Das wollte ich nicht, diese Situation. Ich wollte das verhindern und habe alles versucht, was in meiner Macht stand um dem aus dem Weg zu gehen. Und ich habe viel gebetet, weil ich weiß, dass meine Macht begrenzt und seine Macht grenzenlos ist. Und doch musst ich diese Situation heute meistern. Sie wurde nicht verhindert, sie ist passiert. Und trotzdem fühle ich mich mit Gott verbunden, weil durch das Gebet die Verbindung da ist, auch wenn ich den Grund nicht kenne, wieso er das heute nicht nicht stattfinden lassen hat, weiß ich, er hat mich gehört, aber nicht meinen Wunsch erhört. Und für manchen ist es deshalb der größte Unsinn zu glauben, für mich ist es trotzdem der größte Sinn zu glauben, weil sonst vieles so sinnlos wäre. Und ich habe weiter gebetet, weil ich glaube, dass er mich sieht. Und ich habe mir gesagt: „Lissy, stell dich nicht so an, reiß dich zusammen. Das ist doch eigentlich gar nicht schlimm.“ Wenn da nicht das „eigentlich“ wäre. Aber im Gespräch mit Gott kam mir nicht ein einziges Mal: „Reiß dich zusammen oder stell dich nicht so an“ entgegen, sondern Verständnis, verstanden werden, Frieden… Und ich überlegte im Vorfeld, dass ich eine Freundin anrufe, denn ich bin in der glücklichen Lage Freundinnen zu haben, die mich verstanden hätten, dass sie mit mir kommt. Aber meine innere Stimme meinte, dass ich das ja wohl alleine schaffen würde. Schließlich bin ich Erwachsen. Und so wünschte ich mir trotzdem heute Morgen, als mein Mann sich zum Arbeiten verabschiedete und ich mich fertig machte zum Gehen mit meinen Mädels, dass eine Armee mich begleiten solle. Eine Armee, die aus innerer Stärke, aus Sorglosigkeit, aus Zuversicht bestehe… Es klingelt. Der ungetätigte Anruf, meine Freundin steht vor der Tür und meint: „Wollt nur gucken, wie es euch geht.“ Ich glaube an einen Gott, der mich sieht. Ich kann gar nicht anders. Sie begleitet uns, kümmert sich um meine Jüngste, überbrückt mit mir Wartezeiten, hört mit zu. Meine Sorgen waren total unbegründet, es war ein toller Vormittag. Mein Kopfsorgenkino wurde zum Highlight mit ein bisschen Wehmut. Und ich bin dankbar, dass Gott sich um uns gekümmert hat, um mich. Er wusste, ich brauch keine Armee, diese liebe Freundin reicht aus. Ich bin unaussprechlich dankbar für diesen Vormittag, für meine Freundin und für einen persönlichen Gott an den ich glauben kann. Er räumt nicht alle Steine aus dem Weg, aber er hilft drüber und dafür bin ich dankbar.20150919_111620

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