In der Stadt unterwegs und mir kommt ein Bekannter entgegen. Wobei das schon fast zuviel gesagt ist. Denn er kennt vor allem meinen Mann. Ich wäre freundlich nickend an ihm vorbei gelaufen, merke aber er bleibt stehen. O.k., dann bleibe ich auch stehen. Er fragt mich, ob ich schon im Weihnachtsstress bin. „Nein,“ antworte ich. „Ja, aber Sie haben doch Familie,“ sagt er. (Seine Kinder sind schon eine ganze Weile erwachsen.) Ohne auf eine Reaktion von mir zu warten, spricht er von der Reizüberflutung an Weihnachten. Von dem wenigen was er früher hatte und dass doch die Menschen nicht zufriedener sind mit all dem was heute so geboten wird und dass der eigentliche Sinn von Weihnachten verloren geht. Seine Ausführung schließt er mit dem kurzen Satz: „Weihnachtsstress ist hausgemacht.“ Er gibt mir noch schöne Grüße für meinen Mann mit auf den Weg und verschwindet zwischen den noch geschlossenen Buden des Weihnachtsmarktes. Ich gehe nach Hause und bin sehr dankbar für den erinnernden und ermahnenden Satz des Bekannten. Ich liebe Adventskalender, Punsch, Lichterketten, Zuckerwatte mit meinen Mädels auf dem Weihnachtsmarkt, Geschenke besorgen, dekorieren und alles was dazu gehört. Aber ich liebe auch die Momente in denen es still wird in meiner Wohnung, das Licht gedimmt und Ruhe kehrt ein. Mit der Bibel auf dem Schoß habe ich darüber nachgedacht welcher Satz der Weihnachtsgeschichte mir am besten gefällt. Es gibt für mich nicht das eine oder andere. Stress oder Besinnlichkeit. Der Stress lässt sich nicht immer vermeiden, aber für die Besinnlichkeit möchte ich immer wieder sorgen. „Weihnachtsstress ist hausgemacht, Besinnlichkeit aber auch.“ Für diese Begegnung und Erinnerung bin ich heute dankbar.

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