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Meine Freundin und ich sind im Kindergarten unserer beiden Großen und verabschieden uns von einer Erzieherin. Wir kommen schon länger nicht mehr hierher. Aber dieser Abschied ist ein besonderer, weil er ein Ende bedeutet und ein Neuanfang. 42 Jahre hat die ältere Dame, die uns in ihrer ganzen Herzlichkeit gegenübersteht, in diesem Kindergarten gearbeitet. Wie viele Kinder sie in dieser Zeit kennen gelernt hat? Wie viele Tränen sie getrocknet und wie viele Umarmungen sie wohl verteilt hat? Sie hat Einrichtungsleiterinnen kommen und gehen sehen, war dabei als Pädagogik neu definiert wurde und wie ein neues Konzept das andere ablöste. Sie hat mit vielen Eltern gesprochen und immer auf zu kleinen Stühlen gesessen: „Ein Kind braucht doch vor allem Annahme und Liebe. Manche Eltern haben das aus dem Blick verloren und manche Pädagogikkonzepte auch.“ Es fasziniert mich, dass sie  jeden Tag treu ihrer Arbeit aus Überzeugung nachging. Alle Veränderungen mit erlebte, aber nie das Handtuch schmissen. Ihr beruflicher Lebenslauf zeigt keine großen Veränderungen, aber durch ihre zugewandte Art, hat sie viele Kinder geprägt und begleitet, bei den ersten Schritte in die Welt der Kinder ohne Mama geholfen und so manchen Weg mit vorbereitet. Heute haben wir uns bedankt, morgen kommt sogar der Bürgermeister wurde uns erzählt. „Und was haben Sie jetzt vor?“ wage ich vorsichtig zu fragen. „Ich will laufen, am liebsten den Jakobsweg. Ja, eine Pilgerreise. Erst einmal den Kopf frei laufen und dann mal sehen…“ Ein Abschied und ein Neuanfang… Heute bin ich für diese besondere Erzieherin und ihr Beispiel sehr dankbar.

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