hausgemacht

In der Stadt unterwegs und mir kommt ein Bekannter entgegen. Wobei das schon fast zuviel gesagt ist. Denn er kennt vor allem meinen Mann. Ich wäre freundlich nickend an ihm vorbei gelaufen, merke aber er bleibt stehen. O.k., dann bleibe ich auch stehen. Er fragt mich, ob ich schon im Weihnachtsstress bin. „Nein,“ antworte ich. „Ja, aber Sie haben doch Familie,“ sagt er. (Seine Kinder sind schon eine ganze Weile erwachsen.) Ohne auf eine Reaktion von mir zu warten, spricht er von der Reizüberflutung an Weihnachten. Von dem wenigen was er früher hatte und dass doch die Menschen nicht zufriedener sind mit all dem was heute so geboten wird und dass der eigentliche Sinn von Weihnachten verloren geht. Seine Ausführung schließt er mit dem kurzen Satz: „Weihnachtsstress ist hausgemacht.“ Er gibt mir noch schöne Grüße für meinen Mann mit auf den Weg und verschwindet zwischen den noch geschlossenen Buden des Weihnachtsmarktes. Ich gehe nach Hause und bin sehr dankbar für den erinnernden und ermahnenden Satz des Bekannten. Ich liebe Adventskalender, Punsch, Lichterketten, Zuckerwatte mit meinen Mädels auf dem Weihnachtsmarkt, Geschenke besorgen, dekorieren und alles was dazu gehört. Aber ich liebe auch die Momente in denen es still wird in meiner Wohnung, das Licht gedimmt und Ruhe kehrt ein. Mit der Bibel auf dem Schoß habe ich darüber nachgedacht welcher Satz der Weihnachtsgeschichte mir am besten gefällt. Es gibt für mich nicht das eine oder andere. Stress oder Besinnlichkeit. Der Stress lässt sich nicht immer vermeiden, aber für die Besinnlichkeit möchte ich immer wieder sorgen. „Weihnachtsstress ist hausgemacht, Besinnlichkeit aber auch.“ Für diese Begegnung und Erinnerung bin ich heute dankbar.

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Listenliebe

Meine Mädels öffnen das erste Mal ihren Adventskalender, auf den sie schon so hingefiebert haben. Nach dem Suchen der Zahl, dem Öffnen der Päckchen steht darin eine Botschaft : „Schaut an die Tafel in der Küche.“ Erwartungsvoll laufen sie dorthin und sehen 3 Listen mit jeweils ihrem Namen darüber. „WeihnachtsDankesListe“ entziffert meine Älteste. Nach dem ich ihnen meine Beweggründe erklärt habe und sie wissen, dass es die nächsten Tage auch noch andere Dinge im Kalender gibt, die sich ihnen mehr erschließen, haben sie Lust mitzumachen. Mein Gedanke dazu?

Weihnachten ist ein Fest mit viel Vorfreude, aber auch hohen Erwartungen. Viele wünschen sich, dass es so schön wie möglich wird. Auf das Essen bezogen, auf die Geschenke und auch auf die Familienatmosphäre und die eigene emotionale Stimmung. Deshalb führen viele eine Menge Listen: Rezeptlisten, Einkaufslisten, Geschenkelisten, to-do-Listen, Weihnachtsfeiern von der Arbeit aus, den Freizeitaktivitäten der Kinder, im Kindergarten und der Schule… Es gibt noch vieles zu tun, bis es endlich soweit ist. Und das hat auch alles seine Berechtigung, weil Weihnachten einfach ein schönes Fest werden soll. Aber es gibt so den Beigeschmack, dass wir auf etwas hinarbeiten, dass das heute noch nicht reicht. Die Wohnung muss noch verschönert werden, das Essen noch verfeinert, vielleicht wandert sogar noch ein neues Kleidungsstück in den Kleiderschrank für den Heiligen Abend. Und auch wenn ich das alles kenne, möchte ich mit meinen Kindern bis Weihnachten 24 Gründe sammeln für die wir jetzt schon dankbar sind. Dinge, die in der Hektik vielleicht verloren gehen könnten, schöne Momente, die ungeachtet an uns vorüber ziehen, Geschenke, die mit Geld nicht zu kaufen sind, aber trotzdem reich machen können. Ich freue mich mit ihnen diese Listen auszufüllen. Sie sind eine schöne Ergänzung zu den Wunschlisten. Im Hier und Jetzt sein, den Augenblick wahrnehmen, das Schöne festhalten. Auch wenn diese Aktion heute Morgen bei meinen Kindern keine Freudentränen ausgelöst hat, so wünsche ich mir doch durch so etwas eine Art Fundament zu legen: den Blick zu schärfen für das was heute schon Schönes in unserem Leben ist und an diesem Tag.

Ich wünsche euch eine schöne Adventszeit mit vielen Dankesmomenten.

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Sehnsucht

Auf meinem Blog sammle ich seit 4 Jahren ausschließlich Dankesmomente und das möchte ich auch gerne beibehalten, denn diese Gewohnheit hat so wunderbare Auswirkungen in mein Leben. Miek Pot schreibt in ihrem Buch: „In der Stille hörst du sich selbst“, dass die Voraussetzung für den Weg in die Stille die Sehnsucht danach ist. Sie gibt den Tipp sich mit Menschen zu umgeben, die diese Sehnsucht teilen, im Austausch zu sein… Wenn ich Dankesmomente mit euch geteilt habe in denen die Stille angesprochen wurde, erreichten mich Fragen: Wie das in meinem Alltag aussieht? Warum mir das so wichtig ist?… Hier möchte ich mit euch meine Gedanken und Erfahrungen zum Thema Stille teilen. Vielleicht können wir uns gegenseitig unterstützen auf der Suche nach Stille, Ruhe, innerem Frieden…

