20160612_105402 (1).jpgEs ist nicht leicht und doch so wichtig. Und an der ein oder anderen Stelle kostet es Mut, weil vieles beliebiger zu werden scheint. Heute bin ich so dankbar für ein Telefonat mit einer Freundin. Ich war richtig aufgeregt, als sie mir ihre Situation erzählte und konnte richtig spüren, wie es ihr ging. In öffentlichem Rahmen hat sie Position bezogen, ist zu ihren Werten gestanden und hat zum Ausdruck gebracht mit was sie einverstanden ist und mit was nicht. Sie konnte nicht wissen was sie damit auslöst und hat nicht damit gerechnet, aber der Widerstand war groß. Ein Thema, das eigentlich auf Sachebene behandelt werden sollte, professionell und respektvoll, wurde zu einem persönlichen Problem. Und ist das nicht aber ein grundsätzliches Problem? Weil alles möglich sein soll, verlieren gute Werte an Bedeutung und man wird als intolerant, kleinkariert und nicht weltoffen bezeichnet. Obwohl es um Fakten geht, um ein sachliches Anliegen. Verlieren wir in unserer Gesellschaft die Fähigkeit differenziert zu denken und darüber reden zu dürfen ohne abgeurteilt zu werden? Sind Werte nicht sehr wichtig, damit eine Gesellschaft funktioniert und haben wir nicht auch diese große Flüchtlingssituation, weil in vielen Ländern bereits gute Werte verloren gegangen sind, eine andere Meinung nicht bestehen darf und bestimmte Menschen glauben, dass ihre Werte die einzig richtigen sind, sie nicht mehr in ihrem Handeln und Denken hinterfragt werden dürfen, denn alle anderen haben Unrecht? Ich bin heute so dankbar dafür, dass meine Freundin zu ihren Werten gestanden ist und Position bezogen hat. Sie hat diesen Widerstand heute aushalten müssen und das war sehr unangenehm, aber sie hat ein Zeichen gesetzt, ein gutes. In einem Interview habe ich diese Woche gelesen: „Wir müssen da mit der Gesellschaft gehen.“ Aber wo geht eine Gesellschaft hin ohne allgemeingültiger Werte, die wertvoll sind?

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