Wie ein aufgescheuchtes Huhn lief ich heute Morgen durch meine Wohnung, mal hier, mal dort, flatterhaft. Verbreitete eine total unnötige Hektik in einem total unnötigen Ton. Meine Familie? Sie trägts mit Fassung. Nur beim Abendbrottisch sagte meine Tochter vorwurfsvoll: „Heute Morgen warst du nicht sehr nett.“ Es ist manchmal so süß welch milde Worte sie zur Beschreibung von Situationen findet. Aber keine Sorge, sie kann sich auch deutlicher ausdrücken. Heute Abend fand sie mich in einer Stimmung vor, in der sie das Gefühl hatte sagen zu können was sie stört. Was ist zwischen heute Morgen und heute Abend mit mir passiert? Nichts ist passiert. Ein ganz bewußtes Nichtspassieren. Heute Nachmittag hatte ich Zeit zur freien Verfügung und ich hätte alles mögliche machen können und machte nichts und das bewirkte so viel. Stille. Ich legte mein Handy weit weg, damit ich auch nicht durchs Aufleuchten beim Empfangen einer Nachricht gestört wurde, Telefon lautlos, keine Musik, kein Laptop -Funkstille. Keine Zeitschriften, Bücher, keine neuen Eindrücke. Nur mein Milchkaffee, mein Gedankenbuch und eine Stunde dafür reservierte Zeit. Wunderbare Stille, die Insel auf die ich mich immer wieder zurückziehe, wenn mir die Welt zu unruhig wird mit all ihren Bewohnern und Geschichten, Farben, Formen und Tönen. Und dankbar für diese Zeit, kehrte ich in meinen Alltag zurück und bin wieder offen für die Welt mit ihren Bewohnern und Geschichten, Farben, Formen und Tönen, die mein Leben so bereichern.20150218_151338 (2)

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