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verlernen zu urteilen

„Unsere Eltern erklärten uns, dass jeder Mensch auf der Welt seine unsichtbare Geschichte mit sich herumträgt und allein deshalb etwas Toleranz verdient.“ Ich stehe nicht in der Gefahr mir spontan eine neue Tasche zu kaufen oder ein paar Schuhe oder ähnliches. Aber wenn ich in einem Buchladen stehe, dann werde ich meistens schwach. So viele wunderbare Geschichten, die gelesen werden wollen, so viele wunderbare Menschen, die etwas aus ihrem Leben teilen und ich die Möglichkeit habe dazuzulernen, zuzuhören, neue Gedanken zuzulassen. Mein absoluter Favorit im Moment ist das Buch von Michelle Obama. Es hat mich an dem Tag, als es in Deutschland zu kaufen gab angelacht, nein, sie hat mich angelacht. „Ihr möchte ich zuhören,“ dachte ich und schon war das Buch gekauft. Und das Zitat ihrerer Eltern, das ich am Anfang erwähne, ist schon so treffend und schön formuliert. Ich verstehe so manche Menschen nicht. Es sind nicht die, mit denen ich viel Zeit verbringe, sondern eher die, die so flüchtig in mein Leben kommen und dann auch wieder verschwinden. Von manchen bekomme ich nur einen Bruchteil ihres Lebens mit und trotzdem stehe ich in der Gefahr genauso schnell wie sie kommen und gehen ein Urteil in meinem Kopf zu fällen, eine Schublade zu öffnen und sie dort abzulegen. Diese Urteile sind meistens nicht sehr freundlich, ermutigend und aufbauend. Deshalb möchte ich immer mehr verlernen zu urteilen, auch wenn mich manche Dinge oder Verhaltensweisen stören: „Jeder Mensch trägt seine unsichtbare Geschichte mit sich herum.“ …einschließlich ich selbst. Das Buch gefällt mir jetzt schon, obwohl ich erst 30 von 538 Seiten gelesen habe…und ich wünsche mir, dass dieses Zitat Auswirkungen in meinen Alltag hat.

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Kompromisse

Wir sind unterwegs, meine drei Mädels und ich. Eine Adventsaustellung wartet in 20 km Entfernung auf uns. Ob meine Mädels darauf Lust haben? Die Große schon, die zwei anderen eher nicht so. Auf der Fahrt hören wir ein Hörspiel, was ich schon gefühlte 1000 Mal gehört habe und ich mein Kinder frage, ob ihnen nicht mittlerweile die Stimme des Sprechers auf den Keks geht. Mir wäre jetzt echt etwas Hip Hop über die Lautsprecher lieber oder Armin von buuren. Aber wir hören zusammen auf die CD, deren Dialoge vor allem meine Mittlere mitsprechen kann. Wir nähern uns der Kasse und im Einkaufswagen liegen Äpfel, Tomaten und eine Pamelo, da passieren wir die Süßigkeitenabteilung und meine Kleinste hat mich zu Keksen mit Schokolade garniert mit Smarties überredet. Mir wäre ausschließlich das Obst und Gemüse viel lieber gewesen. Mein Mann kommt nach Hause, mittlerweile hängt in jeden Zimmer irgendeine Form von Weihnachtsdeko und wer mich ein bisschen kennt weiß, ich mag es glitzernd und funkelnd und nicht alles muss echt sein. Ich schätze, keiner dieser Dinge hätte er in unseren 17 Jahren Ehe gekauft. Mein Mann meinte, dass er dieses Wochenende etwas mehr Zeit hat und nicht so viele Termine. Die meisten Stunden hat er dann aber trotzdem im Büro verbracht.Was das mit Dankesmomenten zu tun hat? Für mich bedeutet Familie manchmal, dass ich lerne in Kompromissen glücklich zu sein. Wir müssen aufeinander Rücksicht nehmen, den anderen annehmen, nicht alles bewerten… Das waren nur die kleinen Kompromisse eines gewöhnlichen Alltages, aber sie sind für mich immer ein gutes Wahrnehmen und Einüben…

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ein Stück Heimat

Im Gottesdienst neben mir sitzt meine Freundin. Sie kommt aus Ägypten, lebt schon lange in Deutschland und übersetzt 3 Syrern die Predigt ins arabische. Seitdem ich Syrer kenne, weiß ich, dass das arabisch aus Ägypten und das arabisch aus Syrien sehr unterschiedlich ist. Und, dass Syrer nur das arabisch der Ägypter kennen, weil viele Serien und Fernsehsendungen in Ägypten produziert werden. Am Wochenende saß in unserem Wohnzimmer ein Mann aus Eritrea. Die Sprache Tigrinya habe ich in meinem ganzen Leben noch nie gehört. Jetzt weiß ich wie sie klingt und mein Mann hat hier in unserer Stadt eine Frau ausfindig gemacht, die ihm das Gespräch übersetzen kann. Denn bisher haben sich mein Mann und der Eritreer auf english unterhalten, für beide eine Fremdsprache. Am Wochenende treffe ich meine Freundin aus dem Iran. Ist sie meine Freundin? Ich mag sie sehr und sie mich auch, jedenfalls schreibt sie das manchmal, aber meine Besuche bei ihr sind seltener geworden, weil sie seit drei Jahren auf meine Frage wie es ihr geht nur „gut“ antworten kann. Ihre Augen und ihre Körpersprache sagen etwas anderes. Aber ich erfahre nicht wie es ihr wirklich geht, weil sie fast keine Fortschritte im Erlernen der deutschen Sprache macht und ich kein Farsi kann. Ich sehe in unsichere Augen, als ich zum ersten Mal die neue Patientin aufsuche, die ich betreue. Ihr Blick gewinnt an Freundlichkeit als sie hört, dass wir eine gemeinsame Sprache sprechen. Es ist so leicht zu übersehen wie schön es ist, dass viele von uns dieselbe Sprache sprechen, uns ausdrücken können, unser Herz ausschütten können, Gefühle benennen, Gedanken in Worte fassen. Wir finden Gemeinsamkeiten, kommen uns näher, werden verstanden… Sprache ist ein Stück Heimat, ist Sicherheit. Ich bin heute sehr dankbar, dass Sprache verbindet und ich dieses Verbindungsstück nutzen und schätzen kann. Wie wäre mein Alltag ohne diese wertvolle Selbstverständlichkeit?

