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Eingangstür von unserem Zahnarzt

Zum Zahnarzt zu gehen ist für mich kein Problem, denn ich habe einen sehr netten und kompetenten Zahnarzt, der ein super freundliches Team hat und praktisch keine Wartezeiten. Und mein heutiger Beitrag ist mein, eigentlich so banaler, Zahnarztbesuch. Und vielleicht würde ich ihn als gar nicht so dankenswert empfinden, wenn ich nicht vor einiger Zeit einen Bericht gesehen hätte. Ich schaltete dazu und bekam deshalb den Anfang nicht mit. Man sah nur unglaublich viele Menschen in einer (gefühlt) ewig langen Schlange in der Kälte stehen vor einem großen Fabrikgebäude. Die Berichterstatterin erklärte, dass die Leute ab morgens um 4 Uhr sich anstellen um eine heißbegehrte Nummer gegen 7 Uhr zu bekommen. Im Fabrikgebäude sind ausrangierte Zahnarztstühle, Liegen und viele gespendete Zahnarztutensilien und -instrumente. Vor der Halle halten sich mehrere Eisbeutel auf die Wangen oder haben gar keine Zähne mehr oder nur noch klägliche Überreste. Es sind auch Eltern mit ihren Kindern da. Ein Bild, das nicht mehr aus meinem Kopf, aus meiner Seele verschwindet, weil Leid nicht verschwindet. Und ich versuche während des Beitrages herauszubekommen in welch armen Land das wohl sein mag. Und normalerweise umgehe ich solche Berichte, weil mir mein eigener Luxus dann so unverschämt vorkommt. Aber ich war neugierig um welches Land es sich handelt. Es war eine Stadt in Amerika. Die Unversicherten, die sich eine Zahnbehandlung nicht leisten können und hierher kommen, wo Zahnärzte ehrenamtlich vor Öffnung ihrer Praxen, vor ihren Diensten in den Kliniken oder schon im Ruhestand, helfen. Arbeiten um zu helfen. Manche bekamen keine Nummer mehr, das bedeutete auch keine Zahnbehandlung. Ich war heute beim Zahnarzt. Ich hatte einen Termin. Nein, ich hatte keine Schmerzen, nein, auch keine anderen Beschwerden. Ich hatte meinen Prophylaxetermin, den ich alle paar Monate habe und in dem es darum geht, meine Zähne und das Zahnfleisch zu beobachten, damit ich keine Schmerzen, keine Beschwerden bekomme. Was für ein Privileg so gut versorgt zu sein und dafür bin ich dankbar.

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