In Zeiten in denen ich es eher stressig finde, bin ich als Mutter eine echte Niete und daran merke ich als erstes, dass ich Prioritäten wieder überdenken und anders setzten muss. Und dann mache ich mir Sorgen um die Beziehung zu meinen Töchtern. Dass es irgendwann einen Bruch zwischen uns geben könnte. Dass sie mir Dinge von jetzt, die ich gar nicht böse meine, sondern gut, übel nehmen. Ich kenne mehrere solcher Familiengeschichten. Dass Kinder in ihrem Erwachsenenalter nichts mehr mit ihren Eltern zu tun haben möchten, weil sie sich von ihnen unentwegt entmutigt fühlen oder falsch verstanden oder das Gefühl haben, es nicht recht machen zu können. Keiner der Mütter macht das absichtlich, aber trotzdem gibt es diese Brüche, Verletzungen und Vorwürfe aus der Kindheit. Das ist mir imm20160512_154724er sehr bewusst. Weil ich es mir so anders wünsche!! Ich habe eine Freundin, mit der kann ich unentwegt darüber reden, wie wir uns das mit unseren erwachsenen Töchtern wünschen. Und ich bin so dankbar für diese Gespräche, weil sie mich schon jetzt aufmerksam machen, was kann ich schon jetzt investieren und in meinem Verhalten reflektieren, dass meine Töchter gerne mit mir zusammen sind. Das ist natürlich keine Garantie, aber ein erster Schritt. Und ich bin dankbar, dass ich in der Stadt eine junge Frau getroffen habe, so um die 21 Jahre alt. Sie fragte mich, ob ich eine Idee hätte, was sie ihrer Mama zum Geburtstag schenken könnte. Ich sagte: >Zeit.< Wenn meine Töchter mir in ihrem Alter einen Gutschein für ein gemeinsames Frühstück oder Kinoabend oder so etwas schenken würden, wäre ich die glücklichste Mama der Welt. Wenn meine Tochter dann echt Lust hätte, mit mir zusammen zu sein. „Gute Idee,“ sagte die junge Frau, „weil, ich bin voll gerne mit meiner Mama zusammen.“ Solche kurzen Alltagssituationen ermutigen mich, denn sicher hatte diese Mutter auch stressige Zeiten und war dann als Mama vielleicht nicht so achtsam und geduldig und reflektiert. Dankbar für eine mutmachende Begegnung.

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