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Sinnbild aus dem Alltag

Meine Mittlere Tochter kommt traurig nach Hause. Ein Junge aus ihrer Klasse hat sie geärgert. Sie erzählt, ich höre zu und tröste sie. (Er hat etwas zu ihr gesagt, nichts wo ich jetzt irgendwie eingreifen müsste.) Ich frage sie dann wie die Situation ausgegangen ist. „Meine Freundinnen haben mich getröstet,“ meint sie. Ich mache ihr Mut sich genau das zu merken. Wir reden über das was ihr etwas ausmacht, aber wir bleiben nicht dabei stehen, sondern nehmen wahr und schätzen wert wie es ausging. Es waren Menschen da, die sie getröstet haben, ihr das Gefühl gaben nicht alleine zu sein. Für den ein oder anderen mag die Schlussfolgerung, die mir dabei bewusst wurde etwas übertrieben sein, aber für mich ist sie ein Sinnbild aus dem Alltag.

Gestern habe ich meinen 38.Geburtstag gefeiert. Weil meine Eltern nicht für mich sorgen konnten haben sie mich vor 36 Jahren in ein Kinderheim gebracht, ein Jahr später kam ich dann in eine Pflegefamilie. Es ist für mich der absolute Hammer wie schwer mir das über all die Jahre fiel. Das Gefühl in dieser Welt nicht willkommen geheißen zu sein. Meine Eltern waren überfordert, haben mit meiner Geburt nicht gerechnet und ich hatte oft das Gefühl meinen Platz in dieser Welt rechtfertigen zu müssen. Und habe am meisten darunter gelitten, dass ich nicht herausragend bin, in nichts besonders, sondern eben ziemlich durchschnittlich. Über Jahrzehnte habe ich dieses Grundgefühl Gott zum Vorwurf gemacht. Schließlich wusste er in was für eine Familie ich geboren werde, er hätte das verhindern können. Ich bin so dankbar, dass ich an einen Gott glaube, der unter meinen anklagenden Gebeten nicht zusammenbricht, der sich nie genervt abgewandt hat. In den letzten Jahren hat sich dann angefangen mein Blick zu verändern und für mich ein wunderbarer Tag war der gestrige Geburtstag. Die Reise ist nicht beendet, weil ich lebe ja noch, aber sie ist versöhnt. Mein Blick geht nicht mehr dauernd darauf was Gott hätte verhindern können, sondern wie dankbar ich ihm heute für mein Leben sein kann. Es ist ein langer Prozess und ich musste mich von einem Gott verabschieden, der mich vor allem bewahrt, der mir auf alle Fragen eine Antwort gibt, der schenkt, dass es mir besser geht als Menschen, die nichts mit ihm zu tun haben wollen und dass meine äußeren Umstände nicht das Maß sind für seine Liebe zu mir. Dafür habe ich einen Gott kennen gelernt bei dem Zweifel erlaubt sind, der mir keine Vorwürfe macht und der eines schenkt: inneren Frieden. Es ist so schön nicht bei dem Schmerz stehen zu bleiben, sondern sich anzuschauen wie es weitergeht. Meine Seele findet tatsächlich Ruhe bei Gott, Sein dürfen ohne Rechtfertigung, ohne Beweise… Und er stellt mir Menschen an die Seite, die mir ganz oft das Gefühl geben in dieser Welt willkommen zu sein. Mein Mann und meine drei Mädchen und meine Freundinnen… Gott erfüllt nicht alle meine Vorstellungen und Erwartungen, aber er heilt die Seele. Und mit einer ermutigten Seele lebt es sich leichter, schöner, versöhnter. Dafür bin ich heute sehr dankbar!!! 

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von leichten Dankesmomenten und solchen, die man suchen muss

Einige habe ich von ihnen schon gesehen. Sie haben mir Dinge aus ihrem Leben erzählt ohne, dass ich den Ton ihrer Stimme dabei vernommen hätte, die Bewegung ihrer Hände, der Ausdruck in ihren Augen. Am Anfang sitze ich innerlich eingeschüchtert auf meinem Platz. Ihre Geschichten haben sie nicht nur mir erzählt, sondern auch den 13 000, die auf eine Begebenheit aus ihren Leben warten. Ich sitze mit denen in einem Raum, die ihrem Leben Worte geben und das verbindet uns. Die Liebe zum Schreiben, die Freude an Sprache, der Wunsch sich mitzuteilen, auszudrücken. Das Bloggerevent von dem ich ein Teil sein durfte hat mich so bereichert, die Seminare und Impulse, Gespräche und Gemeinschaft. Ich komme mit großer Unsicherheit und gehe motiviert, inspiriert, berührt und ermutigt. Es ist nicht schwer auf der Rückfahrt viele Dankesmomente innerlich festzuhalten.

