Alles hatte ich vorbereitet, damit ja kein Stress aufkommt. Ranzen und Rucksack waren gepackt, meine Materialien, für meine ehrenamtliche Tätigkeit heute Morgen, im Korb verstaut, Frühstück vorbereitet, Kleidung rausgelegt, als ich meine Kinder wecke war ich schon längst im Bad gewesen und der erste Koffein rinnt durch meine Venen. Aber es läuft trotzdem nicht reibungslos, P1100188 (2)weil meine Große lieber spielen, als in die Schule will und meine Mittlere nicht mit zum Kindergartenausflug möchte. Obwohl wir irgendwann mal rechtzeitig waren wird es knapper, hektischer, stressiger… Als wir das Haus verlassen gab es schon Tränen bei den Großen und ich bin nassgeschwitzt, dabei ist der Tag erst 2 1/2 Stunden alt. Später bekomme ich von einer Freundin Nachrichten, die mich sehr beschäftigen und  einen Brief, der mich sorgenvoll in die Zukunft blicken lässt. Als ich später mit meinen Kindern unterwegs bin und meine Kleinste unter Protest in den Buggy schnalle, macht eine ältere Dame lustig gemeinte Bemerkungen darüber, wie Eltern ihre Kinder schikanieren. Sie kann nicht wissen, dass ich mich heute als Mutter schon schlecht genug fühle, ich suche das Weite. Und als ich auf den Spruch stoße: Wenn der Tag nicht dein Freund war, so war er dein Lehrer. kann ich dem auch nicht mehr viel abgewinnen. Ich weiß, ich bin ziemlich emotional. Und dafür bin ich dankbar. Nicht, dass ich so emotional bin, sondern, dass ich um meine Eigenarten weiß. So ist das Leben eben, mein Leben jedenfalls. Es gibt diese Tage, an denen mir alles zuviel wird und mein Mann einen Anruf bekommt indem ich ihm erkläre, dass heute genau der richtige Tag wäre um ein Aussteigerleben zu beginnen. Stadtkindern wird doch sowieso Bewegungsmangel vorgeworfen, also, lass uns in den Wald ziehen und das ursprüngliche Leben beginnen…Ich bin dankbar, dass solche Tage selten sind, dankbar, dass nach Regen Sonnenschein kommt und nach der Nacht der Tag. So ist der Lauf der Dinge und das Leben eben, meins jedenfalls.

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