Ein ganz normaler Samstag. Mein Mann ist am WE weg, ich habe Pläne mit den Kindern – ladiesday. Am Morgen wünschen sich die 2 Großen, dass unsere Mitbewohnerin Julia auf sie aufpasst. Ich habe keinen Termin, brauche keine Auszeit, also, braucht sie auch nicht aufpassen. Aber gegen 14.30 Uhr verlassen die 4 doch unsere Wohnung und steuern den Spielplatz an. Ich stehe in meinem Es-gibt-immer-etwas-zu-tun-Haushalt und überlege, wie ich mit möglichst wenig Kraft- und Zeitaufwand ein möglichst großes Ergebnis in Sachen Ordnung, Sauberkeit und Reinheit erziele. Das Telefon klingelt, meine Freundin: Es gibt einen Workshop von einer 6fach Mama zum Thema „stressfreies Familienleben“. Kommst du mit? – Klar komme ich. Die Frau hat doppelt so viele Kinder wie ich, da muss ich hin. Und dann? Ich hätte nach den ersten 2 Minuten schon gehen können. Ich hatte genug gehört. Nicht, weil der Workshop schlecht war. Im Gegenteil. Sie hat sehr gut auf den Punkt gebracht, was Mamas empfinden, in welchen Spannungen sie stehen und hat erzählt, wie sie damit lebt20150411_165919, was ihr geholfen hat und hilft. Es war unglaublich gut. Gehen hätte ich können, weil ich nach 2 Minuten schon so ermutigt war. Vor mir saß eine 50jährige Frau, sie sieht schön aus und hat eine wahnsinns Ausstrahlung und ein schönes Charisma. Sie sieht aus wie eine Frau, die ihr Leben liebt und ihre Familie feiert und versöhnt ist mit ihrer Vergangenheit. Dabei war ihre Kindheit nicht das, was man behütet nennt. In ihrer Schulzeit hat sie 8 mal! die Schule gewechselt, ihr Vater war Alkoholiker. Eine tolle, inspirierende Frau sitzt vor mir. Ellen Nieswiodek-Martin ( Redaktionsleitung von der Zeitschrift Lydia). Ich bin ermutigt, weil Gott gnädig ist und das an ihr sichtbar wird. Die negativen Erfahrungen ihrer Kindheit haben sie nicht bitter, nicht missmutig gemacht. Und so bin ich heute dankbar für unsere Julia, die mit den Kindern loszog, für eine Freundin, die an mich dachte, für einen super Workshop, der zum Nachdenken anregte, für eine tolle Frau, die mich inspirierte, für einen wunderbaren Gott, der mir das alles schenkt.

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