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Würde ich mich so über die Sonne freuen, wenn es die grauen Tage nicht gäbe? Würde ich ein solch tiefes Gefühl der Dankbarkeit über die Morgenluft in Zeiten des Frühlings empfinden, wenn es den schneidenden Wind des Winters nicht gäbe? Würde ich das wunderschöne rosa der Hyazinthen und das intensive gelb der Osterglocken so feiern, wenn nicht Monate hinter mir lägen, in denen alles sehr grau in grau aussah? Ist der Winter nicht auch dafür gut um zu spüren, wie sehr wir uns nach milder Luft, nach Licht, nach bunten Farben, nach Wärme sehnen? Und nicht nur das feiere ich am Winter, sondern auch: dass in all den Monaten nicht nichts passiert ist. Unter der dunklen Erde, im Verborgenen sind Prozesse vor sich gegangen, die ich nicht wahrgenommen habe. Da wo ich Stillstand empfand, sind Wurzeln entstanden, die heute wunderbare Pflanzen tragen und versorgen. Und auch dieses Bild wird mir jedes Jahr im Frühling wieder neu bewusst, das auch in mein Leben passt. Dunkle Monate und graue Tage sind kein Stillstand, sondern oft wichtige Wurzelarbeit. So will ich mit den Herausforderungen meines Lebens umgehen. Das klappt nicht immer, aber ihr wisst: ich bin eine Lernende und Übung macht den Meister. Heute bin ich so dankbar für den Winter und den Frühling, der darauf folgt.

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