St_Louis_night_expblend

Liebe Grüße von mir für dich.

Veränderungen. Die, die schön sind und inspirierend und erfolgreich und wunderbar, die Veränderungen mag ich. Aber die, die mich unsicher machen, wo ich nicht weiß, wie ich zu reagieren habe, wie weit die Veränderung gehen wird, die, die mag ich nicht. Nun stand ich heute in der Küche, um das Mittagessen zu kochen und meine Großen standen dabei. Zwischen ihnen entstand eine Auseinandersetzung. Sie endete mit Tränen auf beiden Seiten. Ich stehe daneben. Weiß nicht, wie dieser Streit begonnen hat und hab keine Ahnung, ab wann ich eingreifen soll und für wen ich Partei ergreifen soll  (für niemanden, schon klar), denn ich kenne die Ursache nicht. Und man soll ja, laut Pädagogen, nicht sofort eingreifen, aber wann denn dann? Und laut Pädagogen sind so Auseinandersetzungen wichtig für die Entwicklung, die Sozialkompetenz. Echt? Irgendwie steht nirgendwo, wie blöd es sich als Mama anfühlt, daneben zu stehen. Und ich mache mir dann auch gleich Gedanken. In letzter Zeit streiten sie öfter. Das ist eine Veränderung, die ich nicht mag. Ich mags still und gleichberechtigt und reflektiert und kontrolliert (bin ich natürlich alles selber nicht). Und ich beobachte sie und denke voller Sorge: Meine Familie ist mir so wichtig und ich wünsche mir so sehr ein gutes, inniges Verhältnis zu meinen Kindern, aber auch für die Schwestern untereinander. Wo Schwestern auch Freundinnen sind, Klamotten tauschen, über Jungs reden und ihre Lebensfragen stellen. Was, wenn wir das nicht hinkriegen, sondern so eine anonyme Tischrunde werden? Meine Schwester hat mir gestern auf den AB gesprochen. Sie fragt wie es mir geht. Was ich so mache, freut sich über einen Rückruf. Wir tauschen keine Klamotten, weil sie in den USA wohnt, wir reden nicht über Jungs, weil unsere schon Männer sind und wir über unsere Ehen reden. Wir stellen uns unsere Lebensfragen, wollen wissen, wie die andere mit bestimmten Themen umgeht. Wir hatten Zeiten, da wollten wir keine Schwestern sein, weil wir die andere doof fanden. Es gab Zeiten, da haben wir uns mit Absicht gegenseitig verletzt und es gab auch schon mal körperliche Übergriffe. Das gehört zu unserer Schwesterngeschichte. Mittlerweile ist meine Schwester auch meine Freundin. Und wenn ich mit diesem Gedanken meine Mädels beobachte, dann macht mir das Hoffnung und für diesen Hoffnungsmoment und meine tolle Schwester bin ich heute dankbar.

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