Tag der offenen Tür, das soll nicht ein einmaliger Tag der internationalen Begegnungsstätte unserer Stadt sein, sondern Programm. Ein Raum, in dem sich Menschen, nicht nur Menschen aus allen möglichen Ländern kennenlernen sollen, sondern auch die Stadtbewohner. Ein Cafe, in dem wir uns alle treffen, Vorurteile abbauen, Berührungsängste überwinden, Kontakte schließen und vielleicht Freunde werden. Heute war die Eröffnung dieses Cafes und ich bin so dankbar in einer Stadt zu wohnen, wo mir dieser erste Kontakt mit Flüchtlingen so einfach gemacht wird! Und dann sah ich dort genähte Sacktaschen aus alten Säcken mit neuen Stoffen kombiniert. Das muss ich mir ansehen. Und am Tisch treffe ich auf die Mitgründerin des Labels „Zauberfaden“. Eine Idee, die Wirklichkeit wurde. Flüchtlingen eine Aufgabe, eine Tätigkeit ermöglichen. Ich bin davon total begeistert und sage sie: „Ach und Sie nähen auch.“ „Nö, gar nicht. Ich bin Eventmanagerin, planen, organisieren, Kontakte herstellen. Das kann ich.“ Nächste Woche zieht diese Arbeit in größere Räume um. Ich bin bewegt, berührt, beschenkt von der Geschichte die, die diese Frau mitgeschrieben hat. Eine Geschichte von Menschen für Menschen. Und es ist nicht nur was sie sagt, sondern wie sie es erzählt. Das Leuchten in ihren Augen, die Mimik, die Gestik. Ich hab fast das Gefühl dabei gewesen zu sein. Eine Frau, die viel Kraft und Zeit in eine Idee steckt. Und die erlebt, wie ihre Idee Wirklichkeit wird. Und nicht so: Ja ich helf halt, weil die sind ärmer dran, sondern auf Augenhöhe, gleichwertig. „Es liegt ein Zauber in der Luft. So ist die Atmosphäre dort,“ ist ein schöner Satz, den sie sagt.collage_20151031223228515_20151031223235576 Die meisten der Näherinnen, sind Männer. Das Schneiderhandwerk ist in anderen Ländern Männersache. Ich hätte ihr noch lange zuhören wollen, denn ihre Freude, ihr Enthusiasmus, ihre Begeisterung sind ansteckend, inspirieren mich und machen mich dankbar. Dankbar für das Engagement dieser Frau und ihres Mitgründers, dankbar, dass ich diese Geschichte hören darf, dankbar für einen tollen Nachmittag in der Begegnungsstätte. Meine Mädels und ich waren sicher nicht zum letzten Mal dort.

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