Mein Mann holt mich kurz vor 20 Uhr vom Bahnhof mit unseren Kinder ab. Er hat abends gepredigt, sie waren mit ihm unterwegs. Meine Mittlere weint. Es dauert etwas bis ich heraus bekomme was sie traurig macht. Meine Kleine dreht sich von mir weg, weil ich zuerst meine Mittlere tröste und sie danach erst in den Arm nehme. Meine Große erzählt mir zwischen den Schluchzern meiner Mittleren und dem abgewandten Blick meiner Jüngsten, ihre Version des Wochenendes. In die Wohnung stolpern wir zu fünft. Jedes Zimmer sieht auf seine Weise kreativ bewohnt aus, so lässt sich Chaos schön umschreiben. Die Brotdosen für morgen früh fische ich noch aus den Ranzen, denn vor meinem morgigen Frühdienst werde ich sie für die Pausen füllen. Mein Mann fragt, ob alles in Ordnung ist. Ja, denke ich und sage ich und meine ich auch. Das ist meine Realität, das ist mein Leben. Mein Wochenende war so schön und daran können auch Chaos, weinende Kinder und der morgige Frühdienst nichts ändern. Ich habe mich für die Dankbarkeit entschieden, selbst wenn manche meinen ich rede mir mein Leben schön. Vielleicht mach ich das auch, aber ich liebe diese Perspektive. Ich möchte mich nicht über meinen Mann ärgern, der die Wohnung nicht aufgeräumt hat, sondern bin ihm dankbar, dass ich gehen konnte. Ich möchte nicht frustriert sein, dass meine Mittlere weint, sondern dankbar, dass eine Umarmung von mir eine große Wirkung hat. Ich will nicht genervt sein, dass ich morgen Frühdienst habe, sondern werde die Hoffnung, die diese Frauen in mein Herz gestreut haben mitnehmen zu all den Menschen, denen ich morgen begegne. Die Hoffnung, dass jede Stimme gehört wird. Und ihre Berechtigung nicht erst bekommt, wenn sie von vielen wahrgenommen wird. Gott, der geschaffen und ins Leben geliebt hat ist Hörender, ist der, der unsere Stimmen wahrnimmt. Und es nicht wichtig, ob sie leise oder laut sind, verzagt oder fordernd, mit Schliff oder ein Stottern. Bei ihm braucht es noch nicht einmal hörbare Worte… Es fühlt sich nicht alles wunderbar gerade an, aber Dankbarkeit ist für mich vor allem eine Entscheidung und kein Gefühl. Und so sammle ich all die Momente, die leicht zu finden waren von diesem Wochenende in meinem seelischen Dankestank und sammle hier Zuhause weiter, auch wenn ich erst etwas suchen muss…

Hier mit den zwei wunderbaren und inspirierenden Frauen Christine von http://www.denspatzinderhand.blogspot.com und Veronika von www.veronikasmoor.com 

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unsinnig?

„Ja, da stimme ich dir zu: unser Geruchssinn dient auch dazu, dass wir überleben und macht uns auf Gefahren aufmerksam.“ Das war eine meiner Antworten vor langer Zeit als ich im Gespräch mit jemandem war, der nicht daran glaubt, dass wir Menschen erdacht, geschaffen, geformt sind. Meine Argumente sind in solchen Situationen sehr sehr dünn, weil mich das Thema Evolution noch nie so wirklich interessiert hat. „Ja, aber vielleicht glaubst du einer Lüge,“ sagt mein Gegenüber verständnislos. „Schließlich kannst du nicht beweisen, dass wir alle erschaffen wurden und sich jemand etwas bei jedem Menschen gedacht hat.“ „Ja, aber ist das denn nicht eine wunderschöne Lüge, falls es eine ist? Denn deine Theorie kannst du doch auch nicht beweisen.“ Und in meinem Alltag gibt es immer wieder Anzeichen, kleine Besonderheiten, unscheinbare Nebenschauplätze. Zum Beispiel: der Geruchssinn. Ja, er dient zum Überleben. Das sehe ich auch so und es fasziniert mich. In der Krankenpflege finde ich das immer wieder so interessant. Im Moment versorgen wir eine große klaffende Wunde bei einer Person. Man sieht nicht in die komplette Wunde hinein, aber wenn der Verband entfernt ist riecht es nach Wunde, nach saubere Wunde. Der Geruch wäre ein anderer, wenn sie nicht gut heilen würde. Ein Mensch mit Diabetes, welches noch unentdeckt ist hat verschiedene Symptome, eines davon ist ein veränderter Mundgeruch. Ich habe eine feine Nase und viele Gerüche stressen mich, aber in der Pflege helfen sie mir und machen mich manchmal auf etwas, was ich noch nicht sehen kann, aufmerksam. Außerdem kennen wir Geschichten in denen Menschen gerettet werden konnten, weil sie ein Feuer schon gerochen haben bevor sie es entdeckten. Aber letzte Woche war ich mit meinen Mädels in einer anderen Stadt unterwegs und wir liefen über einen Markt. Bevor ich den Rosenstand sah, nahm ich schon den feinen Geruch dieser wunderschönen Blume wahr. Kann mir jemand erklären, warum eine Blume, die schon so schön aussieht auch noch duften soll? Die Biene würde die Rose zum Bestäuben auch ohne ihren Duft finden. Ist der Duft der Rose nicht unsinnig? Oder ist er einfach ein liebenswerter duftender Hinweis auf den, der sich an Schönheit erfreut und sich daran freut, wenn ich seine kleinen Anzeichen wahrnehme und dankbar mit einem Strauss Rosen nach Hause gehe, weil die Frau sie mir so super günstig verkauft hat? Ich sitze mit Gott (so fühlt sich das an) vor diesen fünf Wunderwerken und danke ihm für diese wunderschönen Blumen, für diesen feinen Geruch, den ich nur in Form der Rose mag und nicht in anderen Dingen als Zusatzstoff. Für mich ist das ein lesbares Zeichen von Liebe, Genuss und jemandem, der an mehr denkt als nur ans Überleben. Ja, ich bin sehr dankbar für meinen Geruchssinn. Ich liebe gute Düfte sehr! Bei einem meiner letzten Vorträge haben mir die Veranstalter zu meinem Honorar noch einen Douglas Gutschein dazu geschenkt. ich war so freudig überrascht, weil ich mir nach einem Jahr endlich wieder mein absolutes Lieblingsparfum kaufen konnte… Und das ist für mich totaler Genuss das morgens aufzusprühen. Ich feiere meinen Geruchssinn, nicht nur zum Überleben und für meinen Beruf, sondern auch, weil er Genuss bedeutet. Und ich feiere den, der liebevoll erdacht, geformt und geschaffen hat, die Rose und ihre Schönheit in Duft und Aussehen und meine Sinne, die sich daran erfreuen.

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ein paar Dankesmomente

Wenn ich regelmäßiger schreiben würde und wieder einen Rhythmus hätte wann ich abends meine Dankesmomente mit euch teile, dann hättet ihr am

Montag gelesen, dass ich unendlich dankbar für eine liebe Freundin war, die bei mir übernachtet hat, weil mein Mann in Rumänien ist und ich Frühdienst hatte. Als ich dann nach der Frühschicht in meine Wohnung kam war keiner da und meine Töchter hatten mir einen Zettel geschrieben, dass sie bei meiner Freundin sind und ich am Nachmittag machen soll was ich möchte. Ich habe geschlafen, gemalt, gelesen… Wunderbare Freundin, wunderbarer Montagnachmittag.

