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In freudiger Erwartung auf unsere erste Tochter.

Mein Tag ist seit den Morgenstunden super chaotisch. Das steigert meine Verunsicherung als Mama der letzten Wochen nochmal um einiges. Meine Freundin ruft an, die, die ich selten sehe, aber schon lange kenne und die mir immer gut tut. Deshalb nehme ich das Gespräch an. Sie bittet mich um Rat bzg. ihrer kleinen Tochter. Ich höre was sie zu erzählen hat und antworte: „Du brauchst nicht meinen Rat. Lass dich von Außen nicht verunsichern. Du machst das gut. Mach das, was du denkst, was du eigentlich schon spürst.“ Ich will schon auflegen, da fragt sie mich. Wie geht’s dir/euch. Innerhalb von Minuten entlädt sich bei ihr mein Frust der letzten Wochen, die Verunsicherung, Entscheidungen, die ich treffen muss, meine Hilflosigkeit. Ihre Worte tun mir gut, ihre Ermutigung und ihr Abschlusssatz: „Hör auf dein Bauchgefühl.“ Das ist mein heutiger Satz. Unsere Kinder kennen keine Statistiken, Richtwerte und Normen. Sie entwickeln sich einfach, sie werden groß, gewinnen an Fertigkeiten, an emotionaler Stabilität. Und für manche Entscheidungen ist es entscheidend, dass wir auf unser Bauchgefühl hören. Sie sind dort herangewachsen und auch wenn ich meine Kinder nie im Detail total kennen werde, wage ich zu behaupten, dass ich viele Dinge an ihnen am besten kenne. Was macht sie froh, was macht sie traurig? Was stresst sie, was entspannt sie? Welche Körperhaltung nehmen sie ein, wenn sie zur Toilette müssen und welches Essen können sie überhaupt nicht leiden? Letztens fragte ich meine Große: „Was war denn heute in der Schule so doof?“ Sie sieht mich an: „Woher weißt du, dass heut was Doofes war?“ Das merke ich ihr einfach an. Ich kanns nicht erklären, habe dafür keine sachdienlichen Argumente, ich spürs einfach. Und deshalb bin ich meiner Freundin heute sehr dankbar für ihren Mutmachsatz. Zwischen all den Richtwerten, Normen, Statistiken, Artikeln, Foren, fachlichen Ratschlägen und Pädagogenmeinungen, vergessen wir manchmal: es sind unsere Kind, unser Bauch, unser Gefühl. Und unser Bauchgefühl hat zur Einschätzung unserer Kinder durchaus etwas zu sagen. Und deshalb gebe ich den Mutmachsatz meiner Freundin, für den ich so dankbar bin, weiter: „Hört auch auf euer Bauchgefühl.“, denn das interessiert sich nicht für Normen, Durchschnittswerte und Statistiken, es interessiert sich einfach für dein Kind.

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