In den frühen Morgenstunden kamen meine beiden Großen in unser Bett gekrabbelt. Es gewitterte und das Donnergrollen war laut. Rechts und links in meinem Arm waren sie in wenigen Minuten wieder eingeschlummert und beendeten ihre begonnenen Träume. Ich konnte nicht mehr einschlafen. Zu präsent waren die Gesichter, die Porträts, die ich vor 2 Wochen gesehen hatte. Ein Fotograf hatte in Berlin Obdachlose und Wohnungslose fotografiert, ihre Geschichte in kurzen Sätzen darunter erzählte und sie am Bahnhof ausgestellt. Und heute Morgen kamen all die Geschichten und Gesichter in meinem Kopf zu Besuch. Einige von ihnen20150608_193101 hatten mal Familie, einen Beruf, ein „normales“ Leben. Was ist passiert? Eine 28jährige Frau hofft darauf ihr Kind zurück zu bekommen, das bei Pflegeeltern lebt. Bestimmt hat man ihr erklärt, dass sie dazu von der Straße weg muss. Ich stehe hilflos vor diesen Menschen, Geschichten, Schicksalen…Ich will helfen und weiß nicht wie… Ich bin heute dankbar für das Dach über meinem Kopf, für meine beiden Großen, die ich im Arm halten, ihnen Sicherheit geben kann, Geborgenheit. Ich bin dankbar für mein „normales“ Leben.

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