Am Dienstag hätte ich euch wieder von einer Freundin erzählt mit der ich kurz Zeit hatte zu reden und die mir einfach in ihrer Art gut tut. Ich habe das riesen Privileg mit der Mutter und der Tochter befreundet zu sein und das ist so bereichernd für alle Gespräche. Sie sind mir eine riesige Ermutigung für eine Mama-Tochter Beziehung, für die ich am Dienstag so dankbar war.

Am Mittwoch galt mein Dank dem Reis, dem Gemüse und dem Lachs und einer super leckeren Soße dazu. Meine Mädels und ich waren eingeladen und meine Freundin ist Thermomix begeistert. Das Essen war so lecker. Meine Große sagte: „Wünsch dir doch einen Thermomix.“ Nein, ich muss nicht alles haben und kann es genießen, wenn ich zu ihr zum Essen eingeladen bin. Das war echt lecker!

Am Donnerstag habe ich einen Ausflug mit meinen Mädels zu einer Veranstaltung gemacht. Da mein Mann unser Auto mit in Rumänien hat, habe ich eins bei Carsharing ausgeliehen und als wir 4 im Auto sitzen fragt meine Tochter was das für ein komischer Schaltknüppel ist. Ah, ein Automatic und ein Hybridauto. Meine Mädels werden richtig unsicher. Und ich mag das so. Denn ich bin auch unsicher und sage das auch, aber von unserer Unsicherheit lassen wir uns nicht leiten. Das hören sich meine Mädels zu jeder Gelegenheit an und da ist wieder so eine. Und wir kommen bewahrt (wobei das nicht in meinen Händen liegt) hin und zurück. Und weil der Tank dann ziemlich leer ist und dieser aber beim Abstellen zu einem viertel gefüllt sein muss, fahren wir zu einer Tankstelle und bekommen den Tankdeckel nicht auf. Ich denke, wir bieten sicher ein amüsantes Bild wie wir alle nacheinander an diesem Tankdeckel rumdrücken und ziehen… Er bleibt geschlossen. Youtube ruf ich und wir beugen uns über das Handy und freuen uns, dass es einen jungen Mann gab, der ins Internat stellt wie er den Tankdeckel seines Toyota Hybrids aufmacht. Es gibt einen Hebel im Fußraum, auf den ich in 100 Jahren nicht gekommen wäre. Meine Dankbarkeit gilt einem schönen Tag mit meinen Mädels, dass wir uns von unserer Unsicherheit haben nicht leiten lassen und dem Video bei youtube.

Und das schöne ist, weil ich mir viele Dankesmomente so bewusst mache fallen sie mir alle gleich wieder ein und obwohl es auch unangenehme Situationen in dieser Woche gab sind sie nicht vorherrschendes Lebensgefühl. Dafür bin ich dankbar. 

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tröstende Worte

Im Dankesmomente sammeln gibt es immer wieder mal Zeiten in denen sich wie eine Art Trotz in mir entwickelt. Weil ich äußere Umstände als kompliziert und nicht so wie ich es mir vorgestellt habe wahrnehme und dazu meine emotionale Lage nicht ganz ausgeglichen ist, dann will ich keine Momente festhalten für die ich dankbar bin, weil sie meine äußeren Umstände nicht verändern mit denen ich hadere. Heute komme ich an meinem Bücherregal vorbei und mein Blick fällt auf das Buch: 1000 Geschenke von Ann Voskamp. Ich unterbreche meinen Wochenendputz und weiß, die brauche ich jetzt. Die wunderschönen Worte von Ann Voskamp, die all die Gefühle und Gedanken zum Thema Dankbarkeit kennt und die mich tröstet. Ihre Worte haben mich heute wieder erinnert und ermutigt und getröstet und mir einfach gut getan. Deshalb liebe ich Bücher, Ann Voskamp werde ich nie persönlich treffen, aber ihre Worte, ihre Weisheit treffen meine Seele, ein wunderbarer Dankesmoment.

<Ist es nicht falsch, die Aufmerksamkeit des Herzens auf einen Solchen Augenblick (Dankesmoment) zu richten, während die Welt haltlos taumelt und in schier unerträglichem Leid versinkt? Ich weiß um das schreckliche Leiden der Armen, ich habe Hungernde gesehen und die Waffen des Krieges. Ich habe selbst Schmerz erlebt, aber ich weiß, dass ich mit meinem Leiden die Not der Welt nicht lindern kann. Vielmehr trage ich zum allgemeinen Elend bei, wenn ich nicht dankbar bin für das Morgenlicht, das durch die Baumkronen fällt, wenn ich mich nicht erfreue an dem schweren Duft der Rosen am Beginn des Sommers, wenn ich das Lied der Drillen in einer feuchten Nacht nicht beachte, das Rauschen der Flüsse, die Sterne am Himmel, den Regen, der fällt, und an all die unzähligen guten Gaben, die Gott uns gibt. Die Welt braucht nicht noch mehr Verzweiflung. Es wird der Welt nicht helfen, wenn ich die Freude zurückweise, wo sie doch die Kraft ist, die uns zu retten vermag. Wer sich aus Solidarität mit den Leidenden der Freude verschließt, der hilft ihnen nicht. Das Gegenteil ist der Fall. Die Tapferen, die auf all die guten und schönen Dinge achten – und seien sie auch noch so klein -, die dankbar sind und Freude im Alltag entdecken, sie sind die Botschafter der Hoffnung, die das Licht in die Welt tragen.> Ann Voskamp, 1000 Geschenke

