Meine Tochter hat in der Projektwoche ihrer Schule viel erlebt. Abseilen, Übungen am Trapez… alles Dinge, die ihr Überwindung abverlangten. Ihre Augen strahlten jeden Tag aufs neue, wenn sie erzählte zu was sie sich heute hat überwinden können. Und dann fiel der Satz: „Weißt du, dann hatte ich dauernd deine Stimme im Kopf, die sagte: „Du brauchst das nicht machen. Wenn du Angst hast ist das voll o.k. Dafür kannst du andere Sachen.“ und Papas Stimme hatte ich im Kopf: „Das schaffst du. Da passiert nichts. Trau dich.“ Ich hab da auf Papas Stimme gehört und alles hinbekommen.“

Ich bin ohne Vater aufgewachsen und meine Pflegemutter hat das gut gemacht. Aber ich bin heute und so oft dankbar, dass meine Kinder nicht nur mich haben, sondern immer auch den Papa, dass wir zwei sind. Zwei, die sich auf ganz unterschiedliche Weise für drei Menschlein einsetzen und stark machen. Ich bin eher die, die In-Watte-packen-will, mein Mann traut unseren Mädels mehr zu. Mir geht es um Stabilität, Rhythmus, feste Strukturen. Mein Mann ist eher spontan und wenn ich arbeite, erleben sie mit ihm definitiv mehr Abenteuer als mit mir. Manchmal gehen mir alle auf den Kranz und ich bin genervt, manchmal gehen ihm alle auf den Kranz und er ist genervt. Meistens passiert das nicht gleichzeitig.

Zwei zu sein macht es nicht immer einfacher. Weil wir immer zwei sind, gibt es zwei Meinungen, zwei Charaktere, zwei Sichten auf das Leben, zwei Arten es zu meistern und ich finde ich es auch anstrengend zu diskutieren, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, sich selbst auch immer wieder zu hinterfragen… Aber wir sind zwei und das genieße ich, feiere ich, schätze ich und bin dankbar dafür.

„Die Art wie wir mit unseren Kindern sprechen, wird ihre innere Stimme.“ Peggy O’Mara

Gut, dass sie nicht nur meine Stimme hören. Gut, dass wir zwei sind.

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