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Sie haben so einen schlechten Ruf und entlocken uns immer wieder seufzen und Augen verdrehen, aber ich mag sie mittlerweile richtig gerne. Wenn ich am Montagmorgen die Armaturen von unserem Bad einsprühe, dann fangen an sich meine Gedanken im Kopf zu sortieren. Ideen für Vorträge entstehen jetzt und auch das Projekt, das ich gerade vorbereite ist gedanklich beim Wäsche aufhängen oder beim Boden wischen entstanden. So genau kann ich das nicht mehr sagen. Bevor ich Kinder hatte fand ich putzen super ätzend. Dann kamen meine Kinder und ich entwickelte die Kunst zu putzen während immer jemand auf meinem Arm war oder zwischen meinen Füßen herum lief oder mir zur Hilfe eilte. Jetzt sind meine Kinder morgens in der Schule und im Kindergarten. Und Montagmorgen bin ich mit meinen Putzlappen verabredet. Kein Mensch weiß wie sehr ich es genieße einen Boden zu wischen und danach trocknet er vollständig bis ich wieder ins Bad gehe. Kein Mensch kennt dieses tolle Gefühl, wenn man weiß, dass alle Mülleimer in der ganzen Wohnung zur selben Zeit leer uns sauber sind. Keiner kann sich so an den Spuren freuen, die der Staubsauger auf dem Boden hinterlässt, wenn alle Krümel weggesaugt sind… Ich mag meine stupiden Hausarbeiten. Sie lassen mich irgendwie zur Ruhe kommen, lassen kreative Ideen entstehen und geben mir ein kurzes Gefühl der Zufriedenheit. Alles sauber für ca. 20 Minuten, weil ich dann meine Töchter wieder abholen muss. Es sind die 20 Minuten in denen ich mich bei spontanem Besuch nicht entschuldigen würde… Schöne 20 Minuten, schöne Hausarbeit. Der Vorteil der Dankbarkeit ist, das sie nicht bewertet nach Wichtigkeit oder Nichtwichtigkeit, nach kleinem Moment oder großem Augenblick. Sie ist einfach da – überraschend und spontan. Beim Putzen zum Beispiel am Montagmorgen.

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