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Ermutigung

Unser Auto ist in der Werkstatt und ich bin dankbar, dass ich den Termin für meinen heutigen Vortrag nur 4 km entfernt hatte. So konnte ich mit dem Fahrrad dorthin fahren und habe die Herbstluft, die Farben der sich verändernden Blätter und den Wind genießen können. Jetzt ist Herbst. Hinter uns liegt ein heißer wunderschöner Sommer, aber der Rhythmus der Jahreszeiten bleibt verlässlich und der Herbst zieht ein. Und was mich heute am dankbarsten macht ist die Unterhaltung mit der älteren Frau nach meinem Vortrag. Denn das Arbeiten in der ambulanten Pflege freut mich und belastet mich. So wenig Eigenreflexion und dadurch entstandene Einsamkeit, ungeklärte Beziehungen… und immer fährt bei mir die Sorge mit, dass ich so später alt werden könnte. Und diese wunderbare Frau, mit der ich nach meinem Vortrag ins Gespräch kam, zeigt mir die schöne Seite des älter werdens. Sie wird angerufen von ihrere Tochter um mit den Enkeln zu helfen, sie töpfert und in investiert in andere Menschen. Nicht alles geht mehr schnell und leicht von der Hand aber sie versucht diesen Prozess des schwächer werden anzunehmen und zu lernen damit umzugehen. Sie bleibt Lernende und formuliert abends immer wieder Gründe für die sie dankbar ist. Sie hat eine so schöne warme Ausstrahlung und nimmt mir heute die Sorge vor der Einsamkeit im Alter. Zwischen uns liegen ca. 40 Jahre, aber uns verbindet der Gedanke, dass wir vielleicht nie unsere eigenen Ideale erreichen, dass es aber trotzdem möglich ist versöhnt mit sich selbst unterwegs zu sein. Heute ist sie meine Ermutigung und dafür bin ich sehr dankbar!!!

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Atmosphäre schaffen

Atmosphäre – wenn sie stimmig und schön ist gelingt es ein Klima zu schaffen, das ohne Worte von Wertschätzung, Annahme, Willkommensein redet. So ging es mir am Donnerstag als ich als Referentin wieder einmal unterwegs war. Es gehört mit zu den schönsten Momenten: dieses Wahrnehmen, dass Frauen Frauen Gutes tun. In dem Wunsch der anderen einen Alltagsurlaub zu gönnen mit wunderschöner Herbstdeko, stimmungsvollem Licht, ein üppiges Salatbuffet… Ich sitze und genieße das. Umarmungen, freundliche Worte, Lächeln… Es ist eine wunderschöne Atmosphäre, herzlich, freundlich, zugewandt. Ein wunderschöner Abend. Wenn Frauen Frauen Gutes tun ist das für mich immer ein Grund dankbar zu sein und weil ich gerade an meinem Wohnzimmertisch sitze mit Blick auf die Herbstdeko, die ich an dem Abend mitnehmen durfte und dieser Abend so schön war, teile ich das mit euch. Und ich schätze all die Frauen, die in diesen Teams sind, die solche Abende oder Vormittage vorbereiten. Die sich Themen überlegen, Termine, einen Ablauf… Schon Anfang des Jahres habe ich Anfragen für das Jahr 2020 bekommen. Ist es nicht total schön, dass deutschlandweit Frauen in einzelnen Gemeinden, Kirchen, Landfrauenvereinen sich finden und überlegen wie können wir unseren Freundinnen, Kolleginnen, Nachbarinnen Erholung ermöglichen, eine Atempause, etwas Abstand vom Alltag? Sie treffen sich und legen Thema fest, fragen Referentinnen an, überlegen sich wie Atmosphäre an dieser Veranstaltung entstehen kann und nehmen zu ihrem eigenen Alltag zusätzliche Absprachen, Organisation etc. auf sich. Ich bin so dankbar das immer wieder sehen zu dürfen. Ihr macht so eine wichtige Arbeit!!! Schön, dass es euch alle in diesen Teams gibt!!!

 

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Wir sind schon mittendrin

Das Wochenende liegt hinter mir, schön war es. Das lag am wunderbaren Wetter, es lag daran, dass mein Mann 10 Tage in Ägypten war und gesund wieder Zuhause angekommen ist, es lag am Lachen meiner Kinder, an meiner Freundin zu der ich meine Mädels gebracht habe vor meinem Spätdienst und bei ihr bekomme ich immer einen Cappuccino. Es lag wirklich zum größten Teil an den Menschen mit denen ich Zeit verbracht habe. Ich gebe zu, dass die Arbeit in der ambulanten Pflege mich mehr beschäftigt als ich dachte. Wobei es eigentlich nicht überraschend ist und doch bin ich immer wieder überrascht wie nah mir Menschen kommen, innerlich. „Menschen brauchen doch Menschen,“ sagt mir eine einsame Frau zu der ich in meinen Spätdiensten fahre. Nein, nicht alle sind einsam. Es gibt die Menschen, die in der fürsorglichen Gegenwart ihrer Familien altern. Manchmal denke ich, dass es von denen aber nicht sehr viele gibt. Einsam im Alter, obwohl man Kinder hat. Diese aber so beschäftigt sind, dass das Wochenende zum Ausruhen da ist und eine alternde Frau passt da nicht rein? Zerrüttete Familien, Streit, unausgesprochene Erwartungen, verletzte Gefühle, fehlende Eigenreflexion… Keiner von ihnen hat sich überlegt im Alter allein sein zu wollen. Woran also liegt es, dass so viele einsam sind? Ohne gesehen zu werden, fehlende Wertschätzung, einsam… Im Moment beschäftigt mich das sehr. Denn so will ich nicht alt werden. Ich wünsche mir, dass meine Töchter mich gerne später einmal sehen. Dass ich für sie Ermutigerin bin, Rückenstärkerin… Wie kann das gelingen? Ich wünsche mir auch dann noch zuhören zu können, wenn mich Schmerzen plagen. Den anderen, mein Gegenüber wahrnehmen und nicht in der Erwartungshaltung, dass die anderen sich melden sollen. Ich möchte meinen Teil mit beitragen und Lernende bleiben und nicht irgendwann davon ausgehen, dass nur noch ich Recht habe. Was braucht es dazu? Wie kann das gelingen? Im Moment bin ich nachdenklich und sehr dankbar nicht einsam zu sein. Mein leben pulsiert, um mich herum viele Menschen, meine Familie, wertvolle Freundinnen, Bekannte… Wird das automatisch irgendwann weniger? Ich kann mir das gar nicht vorstellen. So lange ich auf meine Fragen noch keine Antworten habe sage ich Gott danke für all die Menschen, die er mir zu Seite stellt, für all die Wertschätzung, die mir entgegen gebracht wird, für alle Gespräche, die ich führen darf, für jede Umarmung. Erst jetzt wird mir wieder einmal ganz neu bewusst was für ein Privileg das ist. Und wenn ich Antworten auf meine Fragen habe mache ich einen Vortrag draus mit dem Titel: Mit sich und anderen versöhnt altern… oder so ähnlich. Denn das Alter kommt ja auf uns alle zu und wir stecken schon mittendrin, denn heute bin ich älter als gestern und morgen bin ich älter als heute…

