20151115_195844Gestern Morgen bin ich zum Einkaufen gefahren und es war für mich selbst so seltsam, denn ich habe richtig geweint. In mir war ein richtiger Schmerz, den ich gar nicht richtig beschreiben oder benennen kann. Der Grund meiner Tränen war Paris, die Anschläge und all die anderen Taten, die nicht solch eine Aufmerksamkeit bekommen, obwohl sie aus derselben Motivation sind, auf dieselbe Art und Weise passieren. Es ist der Hass, der mich so trifft. Der Hass, der Menschen zu Mördern macht. Der Hass, der das Leben eines Menschen für gering erachtet. Der Hass, der das eigene Leben gering erachtet. Der Hass, der Schmerzen verursacht, der Hass, der neuen Hass entstehen lässt, der Hass, der den Tod bringt. Und ich habe, wie viele andere Leute, in den sozialen Netzwerken dieses hashtag #prayforparis gesehen, viele haben es gepostet. Und ich bete, dass dieses hashtag zur Tat führt. Aber ich mach mir Sorgen, denn teilweise wurden die hashtags mit so vernichtenden Worten unterstrichen. Und das verstehe ich. Denn wir sind alle fassungslos. Fassungslos, was Hass verursacht!!! Und ich bete und schaue in das Buch, das ich so liebe und das auch so unbequem sein kann. So unverständlich. So herausfordernd. Und gegen dessen Aussage der Menschenverstand rebelliert. Jesus sagt: >Liebet eure Feinde! Betet für die, die euch verfolgen.< Matthäus 5,44. Das kann doch nicht sein! Das kann er nicht ernst meinen! Das wirkt schon fast menschenfeindlich. Fast schon so, als würde er die Täter schützen wollen und die Opfer alleine lassen. Nein, das tut er nicht!!! Nein, er ist bei den Opfern, er ist bei denen, die trauern, er ist bei denen die geliebte Menschen verloren haben. Aber er weiß auch, dass Wut die gärt, zu Hass wird. Und dass Hass Hass hervorbringt. Und Gewalt Gewalt hervorbringt. Und nur Frieden Frieden hervorbringt. Ich bete für den Frieden. Ich bete für Feinde, dass ihre gewaltbereiten und harten Herzen weich werden. Ich bete, dass die Liebe den Hass besiegt. Und ich bin heute dankbar, dass ich daran glauben kann. Der Hass ist nicht größer, nicht stärker als die Liebe. Und darum bete ich weiter!

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