Meine Jüngste will heute nicht in den Kindergarten. „Heute will ich bei dir bleiben.“ Also gut, die Großen sind schon in der Schule und wir gehen es gemütlich an. Während ich mir einen zweiten Milchkaffee gönne, isst sie schon mal ihr Brot, das ich für das Kindergartenfrühstück vorbereitet habe. Dabei erzählt sie von ihren nächtlichen Träumen. Das sind ziemlich viele und alle ähneln sich dem Traum, den meine Mittlere vorhin erzählt hat. Dann verschwindet sie in ihr Zimmer. Ihre Puppe hat Geburtstag und ich bin eingeladen. Wie süß sie alles aufgebaut und geschmückt hat und wie sie die Mama-Rolle und gleichzeitig die Sprechrolle ihrer 3jährigen Bella einnimmt. Das man das als Kind so mühelos und ungeniert kann. Später fahren wir einkaufen und meine Tochter freut sich riesig, dass es Surfbretter für Kinder zu kaufen gibt. Mein Blick wandert in ihre Richtung und ich muss lachen – es sind die Bügelbretthalterungen für Ärmel, die sie als Surfbretter bezeichnet. Ich entdecke Stuhlkissen in altrosa für unsere Küche und kaufe sie, weil sie super zur Einrichtung passen.. An der Kasse gibt meine Kleinste zu bedenken, ob sich Papa auf so ein Kissen setzen wird, weil rosa keine Jungenfarbe ist. Ich frage mich immer und immer wieder wie das Bewusstsein für Geschlecht entsteht. Denn mein Mann würde nie so eine Bemerkung machen oder etwas als Mädchen oder Jungensache bezeichnen und ich auch nicht. Interessant für mich zu hören, dass das meine Tochter aber durchaus beschäftigt… Außerdem erzählen wir uns Geschichten aus den Wimmelbüchern und essen Eis am Vormittag (nur ausnahmsweise)… Manchmal, wenn ich es meiner Tochter erlaube zuhause zu bleiben stresst es mich nach kurzer Zeit, weil ich nicht zu den Sachen komme, die ich mir vorgenommen habe. Heute habe ich es richtig genossen. Die Welt versuchen mit ihren Augen zu sehen ist immer ein Blick wert… Dafür bin ich heute dankbar.

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