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kleine aber feine Entscheidung

In der letzten Woche war viel los, der normale Alltag und zusätzlich so innere Prozesse in die man immer mal wieder kommt und denkt und grübelt und reflektiert. Und obwohl das äußere Leben nicht viele Veränderungen mit sich bringt ist das Innere unruhig, unsicher… Und dann kam ich auf die Idee all die Bücher die ich sonst so lese liegen zu lassen, bin mit meinen Mädels in die Bücherei und habe mir einen historischen Roman mitgenommen. Dieses Genre habe ich bevor ich Mama wurde so viel und so oft gelesen, der letzte historische Roman den ich gelesen habe liegt allerdings schon über 10 Jahre zurück. In ein paar Stunden (die ich nicht am Stück verbrachte) hatte ich das Buch ausgelesen. Während all die Bücher die ich oft lese in die Eigenreflexion führen, zwischen den Zeilen den Wunsch der Veränderung mit sich bringen und die Seele treffen, ist ein Roman eine Geschichte. Diese spielte um 15oo, hatte nichts mit meinem Leben zu tun, blieb an der Oberfläche, war unterhaltend. Und beim Lesen kann ich gut entspannen. Deshalb bin ich heute dankbar für diese kleine aber feine Entscheidung in der letzten Woche, für die Autorin Astrid Fritz, für ihre Idee und die Umsetzung der Geschichte, für meinen Büchereiausweis, Tee, Duftkerzen, Kuscheldecke und dass jeder Tag einen Abend hat.

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Käsekuchen

Wisst ihr, ein großes Vorrecht welches ich genieße seitdem ich Kinder habe ist, dass ich vom ersten Atemzug an einem Menschen bei seiner Entwicklung zusehen darf. Es ist doch erstaunlich wie aus Babies Kinder werden und aus Kindern Erwachsene. Und man selbst ist so dicht mit dabei. Und mir ist es so wichtig immer wieder wahrzunehmen, dass eine Entwicklung stattfindet, denn im Wettbewerb der Schule und anderer Eltern, übersehe ich das manchmal leicht, weil meine Kinder nicht hochbegabt sind, sondern eher durchschnittlich wenn es um Leistung geht… Aber an diesem Wochenende war wieder solch ein Schritt spürbar. Meine drei Mädels wollten unbedingt einen Kuchen miteinander backen und zwar ohne meine Hilfe. „Wirklich?“ frage ich. „Ja, wir können das zusammen.“ Nachdem ich ein Rezept gut leserlich auf einen Zettel geschrieben habe und alle Zutaten zusammen gesucht sind, bin ich ins Wohnzimmer gegangen und habe gelesen, während die drei nacheinander Zutat um Zutat zu einem Teig verrührt haben und dazu noch eine Füllung, denn es gab Käsekuchen. Und er ist richtig gut geworden. Den Herd sollte ich dann vorheizen und die Backzeit überwachen. Aber Kuchen gab es weil die 3 miteinander gebacken haben. Ich fand es so süß ihnen aus dem Wohnzimmer zu lauschen. Heute bin ich dankbar für alle Schritte die meine Kinder schon gegangen sind, für alle Gaben die in ihnen angelegt sind und dass ich sie begleiten darf. Und ich freue mich echt auf die Zeit, die in ein paar Wochen anbricht, wenn es heißt: Plätzchen backen. Es gibt Mütter, die backen in großer Begeisterung mit ihren Kleinkindern Plätzchen. Ich gehöre nicht dazu. Meine ich-backe-gerne-mit- meinen-Kindern Zeit beginnt erst jetzt…

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sensibles Thema

Einmal im Jahr gehe ich zur Krebsvorsorge und es ist mir bewusst, dass nach einem solchen Arztbesuch sich das Leben nicht mehr anfühlen könnte wie vorher, weil man einen schlechten Befund mitgeteilt bekommen hat oder die Unsicherheit in den Augen der Ärztin sah. Ich habe kein Recht auf meine Gesundheit und mich kann es treffen – eine Diagnose, ein Unfall, ein Verlust. Auch wenn mich die ein oder andere Freundin schon für zu negativ erklärt hat, bin ich mir meiner Gesundheit dadurch sehr bewusst und bin dankbar für einen Arztbesuch ohne Befund. Mein Leben darf danach genauso weitergehen wie davor. Und es ist mir bewusst, dass das ein sensibles Thema und ein Privileg ist. Ich bin dankbar für die Gesundheit, irgendwann wird sich das wahrscheinlich ändern. Und wenn ich nicht krank werden sollte, dann werde ich alt. So oder so, die Kraft wird schwinden, mein Körper sich verändern. Und ich bin dankbar, dass es mir so gut geht.

