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Herzlich Willkommen zu einem neuen Beitrag, zu neuen Dankesmomenten, zu den Kleinigkeiten des Alltages, die doch so besonders sind, zu Beobachtungen und Wahrnehmungen. Ich freu mich, wenn ihr wieder mit lest, mit denkt, mit dankbar seid. Schön, dass es euch gibt!

Bei meinen Töchtern kann ich das. Wenn sie sich weh tun oder eben gerade kam noch einmal eine von ihnen aus dem Bett um mir etwas zu erzählen, was ihr Kummer macht. Ich höre zu und nehme wahr. Beurteile weder ihren Schmerz, wenn sie sich weh tun, noch ihren Kummer, wenn sie traurig sind. Ich bin für sie da mit tröstenden Worten, manchmal mit einer Umarmung, manchmal einfach nur da sein. Bei meinen Freundinnen kann ich das. Wenn eine von ihnen Schmerzen hat oder mir erzählt, was ihr Kummer macht. Ich höre zu und nehme wahr. Beurteile weder ihren Schmerz noch ihren Kummer. Ich bin für sie da mit tröstenden Worten, manchmal mit einer Umarmung, manchmal einfach nur da sein. Bei mir lerne ich das. Denn bis jetzt konnte ich das nicht. Wenn ich traurig, enttäuscht und frustriert bin, dann sind da in mir keine tröstenden Worte, kein gütiger Umgang mit mir selbst, sondern Sätze wie: „Reiß dich zusammen. Das kann doch nicht so schwer sein.“ „Das ist doch nicht so schlimm. Stell dich nicht so an.“ Mein inneres Reden in Krisenzeiten. Aber ich beobachte, lerne, lerne von Freundinnen, wie sie mit mir umgehen, lerne von meiner Rolle als Mama. In den letzen Tagen war ich traurig, enttäuscht, frustriert. Eine Situation ist eingetreten mit der ich nicht gerechnet hätte, der ich betrübt gegenüber stehe. Aber und das ist mein Dankesmoment heute: die Traurigkeit und Enttäuschung und auch der Frust, der dadurch gerade in mir ist, nehme ich wahr ohne mich dafür zu verurteilen. Es ist o.k., dass ich traurig bin. Und die negativen Gefühle, die ich sonst mit Aktivismus versuche zu überspielen, habe ich einfach wahrgenommen. Interessant für mich: dadurch wurden diese Gefühle erst gar nicht so groß. Weiterhin habe ich in all dem die Dankesmomente wahrnehmen können. Statt wie sonst sofort zu versuchen Gute-Laune-Mechanismen zu aktivieren, die alles oft noch schlimmer machen, weil sie einen enormen Druck aufbauen wie ich in meinen Augen zu sein habe, konnte ich mich in den letzten Tagen so nehmen wie ich bin. Ich wusste nicht was für eine große Freiheit darin liegt! Und jetzt geht es mir schon so viel besser, obwohl sich gar nichts an der Situation verändert hat. Und weil ich die Bibel liebe und Gott weise ist, lese ich mit neuen Augen:  Alles hat seine Zeit – weinen hat seine Zeit, wie auch das Lachen. Klagen hat seine Zeit, wie auch das tanzen. Prediger 3, 4  Ob ich mir die Zeit zum traurig sein nehme liegt in meiner Hand. Ich bin heute sehr dankbar für diese neue Erfahrung, die so hilfreich ist, für diesen neuen Blickwinkel und für Gottes gütigen Umgang und ein Buch, dass vor so vielen Jahren entstanden ist und mir heute zum Wegweiser wurde.

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