aber in den letzten 2, 3 Jahren immer mehr lerne Entscheidungen nicht aufgrund ihrer Stimme zu treffen. Sie werden gehört und dann überlege ich, ob sie in die Entscheidung mit einbezogen werden. Würde ich auf meine inneren Zweifel immer hören hätte ich keinen Blog, würde ich weder Vorträge noch Predigten halten und diesen Artikel hätte es nie gegeben. Ich halte mich an Pippi Langstrumpf: „Das habe ich vorher noch nie gemacht. Das wird sicher ganz wunderbar.“ Es ist zwar nicht wunderbar, aber danach freue ich mich, dass ich es gemacht habe. Für dieses Lernfeld bin ich dankbar.

Meine Mittlere hat ihren 8. Geburtstag gefeiert. Und es folgen bald meine Große mit 10 Jahren und meine Kleine mit 5. Ich freue mich so sehr an diesen 3 und dass sie mein Leben so bereichern. Ich habe in der Baby- und Kleinkindzeit so mit mir zu kämpfen gehabt. Alle Mamas um mich herum schienen immer so glücklich zu sein, nur ich war im Zustand der Dauerüberforderung und saß so oft abends auf meinem Bett und habe mich und meine Unfähigkeit beweint! Ich war so enttäuscht von mir selber und habe unzählige Male gebetet: „Kommt meine Zeit als Mama noch, da wo ich es genießen kann?“ Die letzten 2 Jahre hätte ich am liebsten angehalten, weil ich es genieße: das Mamasein. Ich bin Gott so dankbar, durch seine Gnade habe ich so viel über mich gelernt. Am meisten sicher, dass die Welt nicht untergeht, wenn ich schwach bin…

Ich kehre gerade in Teilzeit wieder zurück in meinen erlernten Beruf. Es ist so schön zu merken, dass der Beruf, den du mit 17 Jahren gewählt hast auch mit 37 Jahren noch Freude macht.

Nach wie vor ist die Stille meine liebe Begleiterin. Ob am Morgen oder abends vor dem schlafen gehen. Nicht jeden Tag, nicht zwanghaft, aber immer bereichernd und entspannend. Jetzt beginnt auch die vortragsfreie Zeit bis September. Die Sommerpause in der es keine Anfragen gibt. Ich habe vor ein neues Vortragsthema zu erarbeiten und bereite mich auf die Themen im Herbst vor. Und ich bin leise. Kein Mikrofon in der Hand, keine neuen Leute… Ich genieße diese Vortragstätigkeit sehr. Ich bin sehr, sehr dankbar, dass viele von euch das mir ermöglichen, weil ihr mich zu euren Veranstaltungen einladet. Aber diese Redepause ist so wichtig. Für diese Zeit bin ich jetzt schon dankbar: reflektieren, nachspüren, schweigen… (Falls ihr eure Veranstaltungen plant und noch auf der Suche nach einer Referentin seid dürft ihr mir gerne schreiben: post@alltagsstueckwerk.com).

Ich verabschiede mich in die Sommerpause. Mein Blog wird auch still in der Zeit sein, aber ihr wisst, ich sammle weiter die Dankesmomente meines Alltages, die kostbaren Kleinigkeiten, die schönen Momente, all das Gute… Und ich freue mich, wenn du ab September wieder mit liest und noch mehr, wenn du die Augenblicke deines Alltages sammelst für die du dankbar bist.

Danke für dein treues Lesen.

Mit ganz lieben Grüßen, Deine Lissy

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Spekulation und Fakten

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Einkaufen, viele Menschen, spürbare Hektik, dann kurzes Innehalten. Denn während ich meinen Einkaufszettel abarbeite, höre ich eine freundliche Stimme, die behutsam mit jemandem redet. Ich drehe mich um. Mutter und Tochter. Die Tochter ist kein Kind mehr, es ist zwar schon später Nachmittag, aber ihre Haare sitzen immer noch ordentlich, das Kostüm und die hohen Absätze zeugen davon, dass sie von der Arbeit kommt. Ihre Mutter ist keine junge Frau mehr, ihre wuschelige Frisur und die Jogginghose lassen vermuten, dass sie bis eben noch auf der Couch saß. Die Regale laufen sie gemeinsam langsam ab. Es wird klar, dass die Tochter mit ihrer Mutter einkauft und nicht ihren eigenen Einkauf erledigt. Ich gebe zu nach ca. 30 Sekunden wäre ich eher genervt gewesen. Denn die ältere Frau überlegt sich bei allen möglichen Sachen, ob sie sie einkaufen soll. „Vielleicht habe ich nicht richtig geschaut und ich habe doch noch genug davon Zuhause.“ sagt sie. Beruhigendes antworten der Tochter: „Komm wir schauen auf das Haltbarkeitsdatum. Wenn du das jetzt kaufst machst du nichts falsch. Es hält noch sehr lange.“ So arbeiten sie sich vor. Absolute Faszination für diese Tochter. Wo bitte nimmt sie kurz vor dem Abend noch so viel Geduld her? Es ist so schön sie zu beobachten, weil ich das Gefühl habe, dass sich die Tochter dafür nicht anstrengen muss. Sie scheint sich heute vorgenommen zu haben, dass sie mit ihrer Mutter einkaufen geht und das hat Priorität. Das entspannte Bad, der verlockende Film im Fernsehen, das gemütliche Essen daheim. Scheinbar kann sie ihre Bedürfnisse hinten anstellen um respektvoll, freundlich und geduldig mit ihrer Mutter einkaufen zu gehen. Ich habe nicht mit den beiden gesprochen, deshalb ist hier so einiges Spekulation, aber dass sie sich von allen anderen abhob durch diese Gelassenheit und Freundlichkeit, das ist Fakt. Und es war ein schön zu beobachtender Moment für den ich heute sehr dankbar bin.