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willkommen

Dieses Wochenende war ich zum einen bei einem Frauenabend als Referentin eingeladen und heute durfte ich in einem Gottesdienst predigen. Meine Große hat mich heute begleitet und war danach voll begeistert: „Mama, ich will jetzt ganz oft mit. Die sind ja alle voll lieb und so herzlich. Das hat mir total gut gefallen.“ Mir auch und ja das ist ein riesen Privileg und etwas was ich sehr schätze, wenn ich zu den einzelnen Veranstaltungen fahre. Liebe Worte, Wertschätzung, willkommen geheißen zu werden. Als wir zurück sind besuchen wir als Familie eine Familie aus Syrien. Wer meinen Blog schon mehrere Jahre mitliest wird sich vielleicht an den Fußboden des Treppenhauses erinnern, den ich schon einmal fotografiert hatte. Das war Anfang 2016 als ich diese Familie kennenlernte. Seit meinem letzten Besuch sind ca 2 Jahre ins Land gegangen. Vor allem mit den beiden großen Töchtern möchte ich wieder einmal reden. Mittlerweile trägt auch die 12 jährige, die auf ihren 13. Geburtstag zugeht, ein Kopftuch. Sie kommen nicht aus ihrem Zimmer, denn mein Mann und ein Freund aus Ägypten sind dabei und sie möchten jetzt gerade ihre Haare nicht verbergen. Also setzte ich mich zu ihnen ins Zimmer. Wir reden, das heißt sie reden. Erzählen mir, dass sie in den Klassen gut zurecht kommen, aber keine Kontakte zu Deutschen außerhalb der Schule haben. Sie berichten wie sie nicht nur einmal wegen ihres Kopftuches beschimpft wurden und Leute sie meiden. Und ein Satz bleibt mir hängen: „Unsere Eltern sind mit uns hierher damit wir in Frieden leben. Hier ist natürlich kein Krieg, aber wie Frieden fühlt sich das auch nicht an.“ Während ich die letzten Tage viel Wertschätzung erlebt habe, werden sie immer wieder mit Ausgrenzung konfrontiert. Während ich erlebe was es für ein schönes Gefühl ist willkommen geheißen zu werden spüren sie immer wieder, dass sie unerwünscht sind. Manchmal weiß ich nicht wie ich mit der Ungerechtigkeit in dieser Welt umgehen soll. Weiß mir in solchen Gesprächen keinen Rat, weil jeder Rat wie ein Schlag wirken könnte. Es ist manchmal so schwer Mißverhältnisse auszuhalten. Ich bin dankbar für diesen Besuch. Diese Familie ist mir „verloren“ gegangen in meinem Alltag. Heute wurde ich wieder daran erinnert, dass wir uns doch alle nach Wertschätzung, Anerkennung und lieben Worten sehnen. Egal welcher Religion wir angehören, welche Hautfarbe wir haben, in welcher Kultur wir Zuhause sind. Das wird mir heute wieder wichtig und ich wünsche mir von mir, dass mein Leben nie zu voll ist um andere wahrzunehmen und wertzuschätzen. Grüßen auf der Straße, sich die Namen merken, auch wenn sie so fremd klingen, einen Besuch machen… Wertschätzung hat so viele Gesichter. Für das bewusst werden bin ich heute wieder dankbar und für das Erinnern an den Beitrag den ich vielleicht dazu leisten kann…

 

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wertvolle Selbstverständlichkeit

In meinem Vortrag über Dankbarkeit ist meine Definition zu diesem Thema: „Dankbarkeit ist das Schöne wahrzunehmen, das Selbstverständliche wertzuschätzen und einen Mehrwert zu geben indem ich es festhalte.“ Heute ist mir das mal wieder sehr bewusst geworden als ich meine Spülmaschine morgens ausgeräumt habe. Ich liebe dieses Gerät. Vielleicht habe ich auch schon mal darüber gebloggt? Den ganzen Tag kann ich in kurzer Zeit meine Küche ordentlich machen in dem ich schmutzige Dinge in eine Maschine stelle. Und wenn dann alle schlafen gehen, dann schalte ich dieses Teil an und im Energiesparmodus erledigt es eine Arbeit für mich, die mich sonst viel Zeit kosten würde. Ich finde das so wertvoll und schön! Ich freu mich ganz oft morgens sehr bewusst an meinem sauberen Geschirr und es stresst mich nicht, dass es in null komma nix wieder schmutzig ist, weil ich eine tolle Alltagsbegleiterin habe. Heute bin ich dankbar für meine Spülmaschine! Eine wertvolle Selbstverständlichkeit…

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13 Minuten

Meine Morgende an denen ich aus der Stille der Nacht in die Stille des Morgens eintauche sind oft nicht effektives Bibel lesen, durchstrukturierte Gebetslisten und wohlüberlegte Monologe. Es ist ein Ankommen, ein Sein dürfen, mein Sein dürfen in Gottes Gegenwart. Heute Morgen bin ich keine Stunde vor meiner Familie aufgestanden um in den Tag zu starten, es waren 20 Minuten. Davon die Zeit in der ich mein Gesicht gewaschen und eingecremt habe, meine Zähne geputzt, Kaffee gekocht und Kerzen angezündet. Da waren es schon keine 20 Minuten mehr, sondern vielleicht noch 13. 13 Minuten in denen ich mir bewusst werde, dass ich Geschöpf bin, dass ich geliebt und angenommen bin. 13 Minuten in der die Stille mich wie ein wärmender Mantel umschließt in dem die Liebe Gottes spürbar ist. 13 Minuten in denen mir meine Identität in Jesus sehr bewusst ist, unangefochten, weder von Menschen noch von Ereignissen in Frage gestellt. 13 Minuten Ruhe und innerer Friede. 13 Minuten sind nicht viel und nicht lang, aber sie sind die wunderbare Ausgangsposition für meinen Tag. 13 Minuten, die meiner Seele gut getan haben ohne dass ich in Worte fassen könnte was genau diese Stille vor Gott in mir bewirkt. Denn da sind keine Gebetsanliegen, die ich vor ihn bringe, kein Aktionismus der mich einholt. Da ist einfach Sein, Stille, Frieden, innerer Frieden – 13 Minuten bis der Alltag anbricht. Für mich haben diese 13 Minuten heute wieder den Unterschied gemacht und für diese Zeit bin ich sehr dankbar…

Liebe das Schweigen über alles: Es bringt dir eine Frucht, die keine Zunge beschreiben kann. Anfangs müssen wir uns zum Stillschweigen zwingen. Dann aber wird etwas geboren, das uns zum Stillschweigen hinzieht. (Isaak von Ninive)

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