In den letzten Tagen war mehr Zeit, das Leben langsamer, die Momente intensiver. Abends schaue ich mir ein Video einer Frau an, die ihr Haus und ihre Weihnachtsdeko zeigt. Ich weiß, manche werden das nicht verstehen, aber ich liebe Wohnzeitschriften, Wohnbücher und seit neustem dieses Videoformat. Die Frau nimmt mich mit und führt mich in die große Eingangshalle ihres Hauses. Die Halle ist groß und geräumig und wunderschön dekoriert. Die Aussicht aus den hohen Fenstern gigantsich. Auf einen verschneiten See, wie im winterwonderland. Es kriecht schon der kleine Stich hoch, der mir das Gefühl vermittelt zu kurz zu kommen. Denn das ist die Grundlage allen Neides. Dass ich glaube zu kurz gekommen zu sein. Gerade will ich das Video unterbrechen, da schwenkt die Kamera auf das Sofa mit den unzähligen Kissen. Ich fühle mich ins Herz getroffen, denn auf eines der Kissen steht: blessed. Denn blessed habe ich ganz groß über unser Küchenfenster gepinselt. Vor genau einem Jahr haben wir diese Wohnung bezogen, die erste Nacht hier geschlafen. Ich hatte eigentlich nur einen Wunsch für unser neues Zuhause, dass unser Ausblick auf etwas Grünes sein wird, einen Garten oder ein Waldstück. Keines davon ist im Moment Wirklichkeit. Aber auch, wenn wir diesen Wunsch noch nicht verwirklichen konnten, habe ich unzählige Dankesmomente in dieser Wohnung mit meiner Familie in meinem Leben sammeln können. Segen sind nicht einfach nur die äußeren Umstände, sondern auch, dass ich sehe, was mir geschenkt ist und dass ich das wertschätze, auch wenn mancher Wunsch noch offen ist. Seit einem Jahr sind wir nun hier Zuhause. Und auch wenn der Blick nicht romantisch und friedlich ist lebe ich gerne hier. Wir haben die nettesten Nachbarn neben uns. Gegenüber von uns ist der Döner, der mit seiner blinkenden Reklame auf sich aufmerksam macht. Mit dem Besitzer reden wir jedes mal ein paar Worte und grüßen uns freundlich. Seine Saucen sind unschlagbar. Ich bin gesegnet und das ist mir bewusst, weil ich die meiste Zeit damit verbringe zu schauen, was mir geschenkt ist und nicht mehr so viel Zeit darauf verwende wahrzunehmen was mir zu meinem Glück noch fehlt. Ich schaue dankbar auf das Jahr 2018 zurück. Viele schöne Momente mit meinen Lieben, wunderbare Begegnungen mit den Zuhörerinnen von meinen Vorträgen, immer wieder im Alltag die erholsame Stille… Es gibt so vieles. Vielen Dank an dich, die du immer mal wieder vorbei schaust und mit liest. Das bedeutet mir viel. Danke für eure Kommentare, Mails oder likes.

Ich wünsche euch ein gesegnetes neues Jahr, in dem wir miteinander die Augen offen halten für das was uns geschenkt ist. In einer der letzten Predigten fiel der Satz: „Zähle deine Segnungen…“ Das gebe ich an dieser Stelle an euch weiter. Denn ich bin dem am meisten dankbar, von dem wir gesehen sind, der uns beschenkt, der liebt und vergibt. Gott hat dich und mich ins Leben geliebt und ich freue mich auf 2019 mit ihm. In einer Welt die mir immer wieder Sorge macht und in Angst versetzt entscheide ich mich immer wieder neu auf der Seite der Hoffnung zu stehen. Denn so lange es noch Saat und Ernte gibt, Sommer und Winter, Tag und Nacht hält Gott seine Hand über uns. Das ist meine Quelle, Gott selbst, der meine Hoffnung ist.

Wir hören uns im neuen Jahr wieder. Gott mit dir!

Ganz liebe und herzliche Grüße, Lissy

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