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das wagen feiern

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Oh, ich habe einige Reaktionen von euch auf meinen letzten Beitrag bekommen und stelle fest: Mails schreiben einige von euch lieber als ein Kommentar. Danke dafür und auch danke für die, die sich immer mal wieder in den Kommentaren äußern. Es ist einfach schön, wenn man mitbekommt, das etwas Geschriebenes in einem von euch etwas anstößt oder bewegt. Neid war jetzt solch ein Thema und ich habe dazu ein paar Gedanken und überlege ob ich die auch in ein Video packen soll? Oder ist das zuviel? Was denkt ihr? Ich könnte über das Thema sprechen… Ihr wisst ja, ich schreibe nicht nur gerne, sondern rede auch gerne…  (post@alltagsstueckwerk.com)

heutiger Dankesmoment: das Wagen feieren

Besorgungen machen in der Stadt. Ich treffe eine Erzieherin meiner Tochter aus dem früheren Kindergarten. Sie ist noch in der Ausbildung, aber keine 20 Jahre mehr alt sondern über 50. Ich freue mich so sie zu sehen, denn unser letztes Gespräch ist ca. 1 1/2 Jahre her. „Wie geht es Ihnen?“ frage ich. Sie seufzt. Vor ihr liegen die letzten Prüfungen bis zu ihrem Abschluss. Sie hat Sorge nicht zu bestehen, denn ihre letzten Prüfungen liegen ca. 30 Jahre zurück. Sie hat 2 oder 3 (ich weiß es nicht mehr genau) Söhne geboren, sie umsorgt und groß gezogen, hat sich hinten angestellt und ihrer Familie den Vorrang gegeben. Hat ihre Söhne durch die Schulzeit begleitet und sie auf Prüfungen vorbereitet. Und als diese groß sind, ihre eigenen Wege gehen schlägt auch sie noch einmal einen ganz neuen Weg ein. Die Ausbildung zur Erzieherin, ein lang gehegter Wunsch. Ja, sie ist über 50 und ja, sie ist die Älteste in der Klasse und ja, sie weiß nicht ob sie besteht. „Was mach ich, wenn ich scheitere?“ steht fragend in ihren Augen. „Habe ich mir zu viel zugetraut? War ich zu optimistisch?“ Erst auf dem Heimweg fällt mir eine Antwort ein, die leider unausgesprochen bleibt (aber die ich dir jetzt schreibe). „Wenn Sie die Prüfung nicht bestehen (was ich nicht glaube), dann feiern Sie sich trotzdem. Laden Sie ihre Familie und Freunde ein und feiern Sie. Denn Sie sind nicht gescheitert. Sie haben einen großen Schritt gewagt, sind los gegangen, haben sich darum bemüht einen Traum wahr werden zu lassen.“ Warum geht es bei uns so viel darum welches Ergebnis wir hervor bringen? Sollten wir uns nicht schon dann freuen, wenn wir etwas wagen auch wenn wir nicht wissen ob wir es schaffen. Und wovor haben wir Angst, wenn es uns nicht gelingt? Vor den Blicken der anderen die denken könnten: Habe ich gleich gesagt, die schafft das nicht die ist zu alt, zu groß, zu unsportlich, nicht begabt, sie ist allein, zu schüchtern, zu vorlaut… Aber können wir nicht die Blicke der anderen kurz in Kauf nehmen und dann wieder den Blick ins Spiegelbild wagen uns zulächeln und sagen: Aber ich habe es versucht. Nicht den vorwurfsvollen Blick im eigenen Spiegel. „Ach hätte ich doch, vielleicht wäre es gut gegangen?“ Nicht das Ergebnis ist entscheidend, sondern das wagen, mutig sein, vorwärts gehen… Ich habe keine Ahnung, ob sie ihre Prüfungen bestanden hat. Aber ich feiere sie jetzt schon, weil sie nicht scheitert, sondern etwas gewagt hat, ihre Komfortzone verlassen hat… egal wie die Ergebnisse sind. Sie ist mir ein wundervolles Vorbild. Für diese Begegnung bin ich heute dankbar!!!

 

 

 

 

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