P1090869 (2)Mit meiner Mittleren stehe ich im Kindergartenflur an ihrem Kleiderhaken, die Jacke hängt schon, die Stiefel müssen noch aus. Ich rede leise und beschwichtigend auf sie ein, denn sie weint. Heute will sie nicht, weil eine Theatergruppe in den Kindergarten kommt, die ihren Raum zur Bühne verwandeln und das findet sie schon toll, aber in dieser Zeit müssen alle Kinder in die andere Gruppe. Das mag sie nicht. „Ich will in meinen Kindergartenraum mit meinen Erzieherinnen.“ Das hat sie mir schon zu Hause erklärt. Ich allerdings glaube, dass sie Freude an dieser besonderen Aktion hat und das die Unsicherheit über die veränderten Abläufe schnell verflogen ist. Ich stehe da, sie steht da, wir stehen Beide und jetzt? Aus der anderen Gruppe kommt ihre Erzieherin, sie erfasst die Situation, ich sage nur kurz, dass meine Tochter sich unsicher fühlt. Die Erzieherin geht in die Knie, setzt sich neben mein stehendes Kind, nimmt ihre Hand, geht auf Augenhöhe. Sie geht auf ihre Unsicherheit ein, findet die passenden Worte. „Sollen wir mal in unseren Raum schauen, was sich schon verändert hat?“ Meine Tochter lässt meine Hand los, gibt mir einen Kuss, ich kann beruhigt gehen…Ich bin sehr dankbar heute für diese Hilfe in dieser Situation. Kein Überreden, kein Drängen, kein Wegschleichen… Meine Tochter hat Vertrauen in ihre Erzieherin und ich auch. Dafür bin ich dankbar.

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